Nachrichten Dies und das
Attendorn, 26. Juli 2017

Kristin Aubert muss ihren Traum begraben

Kaffeehaus am Dom in Attendorn schließt seine Pforten

Kaffeehaus am Dom in Attendorn schließt
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Das Kaffeehaus am Dom schließt am Sonntag, 31. Juli, seine Pforten. Im September 2016 eröffnet, muss Inhaberin Kristin Aubert nun ihren Traum begraben. Die Umsatzzahlen stimmen einfach nicht.

Zur Eröffnung im September waren die Erwartungen und die Freude groß. Das zeigte sich auch in den Besucherzahlen in der ersten Zeit. Die waren vielversprechend. Das Kaffeehaus setzte auf außergewöhnliches Frühstück und Kaffeekultur der besonderen Art. Köstliche Vielfalt im angenehmen und stilvollen Ambiente mit Mittagskarte und Pannekoeken: Am Angebot, der Qualität und dem Service habe es nicht gelegen - das bestätigten auch die Kunden.

Doch dann kamen die Baustellen in der Attendorner Innenstadt und der Leerstand. „Es gibt immer weniger Geschäfte in Attendorn, da diese durch die Baustellen immer schlechter zu erreichen sind“, so das Resümee von Kirsten Aubert. Rund 90 Gäste hätte sie jeden Tag benötigt, um zu überleben. „Die Zahlen lagen bei 38 bis 113 Gästen. Das hat nicht gereicht. Mehr als hundert Gäste am Tag kamen meist nur bei gutem Wetter oder wenn Touristenbusse in der Stadt waren.“
Bei der Eröffnung im September 2016 kamen noch viele Gäste auf einen Kaffee oder zum Frühstück vorbei.
Dabei haben Kirstin Aubert und ihr zehnköpfiges Team alles gegeben. Täglich stand sie morgens als Erste und abends als Letze an der Theke. Die 60-Jährige gab nach 42 Jahren ihren sicheren Job als Einrichtungsleiterin im AWO-Richard-Winkel-Seniorenzentrum in Maumke auf, um sich ihren Traum vom Kaffeehaus zu erfüllen. „Einen Plan B habe ich nicht. Es gab nur Plan A und der ist jetzt zu Ende“, sagte sie sichtlich gerührt. Auch ihre Angestellten blicken in eine ungewisse Zukunft. Alle sind ab dem 1. August arbeitslos.

Bis zum Ende hatten sie und ihr Team versucht, das Ruder rumzureißen - doch vergeblich. Da nützt es auch nichts, dass das Café jetzt zum Ende hin voll ist und Kunden ihr Bedauern ausdrücken. „Ich komme aus Hamburg und bin vor zwei Wochen nach Attendorn gezogen. Ich war so froh, hier ein Kaffeehaus mit Kaffeesorten aus der Speicherstadt zu finden und jetzt muss das Haus schließen“, berichtete eine Kundin, die sich einen Cappuccino bestellte. Gutscheine können noch bis Sonntag eingelöst werden, entweder im Kaffeehaus, oder für Kaffee- und Teeprodukte aus dem Sortiment. Danach gibt es einen Leerstand mehr in Attendorn: Das ehemalige Kaffeehaus am Dom.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Kaffeehaus am Dom in Attendorn schließt seine Pforten