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Attendorn, Attendorn, 10. Mai 2016

Helios Klinik: Chefarzt Harald Führer referiert über Erweiterung der Bauchschlagader

Unbekannte Gefahr

Harald Führer ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie an der Helios Klinik Attendorn.
Harald Führer ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie an der Helios Klinik Attendorn.
Foto: Kathrin Menke
Unter einer Erweiterung der Bauchschlagader leiden in Deutschland geschätzt 65.000 Menschen, 90 Prozent davon Männer. Besonders die Altersgruppe ab 65 Jahren ist betroffen. Harald Führer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie an der Helios Klinik Attendorn, rät deshalb Menschen im fortgeschrittenen Alter zu einer Vorsorgeuntersuchung per Ultraschall. Denn: Eine stark erweiterte Bauchschlagader führe, wenn sie platzt, meist zum Tode. Um über die davon ausgehenden Gefahren zu informieren, lädt Führer für Mittwoch, 11. Mai, ab 16 Uhr zum Vortrag "Wenn die Blutbahn schwächelt: Behandlung des Bauchaortenaneurysmas" in die Helios Klinik ein.

Die betreffende Schlagader liegt im hinteren Bauchraum vor der Wirbelsäule. Im Normalzustand hat sie einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Je mehr sich die Bauchaorta erweitert, desto größer werde das Risiko einer Ruptur. „Einen offenen Riss überlebt nur die Hälfte derer, die noch lebend das Krankenhaus erreichen“, so Führer. Beschwerden im Falle einer Erweiterung der Bauchschlagader seien linksseitige Rückenschmerzen sowie ein stechender Flankenschmerz.

Allerdings könnten sich Menschen, die keine vergleichbaren Symptome verspüren, nicht automatisch sicher fühlen. „Die meisten Aneurysmen verursachen keine Beschwerden“, sagt der Gefäßchirurg. Zwei OP-Möglichkeiten Zwei Operationsverfahren böten sich zur Behandlung des Bauchaorten-Aneurysmas derzeit an: Im Rahmen der Standardmethode wird nach einem Bauchschnitt der erkrankte Teil der Schlagader entfernt und durch eine Kunststoffprothese ersetzt. Seit etwa 25 Jahren besteht auch die Möglichkeit, das Aneurysma mit Hilfe eines sogenannten Stents zu behandeln. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um ein mit Kunststoff bezogenes Drahtgitter-Röhrchen, das per Katheter in dem betroffenen Teil der Bauchschlagader platziert wird.

Diese Methode ist für den Patienten zwar schonender, allerdings müssen die Patienten in einigen Fällen nachbehandelt werden. Die beste Operationsmethode ist abhängig von vielen Faktoren, die Harald Führer in seinem Vortrag vorstellen wird. Für Fragen ist im Anschluss Gelegenheit. (LP)

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