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Attendorn, 03. Dezember 2017

Besucher kamen nicht auf einen Schlag / 500 Produkte mehr als 2016

Weniger Andrang bei Adventsausstellung in der JVA

Weniger Andrang bei Advents-Ausstellung in der JVA
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Die JVA Attendorn hat am Sonntag, 3. Dezember, wieder ihre Tore für die jährliche Adventsausstellung geöffnet. Rund 2900 Holzprodukte, Gestecke und über 2700 Holzfiguren warteten auf Käufer - und die kamen, wenn auch nicht alle auf einen Schlag wie in den vergangenen Jahren.

Ob es am Schnee lag, konnten die Verkaufsprofis in der JVA auch nicht sagen. Waren im vergangenen Jahr schon in der ersten Stunde 1000 Besucher in den Verkaufsräumen unterwegs,  so waren es in diesem Jahr rund die Hälfte. „Wir haben ja bis 17 Uhr auf“, ist Rita Burghaus optimistisch. Sie sitzt am Eingang und zählt die Menge der Besucher. Für die, die direkt am Anfang kamen, war es in diesem Jahr angenehmer als in der Vergangenheit. Sie hatten die Möglichkeit, die vielen Produkte in Ruhe in Augenschein zu nehmen und auszusuchen. Gedränge wie in der Vergangenheit: Fehlanzeige. Auch an der Kasse waren zunächst nicht meterlange Schlangen. Gekauft wurde aber trotzdem. Besonders gefragt war neben Spielzeug wie in jedem Jahr: Vogelhäuschen.

Und Sorge, dass es zu wenig Ware gibt, musste sich auch niemand machen. Immerhin hatten die Inhaftierten in diesem Jahr  rund 500 Produkte mehr als im Jahr zuvor gefertigt. Besonders begeistert waren natürlich die Kinder, die immer wieder das Spielzeug direkt vor Ort ausprobierten. So wird sicher der ein oder andere Wunschzettel noch umgeschrieben und ergänzt. Aber auch das dürfte für das Christkind kein Problem sein, denn auf dem Attendorner Weihnachtsmarkt vom 13. bis 17. Dezember und auf dem Weihnachtsmarkt in Bergneustadt am 16. und 17. Dezember ist auch ein Stand der JVA mit den Produkten aus der eigenen Fertigung.

Wer auch hier verhindert ist, kann sein neues Lieblingsstück ab Dezember montags und dienstags von 10 bis 15 Uhr und mittwochs bis freitags von 10 bis 13 Uhr im Knastladen käuflich erwerben. Dann allerdings sollte man auf jeden Fall neben Bargeld auch seinen Personalausweis in der Tasche haben, um in die JVA zu kommen - und wieder hinaus! Außerdem können unter www.knastladen.de ganzjährig Produkte aus den JVAs in NRW erworben werden. Arbeitstherapie Holz Der Verkaufserlös geht in die Kasse der Arbeitstherapie Holz. Damit  werden weiteres Material und Werkzeug für das kommende Jahr angeschafft. Der Lohn für die Inhaftierten hingegen ist weit unter dem, der in der freien Wirtschaft gezahlt wird.  Das macht alle Produkte unschlagbar günstig.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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