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Attendorn, Attendorn, 20. August 2016

Ehrfahrungsbericht einer ehrenamtlichen Camino-Mitarbeiterin

„Immer mit Herz dabei sein“

Gabriele Gräfin von Spee berichteet von ihren Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Camino.
Gabriele Gräfin von Spee berichteet von ihren Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Camino.
Foto: privat
Camino, der Caritas-Hospizdienst, unterstützt Menschen in ihrer letzten Lebensphase und bietet auch Entlastung und Hilfen für Angehörige. „Hospizarbeit ist Netzwerkarbeit und funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten. Neben der fachlichen Versorgung durch Pflege und Ärzte sind es die Ehrenamtlichen, die zusätzlich Entlastung anbieten – durch Zeit für Gespräche oder praktische Hilfen vor Ort“, teilt Camino mit. Von ihren Erfahrungen seit der Teilnahme am Qualifizierungskurs zur ehrenamtlichen Mitarbeiterin bei Camino berichtet Gabriele Gräfin von Spee:

„Zu Beginn des Kurses gingen mir viele Fragen durch den Kopf: Wie wird einmal mein erster Besuch bei einem sterbenskranken Menschen ablaufen? Über was werden wir sprechen? Was werde ich tun können?

Im Ehrenamtskurs wurden wir gründlich auf die unterschiedlichsten Situationen vorbereitet und bekamen viele fachliche und praktische Informationen rund um das Thema hospizliche und palliative Versorgung. Mein Fazit – nach mehrjähriger Mitarbeit bei Camino – ist: Offen sein und immer mit Herz dabei sein! Immer sind es Begegnungen von Mensch zu Mensch und es wird mehr gelacht, als man sich vorstellen kann. Es gilt, liebevoll zuzuhören und sich einzulassen auf die Bedürfnisse des Kranken. Lächeln und Umarmung wirken Wunder Eine große Sorge hatte ich zunächst in Bezug auf den „richtigen“ Umgang mit Menschen mit Demenz in der Sterbesituation. Wie begegne ich diesem Menschen angemessen? Auch hier hat meine Erfahrung bestätigt, was wir bereits im Kurs vermittelt bekamen: Mit Herz! Ein Lächeln, eine Umarmung oder ein paar Tanzschritte können Wunder wirken. Manchmal halte ich aber auch nur eine Hand und zeige meinem Gegenüber, dass ich ganz da bin.

Jede Begleitung endet mit dem Tod des Kranken. Wenn es möglich ist, gehe ich zur Beerdigung und nehme bewusst Abschied. Auch in den regelmäßigen Treffen mit der Koordinatorin für Camino können wir Ehrenamtliche das Erlebte verarbeiten. In Gedanken gehe ich immer mal wieder zurück und bin dankbar für die Erfahrungen, die mir die Menschen, die ich begleiten durfte, ermöglicht haben. Ich hatte mir diesen Dienst bei Kranken und Sterbenden nie so erfüllend und bereichernd vorgestellt." (LP)
Neue Qualifizierung für Ehrenamtler

Ein neuer Kurs zur Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter beginnt im September in Attendorn. Ein Informationsabend für Interessierte an der Hospizarbeit findet am 30. August ab 18 Uhr im Haus Mutter Anna in Attendorn (Friedensstraße 27) statt.

Weitere Informationen bei Dagmar Langenohl (Caritas-Zentrum Attendorn, Tel. 02722/ 95 41 74 130) und Gertrud Dobbener (Caritas-Zentrum Finnentrop) oder online: www.camino-caritas.de

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