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Drolshagen, 14. September 2016

2017 geht Sanierung in neuer Kirche weiter / Pfarrer denkt auch an Kredite

Basilika-Eröffnung für 5. Dezember vorgesehen

Mit dem Gerüst erinnert der Innenraum der Basilika eher an eine technische Anlage als an eine Kirche.
Mit dem Gerüst erinnert der Innenraum der Basilika eher an eine technische Anlage als an eine Kirche.
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Der Chor ist schon ein Lichtblick. Wer zwischen den Gerüsten durch- und an Farbeimern entlanggeht, kann erahnen, wie die Basilika bald aussehen wird: frisches Weiß an Decke und Wänden. Als heller, blau-goldener Blickfang das Opferlamm, über allen stehend. Noch aber prägen Stahlstreben und Bohlen das Bild des Teils der Pfarrkirche St. Clemens, dessen Alter auf das 11. Jahrhundert, vielleicht auch früher zu datieren ist.
Anfang Dezember 2015 hatten die Renovierungsarbeiten begonnen. Zum Ernte- und Tierschaufest am kommenden Wochenende sollte die Basilika in neuem Glanz erstrahlen. Daran ist nicht zu denken, wie beim Gang durch die Baustelle deutlich wird. Als neuen Termin zur „(Wieder-)Eröffnung der tausend Jahre alten Kirche hat Pfarrer Markus Leber jetzt den 5. Dezember im Visier. „Dann ist der Festtag des heiligen Anno“, sagt der Pfarrer. Und der, nämlich Bischof Anno von Köln (1050-1075), gilt als Gründer der Kirche. Gerüste fünf Stockwerke hoch Bei hochsommerlichen Temperaturen ist es in der Kirche erfrischend kühl. Kühl wirkt auch der eingerüstete Innenraum. Spricht man angesichts von Hochöfen oder monumentalen Stahlkonstruktionen gerne von „Kathedralen der Technik“, wirkt jetzt die Kirche wie ein technisches Konstrukt. Über fünf Stockwerke erstrecken sich die Gerüste. Leuchtstofflampen sorgen punktuell für Helligkeit. Zwischen den Steinsäulen, die teilweise schon neu gestrichen sind, und den Metallstreben des Gerüsts fällt ein Lichtstrahl durch die bleiverglasten Fenster im oberen Bereich. „Die Kapitele im Seitenschiff und die Säulen müssen noch gestrichen werden“, weist Markus Leber beim Rundgang auf ausstehende Arbeiten hin. Basilika und Neubau müssen noch thermisch getrennt werden. Das soll helfen, künftig Heizkosten zu sparen. Fenster müssen noch erneuert werden, ebenfalls aus energetischen Gründen. Die Orgelbühne wird vergrößert. Ja, die Orgel soll auch erneuert werden. Aber damit, so der Hausherr, ist erst im Laufe des nächsten Jahres zu rechnen. Intensive Diskussionen mit Denkmalamt Viel Zeit sei mit den Diskussionen mit der Denkmalpflege draufgegangen, blickt der Pfarrer zurück. Grund: die Farbgestaltung. Sie sollte möglichst den alten Ton treffen. Im Altarraum machte Feuchtigkeit dem Bauherrn und den Handwerkern zu schaffen, bis klar war, „dass der Stein viel Feuchtigkeit zieht“, so Pfarrer Leber. Zudem war der „Putz schlechter als gedacht“. Mannshoch musste er abgeklopft und neu aufgebracht werden. Wo es möglich war, kamen heimische Handwerker zum Zuge. Mit dem historischen Anstrich wurde eine Fachfirma aus Paderborn beauftragt. In luftiger Höhe, fast unter der Decke, malen sie an den Säulen – gut gesichert durch das Gerüst. Sie müssen auch nicht, wie Michelangelo einst in der Sixtinischen Kapelle, auf dem Rücken liegend malen.

In den nächsten Wochen ist neben den ausstehenden Arbeiten Geduld gefragt, „wenn es ums Trocknen geht“, zeichnet Markus Leber den weiteren Ablauf vor. Ja, und dann muss auch noch das Gerüst raus. Mit dem Zeitplan ist der Pfarrer ebenso zufrieden wie mit dem Kostenplan. Rund 600.000 Euro Eigenanteil waren für die Renovierung veranschlagt. Im Augenblick „kleckert es etwas“, meint Markus Leber mit Blick auf die Spendeneingänge, ist aber überzeugt, dass sich das noch ändert, „wenn die die Leute den schönen Raum sehen.“ Etwa 50.000 Euro fehlen noch zur Finanzierung. Niedrige Zinsen als Anreiz für neue Investitionen Dass das Geld noch reinkommt, steht für den Pfarrer außer Frage. Der Chef der Kirchengemeinde plant schon weiter. Neben der Orgel für die Basilika steht für 2017 auch die Renovierung der neuen Kirche an. „Bei den Zinsen kann man sich auch mal einen Kredit leisten“, schmunzelt der Pfarrer. Und das Bistum wird der St. Clemens-Gemeinde auch dabei unter die Arme greifen. „Anstrich, Fußboden, Orgel“, listet Leber als renovierungsbedürftig auf und hofft: „Dann ist wieder 30 Jahre Ruhe.“
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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