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Attendorn, 27. März 2018

Sieben Feuer des Stadtgebietes sichtbar

Holzweger Osterfeuer hat exponierter Lage

Das Osterfeuer vom Holzweg
Das Osterfeuer vom Holzweg
Foto: privat
Holzweg. Auch beim Osterfeuerverein Holzweg (OVH) laufen seit Wochen die Vorbereitungen rund um das Osterfeuer. In der kleinen Ortschaft Holzweg bei Ennest mit gut 350 Einwohnern ist der OVH der einzige Verein und daher ist eine Mitgliedschaft nicht nur Ehrensache, sondern auch Tradition. Aus jedem Haushalt ist mindestens ein Familienmitglied im OVH, oft auch mehrere Generationen.

Vor 43 Jahren wurde der OVH offiziell gegründet. Der Brauch des Osterfeuers lässt sich auf dem Holzweg auf der Grundlage mündlicher Überlieferung bis vor den Zweiten Weltkrieg zurückverfolgen. Hermann Koch, damaliger Poskevatter, beantragte im April 1946 eine Genehmigung zum Abbrennen eines Osterfeuers. „Wegen althergebrachter Sitte bittet obige Ortschaft den Antrag genehmigen zu wollen.” Der Antrag wurde genehmigt. Osterfeuer hat lange Tradition Kinder und Jugendliche waren damals für das Holzstellen verantwortlich. Mit den Jahren ließ das Interesse der Jugendlichen nach und der Einsatz für das Holzweger Osterfeuer ging zurück. 1975 entstand während der Arbeiten am Osterfeuer der Gedanke, einen Osterfeuerverein zu gründen, um sicher zu stellen, dass auch jedes Jahr ein Osterfeuer errichtet werden kann.
Die Gründungsversammlung fand am 11. April 1975 in der Gaststätte Werner Springob statt. Damals waren 28 Männer versammelt, die die Grundlage für die heutige Pflege der Osterbräuche schufen.
Generationenübergreifend wird für das Osterfeuer am Holzweg angepackt.
Seitdem beginnen drei Wochen vor Ostern, immer samstags,  die Arbeiten für das Osterfeuer mit Holz holen und lagern auf dem Osterkopp. In der Karwoche startet der Aufbau. Eine Besonderheit auf dem Holzweg ist das leuchtende Osterkreuz. Dazu werden rund 150 Meter Dachlatten mit umweltfreundlichem Grillanzünder versehen, mit Stroh umwickelt und als weit sichtbares brennendes Kreuz aufgestellt.  An Gründonnerstag wird mit vielen kräftigen Händen eine abgesägte Ostertanne aus dem Wald zum Osterkopf gezogen. Sie bildet die Spitze des Kreuzes. Geselligkeit gehört dazu An Karsamstag um 13 Uhr wird schließlich das Osterfeuer aufgebaut. Viele helfende Hände fassen mit an und sorgen für ein prächtiges Feuer am Abend. Dabei arbeiten Holzweger aller Altersklassen Hand in Hand. Bei so viel Arbeit darf natürlich auch die Gemeinschaft nicht fehlen. Bei einem Lagerfeuer mit hausmacher Würstchen und Kuchen wird oft bis in die Abendstunden noch zusammen gesessen und erzählt.
Das alljährliche Highlight ist das abbrennen des Osterkreuzes.
Das Osterfeuer am Sonntag wird seit einigen Jahren durch Vikar Hufeschulte entflammt. Er entzündet mit dem Feuer der Osterkerze aus der Ennester Kirche das Fackelfeuer und segnet das Osterkreuz. Das Feuer wird pünktlich angesteckt, wenn um 21 Uhr  das große Kreuz auf dem Sauerländer Dom erleuchtet. Bis dahin finden sich jedes Jahr viele Besucher auf dem Osterkopp am Holzweg ein, denn auch an diesem Abend darf die Verpflegung und Geselligkeit nicht fehlen. Da der Osterkopp auf dem Holzweg der höchstgelegene Osterfeuerplatz in Attendorn ist, können die Gäste von hier aus sieben imposante Osterfeuer auf Stadtgebiet bestaunen.

Am Dienstag nach Ostern sorgt der OVH mit fleißigen Rentnern dafür, dass der Osterfeuerplatz wieder gesäubert und hergerichtet wird. Dann ist er neben der Schutzhütte mit den Ruhebänken wieder eine beliebte Anlaufstelle für Wanderer und Naturliebhaber.
Spendenübergabe des Osterfeuervereins.
Die Aktivitäten des OVH gehen über das Osterbrauchtum hinaus. So wird mit viel gärtnerischem Einsatz für einen blühenden Holzweg gesorgt. Alle zwei Jahre feiern die Holzweger ein Motto-Vereinsfest in der Ennester Schützenhalle und über das Neujahrssingen freuen sich alle Anwohner, was man auch an der Spendenbereitschaft sehen kann. So konnte der OVH in den vergangenen Jahren rund 5500 Euro an heimische, soziale Einrichtungen überreichen, so im Oktober 2017 allein 800 Euro an die Ennester Caritaskonferenz.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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