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Attendorn, 05. Juli 2017

Forschungsprojekt zum Thema Müll

„Plastikpiraten" der St. Laurenitus Schule an der Bigge im Einsatz

Die Plastikteile werden von den Schülern eingesamelt und dokumentiert.
Die Plastikteile werden von den Schülern eingesamelt und dokumentiert.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Im Wissenschaftsjahr 2017 gehen Jugendliche deutschlandweit auf Expedition. Dazu gehören auch zwölf Mädchen und Jungen der St. Laurentius Schule, die derzeit als „Plastikpiraten" im Einsatz sind. Ihre Aufgabe ist es, das Vorkommen von Plastikmüll in und an der Bigge unterhalb der Burg Schnellenberg zu erforschen und zu dokumentieren. Das ganze geschieht im Rahmen der Initiative des Bundesministeriums für Forschung und Bildung.

Eigentlich sieht die Bigge an der Schafsbrücke ganz idyllisch aus - wenn da nicht der Müll wäre. Egal ob Plastik, Glas oder Zigaretten, überall ist Unrat zu finden. Am Ufer, im Gebüsch, aber auch im Wasser. Diese Erfahrung machten auch die  Schüler vor Ort.

Thomas Kalla ist derzeit Lehramtsanwärter an der St. Laurentius Schule, der Förderschule für geistige Entwicklung  in Attendorn. Zusammen mit Schülern der Berufspraxisstufe B1 bildet er ein Forschungsteam, das die Kieler Forschungswerkstatt  mit wichtigen Daten über Plastikmüll versorgt. Bei der Werkstatt handelt es sich um einen Zusammenschluss von Universitäten und Schulen, die flächendeckend  aus ganz Deutschland die Ansammlung von Plastik und Mikroplastik in den Gewässern bestimmen. „Das schaffen sie natürlich nicht allein“, weiß auch Thomas Kalla. „Daher gibt es die Aktion für Schulen, an der sich alle beteiligen können. Die Daten werden dann gesammelt und ausgewertet.“ Damit alle Voraussetzungen gleich sind, gibt es gewisse Standards bei der Durchführung. So müssen die Schüler zunächst mit Hilfe eines Stocks und einer vermessenen Strecke die Fließgeschwindigkeit bestimmen.

Über eine Stunde werden mit Hilfe eines speziellen Trichtersiebs alle Plastikteile eingesammelt und dokumentiert. Eine andere Gruppe kümmert sich um die Abfalldichte am Ufer und bestimmt die Flora. Auch welche Tiere zu sehen und zu hören sind, wird genau notiert.  Forschungswerkstatt erhält die Werte „Wir haben diese Aktion im Vorfeld im Unterricht behandelt“, erklärt Thomas Kalla. „Für unsere Schüler ist das eine ganz besondere Aufgabe, an diesem Projekt teilzunehmen, und  sie sind mit Begeisterung und Eifer bei der Sache.“ Die ermittelten Werte werden nun an die Kieler Forschungswerkstatt geschickt. Und wenn in Zukunft Attendorn auf der untersuchten Gewässerkarte zu finden ist, dann war das das Werk der Laurentius-Schüler.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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