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Attendorn, Attendorn, 27. März 2016

Fichten für Osterkreuze geschlagen

Waterpoote bringt besten Baum

Waterpoote bringt besten Baum
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Geduld mussten die Besucher am Samstagabend, 26. März, auf dem Alten Markt in Attendorn schon mitbringen. Um 17.30 Uhr sollten eigentlich die vier Porten auf dem Platz mit ihren Osterkreuzen einziehen. Eigentlich, denn als letztlich das Spektakel begann, war es 18.30 Uhr.

Es ist ein festes Ritual, was jedes Jahr in Attendorn an Karsamstag ansteht.
Nach dem Semmelsegnen gehen die Poskebrüder der vier Attendorner Porten in den Stadtwald oberhalb der Hubertushütte, um die Fichten für die Osterkreuze zu schlagen. Diese wurden tags zuvor in Augenschein genommen und jede Porte war sich auch in diesem Jahr wieder sicher, das ist der größte, dickste – kurzum der beste Baum für das Osterkreuz auf unserem Kopf. An Karsamstag ziehen die Poskebrüder los, um genau diesen Baum mit Axt und Säge zu fällen. Doch auch in diesem Jahr ging nicht alles so reibungslos wie geplant. Pünktlich um 15 Uhr mit dem Blasen des Horns setzten die Poskeväter der vier Porten zum ersten Schlag an. Dann war Muskelkraft und Augenmaß gefragt, um den Baum zu fällen und unbeschadet zu Boden zu bringen. Das gelang der Kölner Poorte im ersten Versuch nicht. Der Baum wies zwei irreparable Trümmerbrüche auf. Als musste ein zweiter Baum gefällt werden.
Noch schlimmer traf es in diesem Jahr die Niederste Porte. Sie musste gleich drei Bäume fällen, um ihr Osterkreuz zu bekommen. Die Ennester Pote und die Waterpoote schafften es schon mit dem ersten Versuch und die Waterpoote bewies wieder das richtige Augenmaß. Mit einer Länge von 35,80 Meter und einem Stammumfang von 1,38 Meter hatten sie in diesem Jahr den längsten und dicksten Baum ausgesucht und geschlagen. Herbert Lenninger, der seit mehr als 25 Jahren die Bäume vermisst und die Maße in sein legendäres Buch einträgt, konnte feststellen: „So einen langen Baum hatten wir noch nie.“ Nicht fehlen durfte natürlich anschließend das Poskelied, was Poskebrüder wie Besucher über den Marktplatz aus vollem Halse schmetterten. Danach zogen die vier Porten auf ihre jeweiligen Osterköppe, wo am Sonntag pünktlich um 21 Uhr die vier Feuer der Stadt entzündet werden.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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