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Attendorn, 15. Januar 2018

Indoor-Flugshow des Aero-Clubs

Kreative Kreationen und rasante Manöver in der Rundturnhalle Attendorn

Zahlreiche Eigenkreationen wie die fliegenden Hexen erhoben sich bei der Indoor-Flugshow in die Lüfte.
Zahlreiche Eigenkreationen wie die fliegenden Hexen erhoben sich bei der Indoor-Flugshow in die Lüfte.
Foto: Ina Hoffmann
Attendorn. 40 Modellflugzeug-Piloten aus ganz Deutschland haben bei der fünften Indoor-Flugshow des Aero-Clubs Attendorn am Sonntag, 14. Januar, ihr Können in der Rundturnhalle gezeigt. Dabei bewiesen sie, dass es sich bei Modellflieger nicht immer um Flugzeuge handeln müsse.

Thomas Dahl, Vorsitzender des Aero-Clubs, freute sich, dass erneut zahlreiche Besucher den Weg in die Rundturnhalle gefunden hatte. „Die Piloten stecken viel Arbeit in ihre Flieger und üben lange, um verschiedene Flugmanöver zu zeigen“, weiß er.

Auch in diesem Jahr kamen verschiedene Programmpunkte zusammen: Es wurden Luftballons mit Propellern zum Platzen gebracht, „Mario-Cart-Rennen" veranstaltet, Scal-Helis sausten durch die Lüfte, Oldtimer-Doppeldecker wurden vorgeführt, elektrobetriebene Paraglider segelten durch die Halle und die besonders schnellen Speed-Modelle zeigten, wie schnell sie beschleunigen können. „Die größeren Modelle schaffen draußen bis zu 500 Stundenkilometer. Aber hier drinnen mussten wir natürlich Beschränkungen vornehmen. Wir haben Modelle dabei, die auf 50 km/h beschleunigen können“, so Thomas Dahl. Eins der Highlights war das FPV-Fliegen: Dabei steuern die Piloten ihre Mini-Drohnen, die mit Kameras bestückt sind, mithilfe einer Kamerabrille durch einen Parcours.Ein selbstgebauter "Millennium-Falke"Dass Modellflieger längst nicht nur Flugzeuge sind, bewiesen die kreativen Tüftler. Neben den Bausätzen, die zu Hause nur noch zusammengesetzt werden müssen, waren bei der Flugshow auch zahlreiche Eigenkreationen zu bestaunen. Als die Titelmelodie von „Star Wars“ erklang, erhob sich etwa der „Millennium-Falke“ in die Lüfte. Nur eine Woche hat Thorsten Weber vom Aero-Club nach eigenen Angaben daran gebaut.
Der "Millenium-Falke" von Thorsten Weber.
„Ich habe die Zeichnungen selbst angefertigt, Schablonen erstellt und diese aus Depron (Baumaterial, Anm. d. Red.) ausgeschnitten. Dann wurden die Teile zusammengeklebt, und schon konnte der erste Probeflug gewagt werden. Bis dahin weiß man nie so genau, wie sich das Modell in der Luft verhalten wird“, erklärte Thorsten Weber. Als der „Millennium-Falke“ den Test bestanden hatte, konnte der Bastler ihm mit Airbrush den letzten Schliff verleihen.

Dass der Bau der Eigenkreation so schnell ging, ist wohl auf die Erfahrung von Thorsten Weber zurückzuführen: Seit seiner Kindheit ist er begeisterter Modellflieger. Sein Vater, sein Sohn und auch sein Cousin sind ebenfalls Mitglieder im Aero-Club. Inzwischen hat er schon verschiedenste Modelle gesteuert und selbst gebaut: „Jets, Segler, Motormaschinen - eigentlich alles außer Hubschraubern. Dafür haben wir hier andere Experten.“Riskante Flugmanöver mit dem HeliDamit meint er zum Beispiel Steffen Richter. In seiner Vorführung zeigt er, was mit einem Modell-Helikopter alles möglich ist. Mit seinem Goglin 380 fliegt er schnell, riskant und am liebsten nah über dem Boden. Man merkt gleich, dass viel Training nötig ist, um unfallfrei so fliegen zu können. Dabei ist Steffen Richter erst seit zehn Jahren begeisterter Modellflieger.
Steffen Richter mit seinem Goglin 380.
„Mein Vater hat den Aero-Club damals mitbegründet. Aber so richtig gepackt hat mich das Fieber erst, als ich bei einer Meisterschaft gesehen habe, was alles möglich ist. Besonders mit Helikoptern“, so Richter. Sein Lieblingsmodell, ein T-Rex 700 Nitro mit Verbrennungsmotor, kann er in der Halle allerdings nicht vorführen. Der Helikopter hat einen Rotor-Durchmesser von 1,60 Meter und wiegt fünf Kilo.

Inzwischen ist Steffen Richter schon bei zahlreichen Flugshows und Meisterschaften rund um den Globus dabei gewesen: in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, den USA und Taiwan zeigte er sein Können und belegte schon den 2. Platz.
Martin Münster ist einer der jüngsten Star unter den Modellfliegern.
Auch einer der derzeit jüngsten Stars der Modellflug-Szene war an diesem Tag erneut zu Gast in Attendorn. Der zehnjährige Martin Münster aus Rosendahl-Holtwick zeigte beeindruckende Flugmanöver und steuerte sein Flugzeug mit einer hinter dem Rücken gehaltenen Fernbedienung oder gar einhändig.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

Bildergalerie: Kreative Kreationen und rasante Manöver in der Rundturnhalle Attendorn