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Attendorn, 06. Dezember 2018

Facharbeit über Stolpersteine

Margot Spielmann-Preis für Enya Sommer aus Attendorn

Von links: Kurt Langer (Juror), Hubertus Bock (Fachlehrer St.-Ursula-Gymnasium Attendorn), Enya Sommer, Tom Kleine (Initiative „Jüdisch in Attendorn“), Thomas Ridder (Leiter Jüdisches Museum Westfalen Dorsten).
Von links: Kurt Langer (Juror), Hubertus Bock (Fachlehrer St.-Ursula-Gymnasium Attendorn), Enya Sommer, Tom Kleine (Initiative „Jüdisch in Attendorn“), Thomas Ridder (Leiter Jüdisches Museum Westfalen Dorsten).
Foto: privat
Attendorn. Die Attendornerin Enya Sommer wurde in Dorsten mit dem Margot Spielmann-Preis 2018 des Jüdischen Museums Westfalen ausgezeichnet. Damit wurde die Facharbeit der Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn „Juden in Attendorn - Sind Stolpersteine ein geeignetes Element gelebter Erinnerungskultur?“ gewürdigt.

Seit 2009 schreibt das Jüdische Museum Westfalen einen Wettbewerb für junge Menschen aus, der seit 2015 Margot-Spielmann-Preis heißt. Erwünscht sind jeweils Arbeiten, die sich mit jüdischer Geschichte, Religion und Gegenwart sowie der Geschichte des Nationalsozialismus befassen. Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche Jugendliche und Schulen aus ganz Nordrhein-Westfalen mit Facharbeiten und spannenden Projekten an diesem Wettbewerb beteiligt.

Enya Sommer befasste sich bei ihrer Facharbeit im Frühjahr 2018 mit der Fragestellung, ob Stolpersteine ein geeignetes Element gelebter Erinnerungskultur sind. Sie zeigte den Weg in Attendorn auf und stellte die Protagonisten vor, die es schließlich schafften, dass in der Hansestadt in den Jahren 2006 und 2008 für 14 ermordete jüdische Bürger Stolpersteine verlegt wurden. Am Beispiel der Familie Ursell beschrieb sie zudem das Schicksal der jüdischen Attendorner. Würdigung der Facharbeit in einer LaudatioMuseumsleiter Thomas Ridder und Juror Kurt Langer würdigten in ihrer Laudatio die Facharbeit der jungen Attendornerin: „Enya Sommer ging der Frage nach, ob Stolpersteine eine angemessene und auch aufmerksamkeitswirksame Form des Gedenkens darstellen. Für Enya Sommer war die Individualität jedes Stolpersteins ein wichtiges Kriterium für ihre Zustimmung. Aber sie diskutierte nicht nur die meist vorgetragenen Kriterien für eine Zustimmung, sondern befasste sich intensiv auch mit den Argumenten der Kritiker. Wichtig in ihrem Fazit war, dass Nachfahren der Ermordeten, so es sie gibt, möglichst in den Entscheidungsprozess mit einbezogen wurden.“

Die Facharbeit wurde vom Fachlehrer und Stufenleiter Hubertus Bock nach Dorsten weitergeleitet. Für den Lehrer am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn stand fest: „In dieser Facharbeit steckt viel Herzblut. Enya Sommer hat sich nicht gescheut, den Stolperstein-Initiator Gunter Demnig und die Stolperstein-Kritikerin Charlotte Knobloch um deren Einschätzungen zu bitten. Nach Auswertung dieser gegensätzlichen Meinungen hat Enya dann ein persönliches Fazit gezogen. Dieser Einsatz und diese Vorgehensweise haben mir sehr imponiert.“
Helfende Hände bei der RechercheUnterstützung vor Ort bei ihrer Recherche erhielt Enya Sommer durch Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine von der Initiative „Jüdisch in Attendorn“. Tom Kleine, der zusammen mit Hubertus Bock und der Familie von Enya Sommer an der Zeremonie in Dorsten teilnahm, freute sich sehr über die Auszeichnung: „Dies ist auch eine Auszeichnung für unsere Arbeit und eine würdiger Abschluss unserer Veranstaltungsreihe Shalom Attendorn 2018.“
(LP)

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