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Attendorn, 19. November 2016

Arbeitstherapie Holz stellt 2600 Produkte her

Große Auswahl bei Adventsausstellung in der JVA Attendorn

2600 Produkte bei Adventsausstellung in der JVA Attendorn
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Aus nah und fern strömen stets die Besucher in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Attendorn, wenn die Adventsausstellung der Arbeitstherapie Holz der Gefangenen angekündigt ist. Und weil die Ausstellung mit Verkauf so beliebt ist, heißt es, schnell zu sein, um die begehrten Stücke zu ergattern. Am Sonntag, 27. November, öffnet die JVA von 12 bis 17 Uhr wieder ihre Pforten.

Rund 95 verschiedene Holzprodukte und 65 verschiedene Biegepuppen oder Holzfiguren und eine Vielzahl an Kränzen und Gestecken werden gezeigt. „Insgesamt haben wir rund 2600 Holzprodukte im Angebot“, erklärt Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz. Die Renner dürften auch in diesem Jahr wieder die Kinderküche, der Kaufladen, ein Engel aus Scheitholz und Holzringe sowie Vogelhäuschen sein.  

Neu hinzugekommen sind in der breiten Produktpalette ein Schaukelschiff, ein Weinflaschenträger, ein Schubkasten in Herzform, eine Entenfamilie und die heilige Familie aus Scheitholz. Aber auch bestehende Produkte werden immer wieder überarbeitet. So zeigen sich in diesem Jahr der Puppenwagen, die Vogelhauskombination, ein Futterhaus mit Behälter, der Ponyhof und das kleine Standmotorrad im neuen Gewand. Holzarbeit als Therapie Über 2000 Besucher strömten im vergangenen Jahr in die Räume des zur JVA gehörenden alten Klosters, um dort Holzartikel vom Spielzeug bis hin zu Gartenmöbel zu erwerben. JVA-Leiter Ulf Borrmann erklärt, dass die Herstellung der Artikel in der Holzwerkstatt kein Selbstzweck sei, sondern im Rahmen der Arbeitstherapie stattfindet: Hier sollen auch Häftlinge ohne jede Berufserfahrung durch eine sinnvolle Beschäftigung an eine geregelte Arbeit herangeführt werden. „Obwohl einige nur geringe Fähigkeiten haben, haben die Inhaftierten sehr engagiert gearbeitet und damit wieder eine große Anzahl an verschiedenen Artikel hergestellt“, sagt Borrmann. Ludger Schröder ergänzt: „Mit einigen sehr motivierten Männern hat die Zusammenarbeit großen Spaß gemacht.“
Erwarten erneut einen großen Ansturm auf die Adventsausstellung: (von links) Ludger Schröder, Katrin Bahner und Ulf Borrmann.
In diesem Jahr wurden 98 Inhaftierte in der Arbeitstherapie eingesetzt, die Verweildauer betrug zwischen einem Tag und 28 Monaten. Durch vorgefräste Teile besteht die Möglichkeit, schlechter qualifizierte Häftlinge bei hoher Produktivität zu beschäftigen. Alle Artikel für Kinder entsprechen der Spielzeugnorm: Die Oberflächen sind mit einem speichelfesten Lack lackiert. Die Adventsausstellung der Arbeitstherapie wird ergänzt durch das Blindenwerk Westfalen, einen Motorsägenkünstler, handgearbeitete Puppen und Dekorationsartikel. 

In diesem Jahr müssen Besucher der Adventsausstellung die besondere Straßenführung beachten. Aus Richtung Attendorn kommend, kann man auf der Umgehungsstraße nicht direkt zur JVA abbiegen, sondern muss über Neu-Listernohl fahren. Einen weiteren Hinweis hat Ludger Schröder parat: „Man nicht mit EC-Karte, sondern nur in bar bezahlen.“

Die Holzprodukte sind außerdem vom 7. bis 11. Dezember auch auf dem Attendorner Weihnachtsmarkt erhältlich und darüber hinaus im Dezember auch im „Knastladen“ der JVA. Dieser ist montags und dienstags von 10 bis 15 Uhr und mittwochs bis freitags zwischen 10 und 13 Uhr geöffnet. Wichtiger Hinweis: Neben Bargeld sollten Besucher auch ihren Personalausweis mitnehmen, um in die JVA hineinzukommen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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