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Drolshagen, 17. Februar 2017

Veranstaltung im Heimathaus Drolshagen

Gut besuchte Vorträge über Gasthof Bohne und Projekt „Eichener Mühle“

Gut besuchte Vorträge über Gasthof Bohne und Projekt „Eichener Mühle“
Foto: privat
Drolshagen. Bis auf den letzten Platz besetzt war der Vortragsraum im Heimathaus Drolshagen am Mittwoch, 15. Februar, bei den Vorträgen von Rudi Alterauge und Dr. Rolf Heinen. Dabei waren etliche Drolshagener sehr gespannt, ob einer ihrer Vorfahren noch im Anschreibebuch des ehemaligen Gasthof Bone stand. Aber Rudi Alterauge konnte sie beruhigen, eventuelle Schulden der Altvorderen waren längst verjährt.

Der aktive Geschichtswerkstättler erläuterte die wertvollen handgeschriebenen Dokumente aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die er seinerzeit aus dem Gasthof Bone retten konnte und die mit Unterstützung von Volksbank und Sparkasse Drolshagen und dem Heimatverein für das Drolshagener Land beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe fachmännisch restauriert wurden.

Die alten Aufzeichnungen, die er in einer (vom Medienfachmann des Heimatvereins für das Drolshagener Land Heinz Hesse erstellten) Power-Point-Präsentation auch optisch  den Zuhörern vertraut machte, zeigten unter anderem, wie viele Fuhren Holz ein Bauer für den damaligen Wirt Kasimir Bone fahren musste, bis seine „Schulden“ für die Schoppen Wacholder abgegolten waren.
Rudi Alterauge und ein Teilnehmer blättern in den alten Dokumenten.
Gleichzeitig wurde damit auch sichtbar, dass neben den Talern, Groschen und Pfennigen auch mit Naturalien und Dienstleistungen verrechnet wurde. Auch Gäste mit bekannten Namen, die seinerzeit im Gasthof Bone nächtigten, fanden sich in dem sorgfältig und mit fast kalligraphischer Hand geführten Gästebuch aus dem 19. Jahrhundert. Ein weiteres kleines Prunkstück brachte Alterauge mit: ein Gebetbuch, das der Mutter des bedeutenden Drolshagener Dichters und Pädagogen Ende des 18. Jahrhunderts geschenkt worden war, das dieser von seiner Mutter erhielt und auch an andere Verwandte weitergab, bis es schließlich in die umfangreiche historische Sammlung von Rudi Alterauge aufgenommen wurde.

Dr. Rolf Heinen stellte daraufhin das Projekt „Eichener Mühle“ vor. Dieses Drolshagener Kulturdenkmal auf halbem Weg zwischen Olpe und Drolshagen ist wohl die älteste noch erhaltene Betriebsstätte im Kreis Olpe und als Technisches Kulturdenkmal auch offiziell anerkannt. Bei diesem Denkmal handelt es sich gleichzeitig um eine Sägemühle und eine Kornmühle, die nach den von Dr. Rolf Heinen präsentierten Originalunterlagen mit drei Wasserrädern betrieben wurde. Die ersten Untersuchungen wiesen darauf hin, dass seit nunmehr 50 Jahren das Sägewerk unverändert geblieben ist. „Projekt Eichener Mühle“ Die Bemerkung eines Teilnehmers, dass man auch sagen könne, es sei seit 50 Jahren nicht mehr aufgeräumt geworden, überhörten die Eichener Mitbürger, die auch unter den Zuhörern waren. Dr. Heinen wies in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass dies ein Glücksfall sei, da man damit im Original anschauen könne, wie seinerzeit gearbeitet wurde.

Dr. Rolf Heinen stellte das „Projekt Eichener Mühle“ in seinem Vortrag ausführlich und mit einer Fülle von Belegen aus Originaldokumenten vor. Geplant ist dabei vor allem, in einem historischen Blick die Arbeitswelt in einem kleinen Betrieb im Drolshagener Land zu betrachten und Besuchern öffentlich zugänglich zu machen, aber auch mit einem Blick nach vorn die Chancen der Wasserkraft in den Blick zu nehmen.
Dabei wurde unter anderem auf Forschungsprojekte der Uni Braunschweig, die derzeit effiziente Hochleistungswasserräder für eine neue Wasserradtechnologie weiterentwickeln oder auf den erfolgreichen Betrieb des Horizontalwasserkraftwerks in Gengenbach verwiesen. Kinder werden vertraute Elemente wiederfinden, wenn sie die Funktionsmodelle zur Eichener Mühle als LEGO Modell betrachten und z.T. nachbauen können. Ein Drolshagener Unternehmen hat dabei bereits die nicht von LEGO bereitgestellten Teile wie das Modell des Wasserrads mit einem 3D-Drucker hergestellt.

Noch lange haben interessierte Gäste in der Gaststube des Heimathauses über die Themen diskutiert, sich die Dokumente von Rudi Alterauge angeschaut und über eine historische Mausefalle geschmunzelt, die der Sammler mitgebracht hatte.

Für Rudi Alterauge war dieser Abend auch eine persönliche Bereicherung, da der Gasthof Bone, das heutige Heimathaus, sein Geburtsort und berufliche Heimat als „Land-, Gast- und Forstwirt“ war. Die Gaststube des Heimathauses ist in ihrem ursprünglichen Stil erhalten und ein hervorragender Ort der Gastlichkeit und des Austauschs. Dass alles haben Gäste, Vorstand des Heimatvereins für das Drolshagener Land und die Referenten genießen und nutzen können.
(LP)

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