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Attendorn, 17. April 2017

Tierarzt: Bei Kaninchen mal Ernährungsberater, mal Zahnarzt

Kuschelige Langohren leiden an zu gutem Futter

Oster-Special: Der Osterhase braucht keinen Arzt
Symbolfoto: Denise Rebstock/Djv
Attendorn/Kreis Olpe. Das Sauerland bietet ideale Lebensbedingungen für Hasen. Warum also sollte nicht auch der Star der Saison, der Osterhase im Kreis Olpe zu Hause sein? Alle Welt sucht in diesen Tagen bunte Eier - wir suchen den Verantwortlichen.

Trotz intensiver Nachforschungen ist schwer zu sagen, ob es dem Gesuchten gut geht. In Attendorner Tierarztpraxen ist der Osterhase aber bislang nicht aufgetaucht. Dafür umso mehr Hauskaninchen. „Im Sommer sind es mehr“, sagt die Mitarbeiterin einer Praxis auf Anfrage von LokalPlus. Wenn die Tiere im Gras sitzen, kann es vorkommen, dass sie sich Darmparasiten einfangen.

Zwergkaninchen und andere „Stallhasen“ seien immer noch beliebte Haustiere, weiß Tierarzt Ole Pflüger. Die meisten seiner langohrigen Patienten werden wegen Verdauungsstörungen in die Praxis gebracht. Immer wieder bekommen die Tiere „zu gutes Futter“, das aber nicht artgerecht sei. Die Zähne werden nicht durch das Nagen an Heu, Stroh und Ästen abradiert; sie werden lang und länger und wachsen kreuz und quer in der Mundhöhle. Die Folge sind Verdauungsstörungen. Beides ruft den Tierarzt auf den Plan – einmal als Ernährungsberater, einmal als Zahnarzt. Neue Viren-Variante Ein weiterer Grund, warum Hauskaninchen beim Tierarzt vorstellig werden, sind Viren. Vor Myxomatose und Chinaseuche (RHD) schützen Impfungen, weiß Ole Pflüger. Das tödliche Virus sei lange bekannt, 2016 sei aber eine neue Variante hinzugekommen, erklärt der Veterinärmediziner den Hinweis.

An falscher Fütterung dürfte der Osterhase kaum leiden. Der Star der Saison lebt frei und unbeobachtet und sucht sich seine Kost selber aus. Deshalb muss er wohl auch nicht zum Arzt.
Ein Artikel von Volker Lübke

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