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Attendorn, Attendorn-Mecklinghausen, 28. Dezember 2015

„Reenex“-Jungunternehmer unterstützen soziale Einrichtungen

Vermittler, Helfer und Marketing-Experten

Wie zwei Jungunternehmer sozial helfen
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Die Idee ist simpel. Auf der einen Seite ist ein Unternehmen mit einem Etat für Sponsoring. Auf der anderen Seite eine soziale Einrichtung, deren finanzielle Mittel nicht immer für alle Anschaffungen reichen. Und dazwischen ist das Start-up-Unternehmen „Reenex“. „Wir wollen genau zwischen diesen beiden Seiten vermitteln“, erklären Marvin Löcker und Marc Waschke.

Die beiden Jungunternehmer machten zusammen Abitur am Rivius Gymnasium gemacht, spielten mal zusammen in einer Band und jetzt haben sie zusammen ihr erstes eigenes Unternehmen gegründet. Marvin Löcker ist eigentlich Student an der Fachhochschule in Meschede. „International Management“ ist sein Studienfach. Marc Waschke studiert in Siegen Medienwissenschaften.

„Doch wir müssen beide noch neben dem Studium Geld verdienen“, sagen sie. Während Marvin Löcker zunächst sein Zubrot bei der Pflege der Außenanlagen eines Hotels verdiente, stapelte Marc Waschke Getränkekisten in einem Supermarkt. „Beide Jobs fanden wir nicht wirklich prickelnd.“ So entschlossen sich die zwei, wir machen etwas, was wir können „oder zumindest gerade lernen.“ Auf der Suche nach einer Nische „Erst wollen wir Logos für Firmen erstellen, aber da gibt es schon jede Menge Anbieter. Wir haben schließlich ganz gezielt eine Nische gesucht“, erzählt Marc Waschke den Werdegang. „Als meine Oma im Krankenhaus war, habe ich gesehen, dass viele Dinge, die das Leben hier für alle leichter machen würden, nicht finanzierbar sind. Das gilt auch für viele andere soziale Einrichtungen.“
Marc Waschke (links) und Marvin Löcker.
Und so nahm die Idee, in dieser Richtung etwas auf die Beine zu stellen, langsam Gestalt an. „Social Sponsoring“ heißt das Zauberwort. „Mein Vater arbeitet unter anderem auch für die Medizin- und Reha-Branche und konnte uns wertvolle Unterstützung geben“, ergänzt Marvin Löcker. In dieser Firma haben die beiden Jungunternehmer auch einen Raum bekommen. Das ist das Büro von Reenex.
Doch zunächst galt es, den Bedarf zu ermitteln. „Wir sind ganz klassisch zu den Einrichtungen gegangen, haben unsere Idee vorgestellt und nachgefragt, was fehlt. Auf der anderen Seite haben wir uns bei Unternehmen und Herstellern vorgestellt, um sie als zukünftige Sponsoren zu gewinnen.“

Schon bald gab es die ersten Anfragen. „Zurzeit soll der St. Josefs Kindergarten in Attendorn einen Kinderbus bekommen. Ein Sponsor ist auch schon gefunden, und so können wir im Januar den Kinderbus übergeben.“ Damit ist es den Mitarbeitern möglich, mit mehreren Kindern, ob U3 oder im Rahmen der Inklusion, Ausflüge zu machen. Kostenloses Marketing für den Sponsoren Und was hat der Sponsor davon, wenn er „Reenex“ als Zwischenstation einschaltet? „Wir kümmern uns um alles“, versprechen die zwei. Dabei geht es nicht nur darum, ein perfektes Marketing-Konzept für die Aktion zu erstellen, es erfolgt auch eine umfangreiche Veröffentlichung. Dabei dienen nicht zuletzt die sozialen Medien für die Verbreitung der guten Tat. „Außerdem machen wir von der gesamten Aktion einen Film, der in sozialen Netzwerken, aber auch als Werbefilm für die Firmen zusammengestellt wird.“
Bis Mitte kommenden Jahres wollen die beiden sehen, ob die Idee, die sie haben, auch in der Realität bestehen kann. „Es wäre toll, wenn wir von Sponsoren feste Beträge aus ihrem Werbeetat bekommen könnten, mit denen wir planen können“, wünschen sich die beiden, die pro erfolgreiche Aktion eine Provision bekommen. Nächstes Projekt: Kindergarten-Turnhalle Noch ist das junge Start-up-Unternehmen ganz am Anfang. Die Seite derer, die sich Unterstützung wünschen, ist groß. Sponsoren hingegen werden benötigt. „Als nächstes hat uns der Kindergarten ,Rappelkiste´ um Hilfe gebeten. Hier muss die Turnhalle umgebaut und mit Therapiematerial ausgestattet werden. Jetzt suchen wir den passenden Sponsor für das Projekt.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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