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Attendorn, 27. November 2016

Tausende Produkte finden einen neuen Besitzer

Mehr als 1000 Besucher innerhalb der ersten Stunde

Holzarbeiten aller Art gab es auf der Adventsausstellung der JVA zu sehen und zu kaufen.
Holzarbeiten aller Art gab es auf der Adventsausstellung der JVA zu sehen und zu kaufen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Der Andrang bei der Adventsausstellung der JVA Attendorn am Sonntag, 27. November, war wieder einmal enorm. Die ersten Besucher standen schon gegen 10.00 Uhr vor den Pforten der Justizvollzugsanstalt – dabei öffnete die Verkaufsausstellung erst zwei Stunden später. Doch echte Profis wissen: wer zuerst kommt, hat die besten Chancen, sein begehrtes Stück zu bekommen.

2600 Einzelstücke und zahlreiche Puppen und Figuren wechselten auch an diesem Sonntag wieder ihren Besitzer. Viele von ihnen werden unter dem Weihnachtsbaum liegen und Kinder zum Strahlen bringen, denn Kinderküche und Co. sind eben beliebte Geschenke. Während vorne die Besucher noch in die Räume des alten „Gut Ewig“ strömten, verließen die ersten die Ausstellung schon nach knapp 10 Minuten wieder. Allerdings nicht mit leeren Händen, im Gegenteil. Wer nicht genügend Arme oder Kraft hat, der musste eben Hilfe in Anspruch nehmen: Mit Handwagen und „Manpower“ wurden die erworbenen Gegenstände zum eigenen Auto befördert.

Schon 20 Minuten nach Eröffnung tummelten sich 600 Besucher in den Räumen. Dementsprechend ging es nur langsam voran, gegen den Strom war überhaupt kein Durchkommen. Die neu ins Programm aufgenommen Puppenwagen waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Auch die vielen verschiedenen Vogelhäuschen fanden rasend schnell neue Besitzer.  Maria und Josef nur als Paar erhältlich Natürlich war auch das Kinderspielzeug wieder beliebt, von Kinderküchen, Schaukelmäusen und Autos, über Kinderwagen bis hin zu Waschmaschinen. Von letzteren zeigte sich ein älteres Paar besonders fasziniert. Auch die Puppenschränke erfreuten sich großer Beliebtheit. „Man kann nie genau voraussagen, was der Renner wird“, weiß Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz. „Nein“, musste unterdessen ein JVA-Bediensteter eine Kundin enttäuschen, „Maria und Josef, gefertigt aus Holz, gibt es nur zusammen und nicht getrennt.“ Gut, dann schwenkte man einfach auf einen Engel um – Maria und Josef würden ohnehin wenige Minuten später einen neuen Besitzer finden. Wer zögerte oder zu lange überlegte, hatte oft das Nachsehen.

Nach einer Stunde waren fast 1000 Besucher durch die Eingangstür gekommen. Viele machten sich jetzt auf den Weg zur Kasse und auch dort hieß es zunächst: warten. Aber die Stimmung war gut. Die Kinder probierten noch das eine oder andere Spielzeug aus und die Mitarbeiter an der Kasse gaben ihr Bestes. Zum Glück hatten die meisten Kunden Bargeld dabei, denn Zahlungen per Karte waren nicht möglich. „Das hat im letzten Jahr manchmal viel Zeit gekostet, weil die Kunden erst im letzten Moment anfingen, ihr Bargeld zusammenzukratzen“, berichtet Schröder.

JVA eröffnet hauseigenen Verkaufsraum Insgesamt war die Adventsausstellung wieder ein großer Erfolg. Der Verkaufserlös geht in die Kasse der Arbeitstherapie Holz. Damit wird neues Material und Werkzeug für das kommende Jahr angeschafft. Da der Lohn für die Inhaftierten deutlich unter der Norm in der Wirtschaft liegt, sind alle Produkte unschlagbar günstig.

Wer die Adventsausstellung verpasst hat, kann die Produkte der Holzwerkstatt ab sofort im hauseigenen Verkaufsraum der JVA erwerben. Hier sind die Gegenstände zu finden, die bei der Ausstellung nicht verkauft wurden. Der Verkaufsraum ist ab Dezember immer montags bis donnerstags von 10.00 bis 15.00 Uhr und freitags von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet. Einlass ist allerdings nur gegen die Vorlage des Personalausweises möglich. „Außerdem haben wir noch einen Stand vom 7. bis zum 11. Dezember auf dem Attendorner Weihnachtsmarkt“, erklärt Ludger Schröder.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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