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Drolshagen, Drolshagen-Hützemert, 12. Juni

Bürgermeister betont Strahlkraft Hützemerts für andere Dörfer

Junges Dorf feiert sein 600-jähriges Bestehen

Der Auftritt der Kindergartenkinder war eines der Highlights am Samstag.
Der Auftritt der Kindergartenkinder war eines der Highlights am Samstag.
Foto: Rüdiger Kahlke
Jung. Musikalisch. Beispielhaft. Der Attribute für Hützemert gab es einige zur 600-Jahr-Feier. Als "beispielhaft, was hier geschaffen wurde", bezeichnete Bürgermeister Ulrich Berghof zum Auftakt der Festivitäten am Samstag die Einrichtungen und Angebote im Dorf.

In der Talkrunde mit WDR-Moderation Anne Willmes sprach er von einer "Strahlkraft für alle Dörfer." Er wünsche sich Nachahmer, aber auch dass sich die Hützemerter als Drolshagener empfinden, ohne ihre Identität aufzugeben.

Als "relativ junges Dorf" sieht Sascha Koch, Geschäftsführer des federführenden Dorfvereins, den Jubiläums-Ort. Hützemert sei bis zur Eröffnung der Bahnlinie vor 110 Jahren ein eher unbedeutender Ort gewesen. Mit der Haltestelle habe das Dorf als Wohn- und Industrieort an Bedeutung gewonnen, umriss er im Gespräch mit Lokalplus die Geschichte. Geblieben ist der jugendliche Elan, mit dem die Hützemerter anpacken. Der restaurierte Bahnhof ist ein strahlendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement und Eigeninitiative. "Ehrenamt ist hier immer wichtig gewesen", resümiert Sascha Koch. Den Elternverein für den Kindergarten, den Kirchenbau in Eigenleistung und das Clubheim listet er als Beispiele für den gemeinschaftlichen Bürgersinn auf. Höhepunkt im Jahr der Jubiläen So standen denn auch für die Vorbereitung des Jubiläums alle zusammen. Ein Arbeitskreis der Vereine war die Planungen bereits vor eineinhalb Jahren angegangen, so Sascha Koch. Dabei hatten die einzelnen Vereine selbst Jubiläen vorzubereiten: Frauenchor - 25 Jahre, Kindergarten - 40 Jahre und HSV - 65 Jahre. Ein Jahr der Jubiläen also.

Dass Hützemert immer noch ein junges Dorf ist, bewiesen auch die vielen Kinder, die einen Großteil des 16 Punkte umfassenden Programms am Samstag bestritten und für die es auch entsprechende Angebote gab – zum Beispiel Clown Balloni, der für sie Figuren aus Luftballons formte. Im Bahnhof gab es für die Kleinen ein Süßigkeiten-Roulette und eine Schminkstation, draußen Pommes mit Majo.

Anne Willmes sah Hützemert als "musikalisches Dorf." Drei Akkordeonspielerinnen, die offenbar seit 20 Jahren nicht mehr gemeinsam in die Tasten gegriffen hatten, eröffneten das Programm. Musik und Vorträge des Kindergartens, der Kindertanzgruppe des HSV, dem Auftritt von "Mundart" und dem Frauenchor sowie der Musikschule Becker bildeten nur einige Höhepunkte. Ein musikalisches Dorf Musik dominierte auch den Abend. Die Coverband „PSO“, die sich als das „kleinste Sinfonie-Orchester der Welt“ bezeichnet, sorgte für flotten Sound. Nach dem Festhochamt in der Hützemerter Kirche am Sonntag spielten die Blasmusikfreunde Olpe zum Frühschoppen am Bahnhof auf. Einen Wunsch äußerte Bürgermeister Ulrich Berghaus zum Auftakt am Samstag: noch oft im Ort sein und die Menschen "hier zu tollen Projekten" beglückwünschen zu können.


Ursprüngliche Meldung vom Samstag, 11. Juni:

Bange Blicke nach oben. Ein paar Tropfen. Während es andernorts wie aus Kübeln goss, hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Hützemertern. Sie konnten am Samstagnachmittag ihr Programm weitgehend trocken „über die Bühne“ bringen. Und was im Dorf Beine hatte, war dabei.

Drei Stunden Non-Stop-Programm hatten die Organisatoren in eineinhalbjähriger Vorarbeit ausgetüftelt. WDR-Moderation Anne Willmes, die selbst zeitweise in Hützemert lebte, führte durch das Programm und übte als erste Amtshandlung mit dem Publikum den richtigen Applaus ein.

Zuvor hatte Ortsvorsteherin Antje Wigger den vielen Helferinnen und Helfern sowie den Akteuren gedankt. Vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter - alle machten mit, lieferten schwungvolle Lied- oder Tanzeinlagen. Vor allem für die Kindergartenkinder war es ein aufregendes Ereignis, auf der Bühne vor einem so großen Publikum zu agieren. Zahllose Smartphones waren während des Auftrittes auf die Bühne gerichtet, um keinen Schritt der Kleinen zu verpassen.

Während draußen das Programm lief, konnten sich die Besucher im Bahnhof bei Kaffee und Kuchen stärken. Die Auswahl war riesig und ein schlechtes Gewissen wegen der Kalorienzufuhr musste auch niemand haben. Es werde schließlich für einen guten Zweck gegessen und getrunken, so hatte Antje Wigger die Besucher zuvor ermuntert, es sich gut gehen zu lassen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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