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Attendorn, Attendorn, 23. Juni 2015

Stadtkonferenz: Konkrete Pläne für Verkehr, Parken und mehr Lebenin der City

Innenstadt: 55 Maßnahmen in nur 8 Jahren

Innenstadt bis 2023 fit für die Zukunft
Fotos: Volker Lübke
Ein dickes Paket haben Stadt und Planer da geschnürt. Mit insgesamt 55 Einzelmaßnahmen soll die Hansestadt bis 2023 noch attraktiver werden. Bei der 3. Stadtkonferenz stellte Bürgermeister Christian Pospischil gemeinsam mit Vertretern der Planungsbüros das Mammutvorhaben am Dienstagabend (23. Juni) rund 300 Besuchern in der Stadthalle vor.

Grundlage für alle Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung sei ein Verkehrs- und Parkraumkonzept, sind sich die Planer einig. Nach eingehenden Verkehrszählungen, diversen Planspielen und Berechnungen stellte Hans-Rainer Runge vom Düsseldorfer Planungsbüro Runge Küchler einen konkreten Vorschlag vor, der die Innenstadt innerhalb der Wälle deutlich vom Verkehr entlasten und gleichzeitig etwa 300 zusätzliche Parkplätze in der Innenstadt insgesamt bringen soll.
Hans-Rainer Runge stellte das Verkehrs- und Parkraumkonzept vor.
„Eigentlich gibt es genug Parkplätze in Attendorn“, fasste Runge das Ergebnis der aufwändigen Analyse zusammen. „Es ist eine Frage des Managements.“ Und die könne mit einer Gebührenordnung, einem Parkleitsystem und unterschiedlich genutzten Stellflächen beantwortet werden. Parkplatzsucher und Dauerparker verstopfen Straßen Eine der Hauptursachen für das hohe Verkehrsaufkommen sei der Parksuchverkehr, so Runge. Der wiederum entstehe, weil viele Langzeitparker – Anwohner und Beschäftigte – die Stellflächen blockieren. Mit Parkgebühren im Kernbereich (60 Cent/Stunde) und an den Rändern der Wälle (30 bzw. 50 Cent/Stunde) sowie kostenlosen Parkplätzen (Parkscheiben) außerhalb der Wälle will Runge gegensteuern. Zusätzlich sollen Flächen für Dauerparker u.a. auf der Mühlwiese bereitgestellt werden. Anwohner erhalten Parkausweise.

Um auch den Durchgangsverkehr aus der Altstadt weitgehend zu verbannen, soll der Verkehr in zwei Schleifen gelenkt werden.
Verkehr in 2 Schleifen
Diese 5 Maßnahmen sollen den Durchgangsverkehr in der Altstadt verhindern:
• Straße als Einbahnstraße zum
Ennester Tor
• Schleife Truchseßgasse – Am Kirchplatz – Niederste Straße
• Schleife Am Seewerngraben – Bieketurmstraße – Schüldernhof – Hohler Weg
• Sperrung Durchfahrt Am Seewerngraben im Bereich Rathaus
• Sperrung Durchfahrten Neumarkt zur Kölner Straße
Die Gestaltung der Straßen, Wege und Plätze soll durch glattes Natursteinpflaster erfolgen. „Das Kleinpflaster macht zwar irgendwie das Flair der Altstadt aus, ist aber nicht wirklich barrierefrei“, so Bernd Niedermeyer von der Planungsgruppe MWM aus Aachen. Die einheitliche Gestaltung soll schrittweise erfolgen. Intakte Geh- und Fahrwege sollen erst dann erneuert werden, wenn ohnehin Sanierungsbedarf besteht bzw. sie im Zuge anderer Teilmaßnahmen betroffen sind. Baustart am Feuerteich nach Schützenfest Gleich nach dem Schützenfest, am 7. Juli, wird der Feuerteich in Angriff genommen. Hier soll ein zweigeschossiges Parkdeck entstehen, was die Zahl der Stellflächen auf 174 nahezu verdoppelt.

Das Gesamtpaket wird gut 20 Millionen Euro schwer, so Bürgermeister Christian Pospischil. „Leider“ sei Attendorn eine solvente Kommune, so dass maximal 50 Prozent der Kosten gefördert werden. Ausgenommen sind dabei allerdings die Parkflächen. Eine Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln sei eine Sanierungssatzung für die Innenstadt, die kurzfristig im Stadtrat zu diskutieren sei, so Pospischil.
Standen Rede und Antwort: Vertreter der Stadtverwaltung und der beiden Planungsbüros.
Mehrfach sprachen Besucher der 3. Stadtkonferenz die ehemaligen Hösch-Hallen als wenig einladendes Tor zur Stadt an. „Den Punkt haben wir ganz bewusst außen vor gelassen, weil allein deren Beseitigung locker 20 Millionen Euro verschlingen würde“, sagte Planer Runge mit Verweis auf ähnliche Fälle wie das Steinmüller-Gelände in Gummersbach.

Bürgermeister Pospischil rief die 300 Anwesenden auf, die Stadt trotz mancher Defizite nicht schlecht zu reden. „Wir leben in einer schönen Stadt und wir können sie noch besser machen“, rief er dazu auf, das ambitionierte Innenstadtentwicklungskonzept zügig umzusetzen. Nach einigen kritischen Anmerkungen aus dem Publikum signalisierte der Beifall für dieses Schlusswort klare Zustimmung für das Attendorner Mammutprojekt. Die Schautafeln zur Stadtkonferenz sind auf der Internetseite der Stadt abrufbar.
Ein Artikel von Volker Lübke

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