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Attendorn, 26. Oktober 2017

Projekt der Lehrwerkstatt Attendorn

„Technik Camp“: 30 Schüler bauen „Lichtspürhund“

„Technik Camp“: 30 Schüler bauen „Lichtspürhund“
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn/Kreis Olpe. Mit dem „Technik Camp 2017“ hat die Lehrwerkstatt Attendorn (LEWA) in der ersten Woche der Herbstferien einen Vier-Tage-Projektkurs angeboten, der auf spielerische Art und Weise Möglichkeiten und die Faszination von Technik vermitteln sollte – und zwar praxisnah. Am Ende konntes jeder der rund 30 jugendlichen Teilnehmer, die aufgeteilt waren in zwei Kurse, seinen eigenen „Lichtspürhund“ mit nach Hause nehmen.

Herbstferien und trübes Wetter. Da lockt der Fernseher oder die heimische Spielkonsole – oder aber das „Technik Camp“ der LEWA. Das hatten sich wohl auch die Mädchen und Jungen der sechsten bis achten Klassen aus dem ganzen Kreis Olpe und dem benachbarten Plettenberg gedacht und sich sich erfolgreich um einen der begehrten Plätze im Camp beworben.

Eines der Kinder mit dem Lötkolben in der Hand ist Luke Nennstiel aus Finnentrop. Der Elfjährige besucht die Lessing-Realschule in Grevenbrück. Hier wie auch in vielen anderen Schulen machten die Azubis der LEWA für das „Technik Camp“ Werbung. Bei Luke Nennstiel hat das geklappt. „Technik und selber löten finde ich richtig spannend“, sagt der Schüler. Schreiner oder Architekt möchte er später mal werden. Azubis als Ansprechpartner Nummer eins Neben ihm sitzt Nico Langenbach am Tisch und montiert gerade noch ein paar Drähte an seinen Licht-Spürhund. Die komplette Bauanleitung liegt vor ihm und  zeigt ihm jeden Arbeitsschritt. „Ich wollte schon in den Sommerferien ins Camp, aber da waren alle Plätze belegt“, so der 13-Jährige aus Plettenberg. Umso größer war die Freude, dass es nun geklappt hat. Kabel, Widerstände und Transformatoren sind seine Welt ,und Ingenieur möchte er später werden, das ist schon jetzt klar für ihn.
So etwas freut Ausbildungsleiter Andreas Sommerhoff. Er betreut das Projekt mit Unterstützung dreier Azubis aus dem ersten Lehrjahr und einem, der sich im zweiten Lehrjahr befindet. Einer dieser Auszubildenden ist Nick Gladnov, der im ersten Ausbildungsjahr als Elektroniker für Betriebstechnik ist und mit den anderen Azubis den Prototyp erstellt. Nun hilft er den Schülern, wenn es mal klemmt. „Die Azubis sind auch altersmäßig näher an den Schülern, so dass sie ohne Hemmung fragen, wenn sie nicht weiter kommen“, weiß Andreas Sommerhoff. Aktiv gegen Fachkräfte-Mangel Ziel des LEWA-Projektes ist es, dem Nachwuchs auf spielerische Art und Weise  die „Faszination Technik“ zu vermitteln. „Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Dagegen müssen wir aktiv etwas unternehmen. In der achten Klasse gibt es für die Schüler die Berufsfelderkundung. Zu diesem Zeitpunkt und noch früher müssen wir ansetzen und für diese Berufe begeistern“, erklärt Sommerhoff. Hier im Camp ist für uns die Förderung der Konzentration, des Teamgeistes und der Freude beim technischen Basteln wichtige begleitende Aspekte. Wissen und Fähigkeiten aus den Bereichen Mechanik und Elektronik werden nicht vorausgesetzt, aber behutsam und zielbewusst eingeführt.“
Der Prototyp.
Begeistert sind auch Ileen Marie Habtai und Daline Stinn. Die beiden Freundinnen sind ebenfalls im Camp. Mädchen sind zwar noch in der Minderheit, aber auf dem Vormarsch. Beide finden es klasse und wollen auch das kommende Camp im Sommer besuchen. Dann soll ein Fahrzeug mit zwei Rädern gebaut und über eine App programmiert werden. Felix Kersting hat schon mal einen Prototyp erstellt und lässt ihn durchs Büro fahren. „Die Verkleidungsteile sowohl für den Licht-Spürhund wie auch für das Zweirad, das Zerberus heißt, werden an unserem eigenen 3D-Drucker erstellt“, sagt Kersting. Wenn der Licht-Spürhund fertig ist, kann er im Modus „Motte“ im verdunkelten Raum dem Lichtstrahl einer Taschenlampe folgen und als „Spürhund“ auf einer schwarz-weiß markierten Fahrbahn automatisch der weißen Spur folgen. „Jeder darf am Ende seinen „Lichtspürhund“ mit nach Hause nehmen. Dazu gibt es noch ein kleines Präsent, ein Zertifikat – und – seitens der LEAQ und sicherlich auch seitens einiger heimischer Unternehmen – die Hoffnung, den Grundstein für zukünftige Technikbegeisterung gelegt zu haben. 

„Mal schauen, wer im Sommer zum nächsten Technik Camp wieder kommt und den Zerberus baut“, sagt Sommerhoff. Fest steht: Einen neuen Kurs wird es auch im Herbst 2018 geben.
Alle Teilnehmer inklusive der Azubis stellten sich auch für ein Gruppenfoto zusammen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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