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Attendorn, Attendorn-Helden, 10. April 2016

Café „Begegnung“ feiert erfolgreiche Premiere

Gespräche mit Händen und Füßen

Gespräche mit Händen und Füßen
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Zum ersten Mal fand am Freitag, 8. April, im Heldener Pfarrheim das Freitags-Café „Begegnung“ statt. Dieses Café sollte Möglichkeiten zur Begegnung bieten von „Alt-“ und „Neu-Heldenern“ – Einwohnern und Flüchtlingen.

Schon am Eingang hängt ein Schild mit der Aufschrift: Freitags-Café „Begegnung“. Und lädt zu gemeinsamen Kaffee und Kuchen ein. Im Pfarrheim wird schon fleißig Hand angelegt. Viele helfende Hände haben Tische und Stühle gestellt, Spielecken eingerichtet und natürlich Kaffee gekocht und Kuchen gebacken.

Alle Fäden für dieses erste Treffen laufen Susanne Rüenauver zusammen. Sie ist Ansprechpartnerin für den Arbeitskreis „Begegnung und Betreuung“. Im Februar diesen Jahres hatten sich viele ehrenamtliche Helfer aus dem Kirchspiel Helden auf Einladung des Heldener Arbeitskreis „Unser Dorf“ getroffen, um die Arbeit mit Flüchtlingen sinnvoll zu koordinieren. Dabei wurden vier Arbeitskreise gegründet. So auch der mit dem Schwerpunkt „Begegnung und Betreuung“. Namensschilder für die Gäste Und Begegnung fand in großem Rahmen statt. Der Raum ist so voll, dass noch ein zweiter geöffnet wird. Zunächst bekommt jeder Gast ein Namenschild. Viele haben sich schon mal gesehen, aber es sind auch Ehrenamtliche heute hier, die sich zum ersten Mal einbringen. Susanne Rüenauver sitzt mit einer Familie in einer Spielecke. Eduard fordert ihre ganze Aufmerksamkeit. „Ich bin Patin für ihn“, erklärt sie. „Seine Familie wohnt hier im Pfarrheim, und ich kümmere mich besonders um ihn, seine Schwester und seine Eltern.“ Der Dreijährige lacht. Es ist toll, einmal die ganze Aufmerksamkeit für sich zu haben.

Nebenan wird „Mensch-ärgere- dich nicht“ gespielt oder vorgelesen. Die Helfer sind bunt gemischt. Von Teenagern bis hin zu Senioren. „Jeder kann hier seine Fähigkeiten einbringen“, sagt sich Susanne Rüenauver. Am Nachbartisch hilft Maria Höffer weiter. Es gibt Fragen zu Behördenschreiben. Es wird gelacht, mit Händen und Füßen erzählt und natürlich der Kuchen mit einer guten Tasse Kaffee genossen. „Wir haben in Helden und Mecklinghausen jeweils fünf Familien, die wir unterstützen. Sie kommen aus Syrien, Tschetschenien, Albanien, Armenien und Serbien. Außerdem gibt es Container bei Niederhelden, aber die sind zurzeit noch nicht belegt.“ Eduard kommt vorbei. Er hat für Susanne ein Bild gemalt. Nachdem er ordentlich gelobt wurde, düst er wieder zu den anderen Kindern. Sprachkurse und Kinderbetreuung „Wir bieten auch schon zwei Sprachkurse einmal in der Woche an. Während die Eltern 90 Minuten die deutsche Sprache lernen, werden die Kinder hier betreut“, sagt Susanne Rüenauver Mit rund 18 aufgeweckten Steppkes eine anstrengende, aber auch tolle Aufgabe.

Auch Ehrenamtliche aus den anderen Arbeitskreisen („Versorgung und Mobilität“, „Patenschaften“ und „Sprachförderung“) sind zur Premiere des Cafés gekommen. „So sind Absprachen auf dem kleinen Weg möglich“, erklärt Susanne Rüenauver. Was würden sie und ihre Helfer sich wünschen für ihre Schützlinge? Die Heldenerin überlegt einen Moment. „Wir haben Familien, die sind schon ein Jahr hier bei uns und würden gerne arbeiten. Doch es ist schwierig, etwas Passendes zu finden.“ Doch bei so viel Einsatz werden das die „Repetaler Helden“ auch noch schaffen.

„Dieser Treff wird zunächst bis zu den Sommerferien wöchentlich freitags angeboten“, sagt Helferin Jutta Korte. „Dann backen auch die Neu-Heldner mal etwas für uns“, verspricht Susanne Rüenauver. „Baklava soll es geben.“ Weitere Informationen erteilt Susanne Rüenauver (Mail: srueenauver@online.de).
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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