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Attendorn, Attendorn/Lichtringhausen, 6. September 2015

Sammelaktionen für Flüchtlinge finden gewaltiges positives Echo

Welle der Hilfsbereitschaft

Feuerwehr und Flüchtlinge freuen sich über Unterstützung
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Die Welle der Hilfsbereitschaft am Samstag in Attendorn und Lichtringhausen hat die Organisatoren förmlich überrollt: Kleider- und Spielzeugspenden im Feuerwehrhaus Lichtringhausen stapelten sich in kürzester in drei Räumen, und beim CDU-Ortsverband an der Hansastraße wurde der Keller zum Möbelhaus.

Im Minutentakt kommen die Autos bei der Sammelstelle der CDU vorgefahren. Thorsten Wurm, Martin Friedrich, Christine Viegener und Martin Kraemer haben alle Hände voll zu tun, um die Spenden entgegenzunehmen. Kinderbetten, Kinderwagen, Buggys, Schränke, Küchenzubehör; der Strom der Hilfsbereitschaft nimmt nicht ab.

„Wir haben sogar originalverpackte Schränke“, erzählt Martin Kraemer. Ein weiteres Auto fährt vor. Eine Frau hat ebenfalls einen originalverpackten Schubladenschrank eines großen schwedischen Möbelhauses im Kofferraum. „Den haben wir mal gekauft und nie aufgebaut. Jetzt erfüllt er wenigstens noch einen guten Zweck“, sagt sie. Originalverpackt oder gut erhalten Eine Mutter gibt zum Unverständnis ihrer kleinen Tochter einen Kinderwagen ab. „Das ist meiner“, ist der Nachwuchs im ersten Moment noch geschockt, doch die Mutter erklärt ihr: „Du bist jetzt groß und brauchst ihn nicht mehr.“ Das gilt auch für die Kinderbetten, die abgegeben werden. Hinzu kommen kistenweise Küchenutensilien von Geschirr über Besteck bis hin zu Töpfen und Pfannen. „Die Spenden sind alle gut erhalten. Keiner ist gekommen und hat seinen Sperrmüll abgeliefert.“, freut sich Martin Kraemer.
Allerdings waren die ersten Spender schon am Freitag vor der Tür. „Ein falscher Termin ist abgedruckt worden, und so sind schnell ein paar Senioren eingesprungen, die die Spenden entgegen genommen haben“, sagt Martin Kraemer.Allerdings konnte sie trotzdem nicht alle Spenden annehmen. „Jemand wollte uns sein Sofa überlassen, aber so etwas steht zurzeit nicht auf der Liste, der Dinge, die benötigt werden“, erklären die Helfer. „Wir haben uns natürlich mit Christiane Plugge von der Stadt abgestimmt, was benötigt wird. Auch nicht alle Betten konnten angenommen werden. Sie sollten 2 x 0,9 Meter sein, denn die Stadt kauft die dazu passenden Matratzen.“ Aus zwei werden 15 Helfer In Lichtringhausen ist das Feuerwehrhaus innerhalb von zwei Stunden nicht mehr wiederzuerkennen. Andrea Boos, Ehefrau des Löschgruppenführers, verschwindet fast unter den ganzen Spenden. „Wir waren so naiv und standen heute Morgen zu zweit hier, um die Spenden entgegenzunehmen.“ Jetzt sind schon 15 Helfer im Einsatz, und die Frauen der Wehr aus Attendorn haben sich gerade als Unterstützung angemeldet.
Ein Raum ist gefüllt mit Spielzeug, die Wagenhalle ist voll mit Kleiderspenden. Nebenan im Gemeinschaftsraum sortieren freiwillige Helfer die Kleiderspenden nach Größen. „Die Leute kamen nicht nur hier aus dem Bezirk, sondern auch aus Siegen und dem Hochsauerlandkreis. Es war beeindruckend“, freut sich Andrea Boos über so viel Hilfe.
Nebenan in der ehemaligen Grundschule leben seit dieser Woche schon zwei Flüchtlingsfamilien aus dem Irak und Albanien (LokalPlus berichtete). Sie können so viel Unterstützung gar nicht glauben. Die Feuerwehrfrauen laden sie ein, sich Kleidung auszusuchen. Beide Frauen zögern zunächst, doch bei Kleidung für ihre kleinen Kinder greifen sie gerührt zu. „Allein dafür hat es sich gelohnt“, sind sich die Helfer einig.

Die Bilder von der Spendensammlung der CDU:
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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