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Attendorn, 30. September 2017

Martin Reißner führt durch die Stadthalle

Hinter den Kulissen der Stadthalle Attendorn

Martin Reißner führte hinter die Kulissen der Stadthalle Attendorn.
Martin Reißner führte hinter die Kulissen der Stadthalle Attendorn.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. 1000 Quadratmeter Stadthalle, 1074 Stuhlplätze, 1670 Stehplätze, Bühne, Toiletten, Foyer und Vorplatz: So kennt jeder die Stadthalle, wenn er hier eine Veranstaltung besucht. Doch die Stadthalle ist noch viel mehr. Auf einen Reise hinter, unter und neben die Bühne nahm Martin Reißner, Betreiber der Stadthalle und Meister für Veranstaltungstechnik am Samstag, 30. September, alle Interessierte mit.

Zunächst gibt es im Zuschauerraum ein paar Fakten für die Besucher. Die Stadthalle ist 1972 eröffnet worden und wurde 1996 modernisiert. Sie ist eine multifunktionale Mehrzweckhalle und wird für Betriebsfeiern oder Vereinsproben genauso genutzt wie für Theateraufführungen, Konzerte oder Galaabende. Damit man überall gut sehen kann, gibt es bei Theateraufführungen die mobile Tribüne. Damit sitzen die Zuschauer im hinteren Teil erhöht und haben einen guten Blick auf die Bühne. „Wir haben immerhin 300 bis 400 Stammbesucher bei den Aufführungen“, erklärt Reißner stolz. „Die Besucherzahl ist in den vergangenen vier Jahren von 4500 auf über 20.000 gestiegen.“Investition in neue TechnikNach einem kleinen Zwischenstopp beim Mischpult in der Mitte der Halle geht es weiter vor die Bühne. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir über 100.000 Euro in die Bühnentechnik investiert.“ Martin Reißner erklärt das Zusammenspiel der Boxen für den richtigen Ton an jeder Stelle in der Halle und den Einsatz der Beleuchtung.

Anschließend geht es Backstage. Während die vordere Garderobe noch den Charme einer Schultoilette hat, ist der neue Künstleraufenthaltsraum komplett erneuert worden. Die Sitzgelegenheit, die mehr an die erste WG mit Möbeln aus Omas Haushalt erinnerte, ist Vergangenheit. Gemütliche Polster, Lampen an Traversen, eine kleine Küche, gebaut aus einem ehemaligen Messestand von Viega, lassen keine Wünsche offen. Nebenan gibt es sanitäre Anlagen und eine Waschmaschine mit Trockner. „Viele Künstler sind dankbar, denn wenn sie auf Tour sind, haben sie meistens wenig Gelegenheit ihre Wäsche zu waschen.“Eine weitere Garderobe, die „Stargarderobe“, ist ebenfalls ganz neu. Tom Gerhardt durfte sie am Donnerstag vor seinem Auftritt bei „Dinner für Spinner“ einweihen. „ Er war begeistert“, so Reißner.

Auf der Bühne geht es weiter um die Technik. „Wir sind das einzige Gewerk, das unter fliegenden Lasten arbeiten darf“, erfährt der Besucher. „Allerdings gibt es ganz besondere Sicherheitsmaßnahmen. Alles ist doppelt gesichert.“

Ein kurzer Abstecher zur Rampe, wo auch das Equipment für die Auftritte angeliefert wird, dann geht es eine Etage tiefer. Dieser Durchgang ist neu. „So können wir jetzt auch ungesehen vom Backstage Bereich zum VHS-Saal und zur Küche gelangen.“ Dort unten ist ein großes Lager mit allem, was auf der Bühne benötigt wird. Auch die Stühle und Tische haben hier ein Zuhause, wenn sie nicht gerade in der Halle benötigt werden. Entlang des Heizungsraums und großen Schaltkästen voll mit Elektrik kommt man zum Büro von Martin Reißner und seinem Team. Hier wird gearbeitet. Das sieht man sofort. Ein organisiertes Chaos beherrscht den Raum, umgeben von Plakaten. „Heino war einzigartig“, kommt die spontane Antwort auf die Frage nach dem besten Auftritt. „Das hat so einen Spaß gemacht. Obwohl, das ist eigentlich gar nicht meine Musikrichtung.“  Es geht noch eine Etage tiefer. Hier ist neben Lagerfläche nochmals ganz viel Technik zu finden, die im Notfall zum Einsatz kommt wie die Notlichtversorgung über Batterie beim Stromausfall, die Notfallakustik für Durchsagen, die Rauchmeldezentrale sowie der Stromanschluss von Seiten der Stadt.

Geht man den Gang weiter, kommt man zu den zwei Kegelbahnen des Stadthallenrestaurants und den Schießstand der Schützengesellschaft. Bierschwemme und Toiletten gibt es hier noch, danach kommt der Besucher wieder ans Tageslicht und landet im Stadthallenrestaurant. Das betreibt seit fünf Jahren Michael Knoche und der anschließende Gesellschaftsraum hat auch ein neues und frisches Ambiente in dieser Zeit bekommen. Ade dem Charme der 1970er!

Nach einem Abstecher ins Foyer- „Das ist eigentlich zu klein. Es wäre gut, wenn man ein Stück des Vorplatzes opfern würde und den Eingangsbereich vergrößern könnte“, wünscht sich der Betreiber-, geht es in den sogenannten „Ein Drittel Saal“. Hier kann man die Open-Air Bühne bewundern, die eigens für den Tag hier aufgebaut wurde. Ansonsten finden hier Sitzungen oder Versammlung statt wie auch die der Schützen oder Kattfiller.Im VHS Saal darf der Besucher selber noch mal ausprobieren, wie die Licht- und Tontechnik funktioniert. Dann gibt es ein besonderes Bonbon zum Abschluss. Martin Reißner und sein Team zeigen nochmals, was an Licht- und Pyrotechnik alles möglich ist. Jetzt bekommt man eine Ahnung, warum auch „Völkerball“, die Coverband von „Rammstein“, im kommenden Jahr wieder in Attendorn zu Gast sein wird.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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