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Attendorn, Attendorn, 2. Mai 2016

Bernd Stelter arbeitet auch am 1. Mai / Comedy-Allrounder

„Gerade den Hochzeitsanzug weggeschmissen“

Vor 800 Besuchern trat Bernd Stelter in der Stadthalle Attendorn auf.
Vor 800 Besuchern trat Bernd Stelter in der Stadthalle Attendorn auf.
Fotos: Nils Dinkel
In mehrere Rollen schlüpfte der Allround-Entertainer während seiner Comedyshow am Sonntag, 1. Mai, in der Stadthalle Attendorn: Bernd Stelter. Der 55-jährige trat mit Witz, Charme und humorvollen Gesangseinlagen vor rund 800 Besuchern auf und traf deren Lachnerven mit dem Programm „Wer heiratet, teilt sich Sorgen, die er vorher nicht hatte“.

Sein Programm, mit dem er seit rund einem Jahr unterwegs ist, begann Bernd Stelter mit einer Frage in die Runde, wie lange denn alle verheiratet seien. „39 Jahre“, rief jemand aus dem Publikum. „24 Jahre und elf Monate“, sagte Stelter über sich selbst. Und die Silberhochzeit stehe quasi schon vor der Tür, was ihn vor ein pikantes Problem stelle: „Meine Frau wird zwei Wochen vorher kommen und sagen, dass ich nochmal meinen Hochzeitsanzug anziehen soll. Da bin ich ihr zuvorgekommen und habe ihn weggeschmissen“, sagte er. Erfolgsquote von ein Prozent Auch Partnerbörsen thematisierte der Comedian in seinem zweistündigen Programm. Eine habe es ihm besonders angetan: Parship. „Über fünf Millionen zahlende Mitglieder. Alle elf Minuten verliebt sich einer. Wenn sich nur einer verliebt, ist das scheiße“, sagte Stelter. Außerdem habe er nachgerechnet. Alle elf Minuten einer, das seien fast sechs die Stunde, rund 52.560 Menschen im Jahr. „Eine Erfolgsquote von zwei Prozent. Halt, eine miserable Erfolgsquote von einem Prozent. Es verliebt sich nur ja nur einer“.

Bernd Stelter las immer wieder aus einem Blog vor. „Früher hatten Frauen Tagebücher. Den goldenen Schlüssel brauchen wir heute nicht mehr suchen. Heute wird dieses Tagebuch online geführt und nennt sich Blog“, erklärte er. Außerdem sei wissenschaftlich bewiesen, dass verheiratete Männer länger leben, was vor allem an dem Satz „Schatz, trink dir doch mal ein Wasser“ liege. Humorvolle Show mit mehreren Rollen In seiner Show schlüpft er in die Rollen eines pubertierenden Jugendlichen oder in die Rolle eines Standesbeamten, der auf einer Tagung für gleichgeschlechtliche Ehen sprach. So sagte dieser zum Beispiel, dass damals bei Familien mit zwei Kindern jedes Kind sein eigenes Zimmer gehabt habe. „Heute sind es fünf Kinder, und jedes Kind hat seinen eigenen Vater.“ Außerdem kam Stelter als Standesbeamter zu dem Entschluss, dass gleichgeschlechtliche Ehen absolut erlaubt sein sollen, ja quasi müssten: „Sollen die Frauen mal am eigenen Leib spüren, wie es mit einer Frau ist.“

Eine Rolle war auch die eines Bauern aus Sundern-Endorf-Rödelspring, der bäuerliche Weisheiten, verpackt in Reime, vortrug: „Trägt die Bäuerin Straps und Mieder, gehen hoch des Bauers Glieder. Trägt sie eher schlicht, dann nicht!“ oder „Junge, Such dir eine Frau die gut kochen kann. Liebe vergeht, der Hunger bleibt“, gehörten zu den Sprüchen des Sauerländer Bauern. „Kurz vor Silberhochzeit kommt noch Sehnsucht auf“ Immer wieder griff Stelter außerdem zur Akustikgitarre oder setzte sich ans Klavier. Neben dem Song „Liebe geht bekanntlich durch den Magen“ thematisierte er das Buch „50 Shades of Grey“.

Für ihn persönlich sei es übrigens gut für die Ehe, dass er viel unterwegs ist. „Nach fast 25 Jahren ist es immer noch so, dass ich auf Tour gehe und nach drei Tagen anfange, meine Frau zu vermissen. Während der Tourneen kommt immer Sehnsucht zu meiner Frau auf“, gewährte Stelter dem Publikum nach vielen Seitenhieben auf das Thema Ehe und Liebe noch einen Einblick in sein persönliches Eheleben.
Ein Artikel von Nils Dinkel

Bildergalerie: „Gerade den Hochzeitsanzug weggeschmissen“