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Drolshagen, Drolshagen, 7. Juli 2015

KJG fährt ins Zeltlager: Speiseplan und Spiele – alles ist bis ins Detail durchdacht

Kiloweise Spaghetti im Gepäck

Kiloweise Spaghetti im Gepäck
Fotos: Rüdiger Kahlke
Wenige Tage bis zum Start des Zeltlagers in Bad Kissingen. Der Countdown für das Ferienangebot der KJG Drolshagen läuft. Auf der eigens für das Lager eingerichteten Internetseite tickt die Uhr rückwärts. Für die 35 Kinder und Jugendlichen, die Sonntag (12. Juli) starten, aber auch für die Betreuer um Matthias Lütticke.

Der Leiter der Aktion und sein Team sind seit Monaten mit der Vorbereitung des 14-tägigen Lagers beschäftigt. Für sie gilt: nach dem Zeltlager ist vor dem Zeltlager. Große Gebinde gibt’s nicht überall Eine Woche vor dem Start stapeln sich im Gruppenraum der KJG im St. Clemens-Haus schon die Kisten mit Küchenutensilien und Spielen. Im Keller des Nachbarhauses liegen griffbereit Planen, Gestänge für die Zelte, große Töpfe und Kessel für die Lagerküche, aber auch kistenweise Lebensmittel. Spaghetti kaufen Matthias Lütticke und sein Team gleich in Fünf-Kilo-Beuteln, Speiseöl in großen Gebinden. „Wir haben dafür unsere Bezugsquellen“, sagt der Teamleiter. „Das kriegen wir sonst nicht überall¨, erläutert Lütticke, der bereits im fünften Jahr dabei ist.
Die verladefertigen Utensilien sind das Ergebnis eines langen Planungsprozesses. Zeltplatz suchen, Anmeldungen organisieren. Eltern informieren, Erlaubnisse einholen, dass die Kinder fotografiert werden dürfen für die Öffentlichkeitsarbeit, dass sie schwimmen gehen dürfen oder das Betreuer mit ihnen zum Arzt gehen dürfen, falls das nötig sein sollte. Freizeit planen, Küchenplan erstellen. Und dabei auch ein bisschen auf Abwechslung achten. Es darf ja auch nicht langweilig werden¨, meint Lütticke mit Bild auf die Stammkundschaft. Betreuer als Motivatoren Etliche der Betreuer und der Kinder und Jugendlichen fahren häufiger mit. Sie vergleichen. Da darf die Motivation nicht leiden, da muss die Spannung aufrecht erhalten bleiben. Ach, ja. Das leidige Thema Geld. Zuschüsse müssen die Teamleiter auch noch beantragen. Immerhin bescheinigt Matthias Lütticke dabei dem Kreis Olpe und dem Bistum, dass das "sehr kulant" gehandhabt wird.

Was die Anforderungen angeht, ist damit noch nicht das Ende der Fahnenstage erreicht. Die Betreuer müssen ihre Eignung nachweisen. Fortbildung mit einem Kurs zum Kindeswohl ist Pflicht. Erweitertes Führungszeugnis, Selbstverpflichtungserklärung.
Regularien, Planungsunterlagen. Der Papierkram füllt sechs dicke Aktenordner, die im KJG-Raum griffbereit auf dem Tisch stehen. Auf eine Vollzeitkraft gerechnet haben die KJG-Mitarbeiter drei bis vier Wochen Arbeitszeit investiert bevor die Koffer verladen werden und das Lagerleben beginnt. Eine Wochenende haben sie zuvor schon investiert, um den Platz besichtigen, zu erkunden, wo man einkaufen kann, welche Freizeitangebote es in der Nähe gibt, wo sich ein Arzt befindet. Und natürlich meldet Martin Lütticke das Lager bei den örtlichen Behörden an, damit die im Notfall wissen, wo sich die Drolshagener aufhalten. Gefahrenpotential abschätzen Freizeitaktivitäten müssen durchdacht werden. Für welche Altersgruppe sind sie geeignet? Wo liegt Gefahrenpotential? Martin Lütticke hat die Erfahrung gemacht, „den Kindern ein Freizeitangebot schmackhaft zu machen, ist nicht so einfach“. Denn die müssen im Zeltlager auf Handy, Spielekonsole und Co. verzichten. Lütticke: „Das schreckt einige ab.“ Und die, die mitfahren, stellen plötzlich fest: Es geht auch ohne. Sie nehmen den Gegenentwurf zur üblichen Freizeit wahr, „aber sie geben nur ungern zu: Es geht auch ohne Handy“, hat Lütticke festgestellt.
Positive Resonanz auf das KJG-Angebot und das Engagement der Betreuer, die dafür oft einen Teil ihres Jahresurlaubs opfern, komme häufig von den Eltern. „Die, die meckern, sind oft Ehemalige“, so Lütticke. Sie verglichen das Lager mit dem, wie es früher war und haben Schwierigkeiten sich umzustellen. Für den Teamleiter ist klar: Bei den vielen Auflagen ist vieles nicht mehr möglich, wie es vor zehn Jahren war.“ Man muss mit der Zeit gehen.“ Der Teamchef sieht es positiv, räumt aber auch ein, dass die Leitung des Zeltlagers nicht nur Zuckerschlecken ist: „Man muss das schon mögen.“
Info:
•Von „Anziehsachen“ bis Sonstiges“ Für die Teilnehmer des Zeltlagers haben die Betreuer eine zweiseitige Packliste zusammengestellt.

•Der Zeltplatz liegt gleich in der Nachbarschaft der Bildungsstätte "Der Heiligenhof" und ist von Wald- und Wiesengelände umgeben.

•Der Platz bietet: Waldbühne für 160 Personen, befestigten Grill und zwei Feuerstellen, Bolzplatz, Parkplatz, Duschanlagen mit fließend Kalt- und Warmwasser, überdachte Terrasse mit offenem Kamin

•Einen Überblick über vorhergehenden Lager und Infos zum aktuellen Zeltlager gibt es unter: http://jetzt-geht-es-ins-zeltlager.de
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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