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Drolshagen, 20. Dezember 2017

Imkerverein Drolshagen

Erfolgreicher Abschluss bei „Imkern auf Probe“

Der Imkerverein Drolshagen hat die Winterbehandlung bei den Bienenvölkern abgeschlossen.
Der Imkerverein Drolshagen hat die Winterbehandlung bei den Bienenvölkern abgeschlossen.
Foto: privat
Drolshagen. Mit der Winterbehandlung der Bienenvölker am Samstag, 16. Dezember, ist das Ausbildungsjahr im Imkerverein Drolshagen beendet.

Während der Mitgliederversammlung des Imkervereins Drolshagen im Frühjahr 2016 stellte Jungimker Sven Walkhoff seine Idee zu dem Projekt „Imkern auf Probe“ vor. Dabei lag sein Augenmerk darauf, die Kosten für Interessierte gering zu halten und ihnen dennoch einen vernünftigen Einblick in das Hobby „Imkerei“ zu vermitteln. Das Thema wurde durch die Mitglieder diskutiert und im Anschluss einstimmig befürwortet. Durch verschiedene Mitglieder wurden sogar direkt mehrere Bienenbehausungen, sogenannte Beuten inklusive Zubehör gespendet.

Zusätzlich musste Material wie Imkerjacken, Stockmeisel und Smoker angeschafft werden, um eine Grundausrüstung für die Ausbildung bereit zu halten. Während des Ernte- und Tierschaufest 2016 wurde dann am Stand des Imkervereins Drolshagen das Projekt mit Flyern vorgestellt, sodass bereits im Dezember 2016 feststand, dass in diesem Jahr sechs Teilnehmer zu Jungimkern ausgebildet werden sollten.
Hintergrund zu „Imkern auf Probe“, erklärt von Sven Walkhoff:
„Dabei geht es in erster Linie darum, Interessierte an das Hobby Imkerei heranzuführen und die anfänglichen Kosten überschaubar zu halten, um den Grundstock für neue Imker und Bienenvölker zu legen.“, so Walkhoff, der die Ausbildung durchführt.

„Mir ist aber auch wichtig, einen leichten Ausstieg zu ermöglichen, wenn das Hobby nicht zusagt. Denn wer sonst mit der Imkerei anfangen möchte, benötigt eine Grundausrüstung die schnell mal 200 bis 300 Euro kostet, ohne dass man überhaupt schon eine Biene gesehen hat“, sagt der Imker. Rechne man Bienenvölker und Honigschleuder dazu, komme man schnell auf einen vierstelligen Betrag.

„Viele Interessierte, auch viele Jugendliche scheuen natürlich diese Erstanschaffung ‚auf gut Glück‘. In unserem Projekt bekommen die Teilnehmer die Grundausstattung erst einmal gestellt. Was sie anschaffen müssen, sind eigene Imkerhandschuhe und eine Ausbildungsmappe was zusammen nicht teurer als 60 Euro ist und später weiterverwendet werden kann. Zudem kommen jedes Jahr 50 Euro für die Ausbildung hinzu um die laufenden Kosten für die Völker zu decken, sodass die Kosten auf zwei Jahre gesehen rund 160 Euro betragen“, führt Walkhoff die Kosten auf. Auch theoretisches Wissen wird vermitteltAllerdings bekämen die Jungimker im zweiten Jahr den geernteten Honig aus den Schulungsvölkern sodass die Kurs-Kosten nahezu ausgeglichen werden. Im Kurs sollen die Azubis dabei, wie in einem vom deutschen Imkerbund (DIB) durchgeführten Imkergrundkurs auch, an sechs bis acht Ausbildungsvormittagen das theoretische Wissen über Bienen und artverwandten Insekte, die Imkerei selbst mit Völkerführung, Wachsgewinnung, Honigernte und -verarbeitung aber auch über das Thema Bienengesundheit, Hygiene und Rechtliches ausgiebig informiert und geschult werden.

Entgegen des DIB-Grundkurses wird die Praxisausbildung bei „Imkern auf Probe“ aber auf zwei Jahre ausgedehnt, um alle notwendigen Schritte zur Bildung, Aufzucht, Führung und Vermehrung von Bienenvölkern zu vermitteln. „Das finde ich sinnvoller, weil dadurch auch unerfahrene Jungimker gezielt und Stück für Stück lernen mit Bienen zu arbeiten. Die Praxisausbildung beginnt damit, dass wir im Frühjahr des ersten Ausbildungsjahres gemeinsam Ablegervölker bilden, die wir bis zum Winter großziehen. Parallel werden die Könginnenvermehrung und die Varroabehandlung gezeigt und ausgebildet, was mit dem eigentlichen DIB-Grundkurs vergleichbar ist“, sagt Walkhoff. Mehr Verantwortung im zweiten JahrIm zweiten Jahr seien die Azubis dann für Ihre Völker am Lehrbienenstand selbst verantwortlich, weden aber von erfahrenen Imkern aus dem Imkerverein Drolshagen weiterhin begleitet. „Dabei werden die Themen Königinnenzucht, Vermehrung, Honigernte & -verarbeitung und Varroabehandlung noch einmal vertieft. Am Ende des zweiten Jahres sind aus den Azubis dann Jungimker geworden, die über das grundsätzliche Wissen verfügen gesunde Bienenvölker zu besitzen und diese gesund zu halten. Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt einer gesunden Umwelt. Selbstverständlich bekommen unsere Jungimker bei Fragen oder Problemen auch im Anschluss weiterhin die hilfreiche Unterstützung im Verein“, so der Imker abschließend.
 

Für Fragen und weitere Informationen ist die Homepage des Imkervereins erreichbar. Außerdem können Fragen per Email an info@imkerverein-drolshagen.de gestellt werden.
(LP)

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