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Attendorn, 03. Dezember 2018

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Knapp 2000 Besucher bei Adventsausstellung der JVA Attendorn

Das Holzspielzeug, das die Inhaftierten in der JVA Attendorn das ganze Jahr über fertigen, fand wieder reißenden Absatz.
Das Holzspielzeug, das die Inhaftierten in der JVA Attendorn das ganze Jahr über fertigen, fand wieder reißenden Absatz.
Fotos: Ina Hoffmann
Attendorn. An der Supermarkt-Kasse Schlange zu stehen, ist vollkommen normal. Aber wenn hunderte Menschen vor dem Eingang eines Gefängnisses Schlange stehen, um Einlass zu erhalten, muss etwas Besonderes los sein. Am Sonntag, 2. Dezember, kamen wieder knapp 2000 Besucher zur JVA Attendorn, um die dort von Inhaftierten gefertigten Holzwaren zu kaufen.

Längst hat sich die Adventsausstellung in der JVA Attendorn zu einem bekannten Ausflugsziel in der Vorweihnachtszeit etabliert. Schon lange vor der Öffnungszeit stehen die Besucher, die nicht nur aus dem Kreis Olpe, sondern auch aus den umliegenden Kreisen und dem Siegerland kommen, trotz strömenden Regens vor dem Eingang des Haupthauses an.

Um vor dem nahenden Weihnachtsfest schöne handgefertigte Holzwaren zu erschwinglichen Preisen zu erhalten, nehmen die Besucher die Wartezeit gerne in Kauf. Kaum werden die Tore geöffnet, ist das Gedränge alljährlich groß. „Allein in der ersten Stunde waren mehr als 800 Besucher im Gebäude“, weiß Anstaltsleiter Ulf Borrmann. Das ganze Jahr über sind bis zu 40 Inhaftierte, die in der Arbeitstherapie Holz mitwirken, damit beschäftigt die Stücke herzustellen, die bei der Ausstellung reißenden Absatz finden. Autos, Lkw, Kutschen, Spielküchen, Schaukelpferde, Watschelenten, Kaufläden, Puppenbetten, Bügelbretter, Schminktische und vieles mehr lassen Kinderherzen höher schlagen.

Doch auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten: Stehtische mit Barhockern, Zapfböcke und Weinflaschenhalter sind ebenso im Angebot wie Vogelhäuschen, Krippen und Adventskränze. Das gesamte Sortiment umfasst 118 verschiedene Artikel, insgesamt sind knapp 4000 Produkte ausgestellt. In diesem Jahr wurden erstmals Bienenhotels, Garderoben für das Kinderzimmer und Postkarten mit Holzapplikationen gefertigt. Auch der beliebte Lkw wurde optisch überarbeitet. Der Verkaufserlös wird reinvestiert in neue Materialien und Werkzeuge. „Uns geht es nicht um einen möglichst hohen Gewinn, sondern darum, den Inhaftierten eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Deshalb ist es schön für uns mitzuerleben, welch positive Resonanz wir auf die hergestellten Waren bekommen. Die Inhaftierten erleben so, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Deshalb ist die Adventsausstellung der Höhepunkt des Jahres für alle“, weiß Ulf Borrmann.

Die Holzwaren können nicht nur zur Weihnachtszeit erworben werden, sondern sind das ganze Jahr über im "Knastladen" erhältlich. Dieser ist montags und dienstags von 10 Uhr bis 15 Uhr sowie mittwochs und freitags von 10 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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