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Drolshagen, Drolshagen, 28. September 2015

Verwaltung und Fraktionen einbinden / Neuer Bürgermeister tritt Amt am 21. Oktober

Berghof sucht schnelle Lösungen für Finanzmisere

Im Musiksaal des Alten Klosters verfolgte Uli Berghof (CDU) den Wahlausgang.
Im Musiksaal des Alten Klosters verfolgte Uli Berghof (CDU) den Wahlausgang.
Fotos: Rüdiger Kahlke
Hände schütteln nachdem das Ergebnis feststand, dann feiern mit Parteifreunden. Am Montagmorgen, 28. September, richtete Uli Berghof (CDU), der am Sonntag in der Stichwahl mit 62,5 Prozent zum neuen Bürgermeister gewählt worden war, den Blick nach vorn. Was seine erste Amtshandlung sein würde, wenn er am 21. Oktober den neuen Job im Rathaus antritt, ließ Berghof offen. Eine Entscheidung beschäftigt ihn schon jetzt: der Bau von zwei Häusern, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Darüber soll der Rat bereits am 21. Oktober entscheiden. Zudem müsse man bei „den Finanzen über alles reden“.

Das Thema werde den Rest des Jahres bestimmen, glaubt der künftige Bürgermeister. Denn: 2017 muss die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen Mit der Verwaltung und den Fraktionen müsse man sich schnell Gedanken machen, wie das Ziel erreicht werden kann. Als Kämmerer in Wilnsdorf bringe er „einen Fundus an Ideen mit und weiß, wo die Stellschrauben sind“.
Etliche Drolshagener verfolgten und kommentierten die einlaufenden Wahlergebnisse.
Bis zum 20. Oktober hat Uli Berghof noch „ein paar Dinge“ in Wilnsdorf zu erledigen. So will er den Haushalt für 2016 aufstellen. Ob dann noch Zeit bleibt, ein paar Tage vor Antritt des neuen Amtes abzuschalten, werde man sehen. Familie in neuer Rolle In der Familie Berghof haben sich alle auf die neue Situation eingestellt. „Wir lassen das auf uns zukommen“, äußert sich Elke Berghof gegenüber LokalPlus. Sie sei sich bewusst, dass auch sie künftig häufiger im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen werde. Das sei auch schon im Wahlkampf so gewesen.
Elke Berghof hat sich darauf eingestellt, dass sie als Frau des künftigen Bürgermeister auch verstärkt im Blickpunkt steht.
„Fast jeder kennt einen“, sagt Elke Berghof, die sich klar darüber ist, dass „mehr auf einen geachtet wird“. CSU-Verhältnisse In vier der 18 Stimmbezirke, davon zwei Biefwahlbezirke, hatte Uli Berghof mehr als 70 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. 90,78 Prozent holte er an seinem Wohnort Iseringhausen. Ein selbsternannter Kommentar im Publikum sprach schon von Verhältnissen wie unter Franz-Josef Strauß. Lütticke gewinnt vier Bezirke Wie schon bei der Bürgermeisterwahl am 13. September, konnte Christoph Lütticke, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, erneut vier der Stimmbezirke für sich gewinnen. Neben Bleche waren das drei Bezirke in der Stadtmitte. Offenbar hatten Wähler, die zwei Wochen zuvor noch der SPD-Kandidaten Angelika König ihre Stimme gegeben hatten, ihre Stimme diesmal auf die verblieben Kandidaten verteilt. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Wahlbeteiligung mit 48,3 Prozent niedriger war als zwei Wochen zuvor (55,8 Prozent). Damit hat nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte von seinem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Auch in Drolshagen stellten die Nichtwähler somit den größten Anteil. Manche, so war zu hören, waren mit keinem der Kandidaten einverstanden und blieben deswegen der Wahl fern. Insofern ist der Rückhalt für Uli Berghof auch nicht so überwältigend, wie es das Wahlergebnis erscheinen lässt. Neben den Finanzen wird also auch die von Berghof und den anderen Kandidaten angesprochene Bürgerbeteiligung ein wichtiges Thema bleiben. Anstrengender Wahlkampf Sein Gegenkandidat, Christoph Lütticke, sicherte nach der Wahl eine professionelle Zusammenarbeit zu. Der Wahlkampf sei „keine Belastung für die künftige Zusammenarbeit“, sagt Lütticke im Gespräch mit LokalPlus. Er leitet das Bauamt der Stadt Drolshagen. Lütticke räumte ein, dass es „ein anstrengender Wahlkampf war“. Er habe viele Gespräche geführt, die ihn „auch nachhaltig prägen werden“. Der Familien, allen voran seiner Frau, die als „Wahlkampfbüro“ agiert habe, dankte er für die Unterstützung. Die Stichwahl als Einzelbewerber erreicht zu haben, sei schon „ein kleiner Erfolg“ gewesen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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