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Attendorn, Attendorn-Ennest, 19. November 2015

Lebhafte Diskussionen bei Bürgerversammlung / Vor-Ort-Gremium bildet sich

Großes Interesse an Bauflächen

Kritikpunkt: Der Dorfplatz mit dem Dorfbrunnen.
Kritikpunkt: Der Dorfplatz mit dem Dorfbrunnen.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Baugebiete, der Dorfbrunnen und der gefährliche Schulweg: Diese Themen standen im Mittelpunkt der Dorfversammlung in Ennest, die am Mittwochabend auf Einladung der SPD in der örtlichen Schützenhalle stattfand und rund 100 Zuhörer anlockte.

Bauflächen sind in Ennest Mangelware und im Gegensatz zu vielen anderen Orten wesentlich teurer, finden die Bewohner. Das liegt zum einen an der Nähe zur Stadt Attendorn, aber auch am benachbarten Industriegebiet. Die große Nachfrage bestimme hier den hohen Preis. Ein Grundstück in Nachbarschaft zur Schützenhalle wurde sogar versteigert – und habe „Preise wie im Rheinland erzielt.“
Bürgermeister Christian Pospischil (vorn) stellte sich den Fragen der Anwesenden.
Bürgermeister Christian Pospischil erklärte, dass es eine Prioritätenliste bei der Stadt gebe, wie Baugebiete zu erschließen seien. Diese sei 2008 aufgestellt worden. Mittlerweile habe sich zwar der Bedarf verändert, aber Ennest stehe laut dieser Liste im Mittelfeld der Erschließungen. Pospischil versprach aber, eine Änderung dieser Liste im Rat anzuregen. Außerdem gebe es ein Baulückenkataster, das potentielle Bauflächen ausweist. Diese lägen aber allesamt auf Privatgrund – und stünden nicht zum Verkauf. Entsprechende Anfragen seitens der Verwaltung hätten die Besitzer verneint bzw. nicht beantwortet. Bauplätze oberhalb der Heinrich-Kaiser-Straße Ein Hoffnungsschimmer für Bauwillige soll die Erschließung eines Baugebietes oberhalb der Heinrich-Kaiser-Straße über einen Investor sein. Hier könnten zwölf Bauplätze mit einer Größe von 400 bis 650 Quadratmetern entstehen. Wie Marco Pieper mitteilte, warte man nun nur noch „auf ein Zeichen der Stadt, um mit den Planungen starten zu können.“ Bernd Strotkemper plädierte dafür, die Ennester bei der Vergabe der Grundstücke zu bevorzugen. solle. Der Bürgermeister machte ihm Hoffnung: Das habe man in Helden schon gemacht und damit gute Erfahrungen gesammelt. Grundsätzlich sprachen sich die Anwesenden für Neubauten aus, die auch billiger im Bau seien. Ausnahme: die ehemalige, zurzeit leerstehende Sparkasse. Der Eigentümer stehe in Verhandlungen mit einem Mieter, sagte Ulrich Bock. „Hier soll etwas angesiedelt werden, was zum Dorfbild von Ennest passt“, sagte das Mitglied der SPD-Ratsfraktion, ohne nähere Angaben zu machen. Noch sei der Mietvertrag allerdings nicht unterschrieben. Wasserstelle statt Dorfbrunnen? Ein weiteres Thema war der Dorfbrunnen auf dem Dorfplatz. Dieser hatte von Anfang an nicht einwandfrei funktioniert, da Sand aus dem nahegelegen Sandkasten immer wieder die Pumpen verstopften. Nun soll eine dauerhafte Lösung her. Bernd Strotkemper schlug vor, den Brunnen abzuschaffen und stattdessen eine Wasserstelle für die Kinder zu errichten. Das fand bei den Anwesenden großen Anklang. Keine Lösung gab es hingegen für das leidige Thema Schulweg in Ennest. Der derzeitige Eingang zum Schulgebäude neben dem Kreisel und der Bäckerei Hesse und gilt als großer Gefahrenpunkt: Die Ampel sei zu nah am Kreisverkehr; da die Eltern ihre Kinder „am liebsten bis in die Schule fahren“, so ein Kommentar, staue sich hier der Verkehr. Dadurch entstünden gefährliche Situationen. Eine Verlegung der Ampel, der Zufahrt über den Dorfplatz oder das Errichten eines Zebrastreifens wurden diskutiert. Ein Vorschlag sah vor, den Weg neben dem Pfarrheim als Anfahrweg für die Schule zu errichten. Ein Ortstermin mit der Verkehrskommission des Kreises ist angedacht. Tempo 30 für Hülschotter Straße? Die Hülschotter Straße, die nach Milstenau führt, ist nach Ansicht vieler Bürger zur innerörtlichen Rennstrecke geworden. Erste Radarmessungen hätten das belegt und sollen zu einem späteren Zeitpunkt erneut vorgenommen worden. Des Weitern ist geplant, an der Milstenauer Straße Richtung Hollenbock vom Ortsausgang bis zum „Hof Jung“ einen Fuß- und Radweg zu errichten.

Nach zwei Stunden lebhafter Diskussionen legten die Zuhörer fest, in Ennest ein Gremium zu bilden, das sich vierteljährlich trifft und sich um Belange des Ortes kümmert. Einmal im Jahr soll eine Dorfversammlung in der Schützenhalle stattfinden. „Nur Gedanken und Anregungen, die ausgesprochen werden, können auch was werden“, so Uli Bock. „Also sprecht uns Ratsvertreter an, wenn euch was auf den Nägeln brennt.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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