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Drolshagen, Drolshagen, 12. November 2015

Bau eigener Unterkünfte zunächst vom Tisch / Berghof: Integration in kleinen Einheiten besser

Asyl: Bürgermeister setzt auf dezentrale Lösung

Bürgermeister Uli Berghof setzt auf kleine Einheiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen.
Bürgermeister Uli Berghof setzt auf kleine Einheiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Die Stadt Drolshagen richtet sich darauf ein, weitere Flüchtlinge unterbringen zu müssen. Mit neuen Zuweisungen könnte nach derzeitigem Stand schon Ende Januar zu rechnen sein. Das sagte Bürgermeister Uli Berghof auf Anfrage von LokalPlus.

Auf verschiedenen Wegen will Berghof dabei vor allem privaten Wohnraum akquirieren. Eine entsprechende Aufforderung hat die Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Ein gleichlautender Aufruf wird in Pfarrnachrichten des Kirchspiels Drolshagen veröffentlicht. Berghof hofft damit weiteren privaten Wohnraum zu mobilisieren. Sein Ziel ist es, „auf große Bauwerke zu verzichten, solange es geht“. Erst wenn es nicht mehr reicht, sollte die Stadt selbst aktiv werden. Vorerst keine eigene Baumaßnahme Damit ist auch eine Entscheidung über den Bau von zwei Unterkünften in Holzständerbauweise zunächst vom Tisch. Ein Beschluss darüber war in der Ratssitzung im Oktober nicht gefasst worden. Die Unterkünfte sollten etwa 100 Personen Platz bieten. Zwei Standorte waren dafür im Gespräch.
Große Unterkünfte wie die Turnhalle „In der Wünne“ oder die zunächst geplanten Neubauten in Holzständerbauweise behindern nach Ansicht von Berghof die Integration.
„Wir integrieren die Menschen nicht in großen Einrichtungen“, so Berghof. Sein oberstes Ziel sei jedoch eine schnelle Eingliederung der Flüchtlinge. Das gelinge „am besten in kleinen Einheiten“. Die Menschen müssten in der Mitte der Gesellschaft leben. Ein gutes Beispiel sei das Patronatsfest gewesen. Bei dem „Fest der Begegnung“ hätten Asylsuchende und Gemeindemitglieder bunt gemischt nebeneinander gesessen. „Das wünsche ich mir für das tägliche Leben“, sagte Uli Berghof. „Atempause“ nutzen Mit Einrichtung der Erstaufnahme-Unterkunft in der Turnhalle „In der Wünne“ hat die Stadt Drolshagen eine Atempause, was die Zuweisung von Flüchtlingen angeht. Knapp 200 Personen, so Berghof, hatte man anfangs auf dem „Guthaben“. Die Zahl sei inzwischen schon auf etwa 160 abgeschmolzen. „Das geht in kurzer Zeit rapide nach unten“, so der Bürgermeister, der damit rechnet, dass bereits Ende Januar neue Zuweisungen erfolgen könnten. Daher suche die Stadt bereits jetzt weiteren Wohnraum. Um ein Polster an Aufnahmemöglichkeiten zu schaffen, sei man dabei, Wohnraum anzumieten und entsprechende Gespräche zu führen.

Hinweise auf weitere Unterbringungsmöglichkeiten sind erwünscht. Die Stadt bietet eine ortsübliche Miete. Mieter und somit Vertragspartner in den abzuschließenden Mietverträgen wird die Stadt Drolshagen sein. Auch für die problemlose Abwicklung des Mietverhältnisses sind die Stadtverwaltung und der Bürgermeister selbst Ansprechpartner.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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