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Attendorn, Attendorn, 20. November 2015

Herzinsuffizienz: Helios Klinik setzt für Behandlungen neues Ultrafiltrationsgerät ein

Technik zur schonenden Entwässerung

Chefarzt Dr. Doldi und Schwester Jacqueline mit Patient Josef Springob, der mit dem Ultrafiltrationsgerät behandelt wurde.
Chefarzt Dr. Doldi und Schwester Jacqueline mit Patient Josef Springob, der mit dem Ultrafiltrationsgerät behandelt wurde.
Foto: Kathrin Menke
Patienten mit Herzschwäche, sogenannter Herzinsuffizienz, lagern Wasser im Gewebe und in der Lunge ein. Mit einem neuen Ultrafiltrationsgerät, das die Helios Klinik Attendorn als eine der ersten Kliniken bundes- und weltweit betreibt, lässt sich überschüssiges Wasser in kurzer Zeit aus dem Körper entfernen. Das Verfahren sei für den besonders schonend und verkürze den Krankenhausaufenthalt, teilt die Klinik mit.

„Unsere Patienten profitieren in mehrfacher Hinsicht von diesem neuen Gerät“, sagt Dr. Stephan Doldi, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin. „Zum einen durch den kleineren Zugang und zum anderen, weil die Prozedur in wenigen Stunden ohne wesentliche Belastung des Kreislaufes das leistet, wofür sonst eine Dialyse notwendig wäre.“

Allerdings: Die Methode stelle keinen Ersatz einer Dialysebehandlung bei dialysepflichtigen Patienten dar. Giftstoffe, die bei ausgefallener Nierenfunktion ebenfalls anfallen, könnten durch Utrafiltration nicht entfernt werden. Es werde allein überschüssiges Körperwasser aus dem Blut entfernt, um Herz und Nieren zu entlasten. Klinik übernimmt Vorreiterrolle Wie die Klinik weiter mitteilt, ist Attendorn der zweite Standort in Deutschland und der dritte weltweit, an dem das System zur Behandlung von herzinsuffizienten Patienten angewendet wird.

Über dieses Verfahren werde dem Blut das überschüssige Wasser entzogen. Hierzu sei lediglich ein kleiner venöser Zugang erforderlich, ähnlich dem einer Infusion, über den Wasser abgefiltert werden kann. Die Menge wassertreibender Medikamente werde dadurch gesenkt, die Nierendurchblutung gefördert und deren Funktion somit weniger belastet. (LP)

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