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Attendorn, Attendorn, 18. Juni 2016

Gesichter der Ausbeutung

Gesichter der Ausbeutung
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Bürgermeister Christian Pospischil eröffnete am Samstag, 18. Juni, im Rathaus der Hansestadt Attendorn die Ausstellung „Ich mache deine Kleidung! – Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“.

Die Ausstellung wurde ursprünglich von der niederländischen Kampagne für saubere Kleidung unter dem Titel „Who runstheworld? Girls!“ erstellt. Femnet hat sie 2014 ins Deutsche übersetzt und als Wanderausstellung im Rahmen des Projekts FairSchnitt aufbereitet.

Gezeigt werden neun Gewerkschafterinnen aus Bangladesch und Kambodscha. Dadurch wird deutlich, dass Frauen nicht nur Opfer sind, sondern stark sein können. Die Geschichten dieser neun Frauen werden in Bild und Ton vorgestellt. Arbeiter bekommen ein Gesicht Bürgermeister Pospischil ging in seiner Eröffnung auf die Wichtigkeit dieser Ausstellung ein. „Wir alle kennen die Berichte von schlechten Arbeitsbedingungen in Bangladesch und Kambodscha. Wir sind betroffen und erschrocken, wenn wir Berichte darüber sehen oder von abgebrannten Fabriken hören. Aber in diesen Berichten sind die Betroffenen anonym. Hier in der Ausstellung bekommen sie ein Gesicht.“

Im Rahmen der Ausstellung, die auf Initiative des Arbeitskreises Fairer Handel/Eine Welt, des parteiübergreifenden Frauenarbeitskreises Attendorn und der Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Attendorn Marion Terschlüsen nach Attendorn kam, stellten auch Einzelhändler aus Attendorn nachhaltig produzierte oder fair gehandelte Produkte aus ihrem Sortiment vor, denn auch Attendorn ist seit 2011 Fair Trade Stadt. Kleidung von heimischer Schafswolle Dagmar Kaiser zeigte unter dem Motto „Von heimischer Schafswolle zum Kleidungsstück“ live die Arbeit am Spinnrad. Unterstützung gab es zudem von der „Schülerfirma“ des Rivius Gymnasiums. Sie sind auf dem Weg eine Fair Trade Schule zu werden. Für den musikalischen Rahmen der Vernissage sorgt der Josefschor Attendorn.

Bevor Michaela Reithinger zu ihrem Vortrag „Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie – es geht auch anders!“ einlud, bedankte sich Adelheid Lütteke vom „Eine Welt Laden“ in Attendorn für die breite Unterstützung in der Fußballsprache. „Wir sind viele Spieler, die an einem Strang ziehen und ihrem Ziel des fairen Handels treu bleiben. Seit 30 Jahren halten wir den Ball nicht flach, im Gegenteil, wir haben schoneiniges bewirkt. Uns ist es wichtig, dass nicht nur das neu gekaufte Kleid passt, sondern auch die Umstände unter denen es entstanden ist.“
Die Wanderausstellung ist noch bis zum 29. Juni während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung Attendorn in der Rathausgalerie zu sehen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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