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Attendorn, 30. Mai 2017

5. Runder Tisch Asyl in Attendorn

Flüchtlingshelfer werden über Freizeit- und Arbeitswelt informiert

„Markt der Möglichkeiten“: Angebote für Flüchtlinge
Foto: Ina Hoffmann
Attendorn. Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Teilnehmer des „Runden Tisches Asyl“ am Montag, 29. Mai, im Alten Bahnhof über verschiedene Angebote für Geflüchtete informieren. 45 Ehrenamtliche kamen, um zu erfahren, was den Asylsuchenden in den Bereichen „Arbeit und Beschäftigung“ und „Freizeit und Kultur“ im Raum Attendorn angeboten wird.

Angestoßen durch die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 wurde in Attendorn der „Runde Tisch Asyl“ gegründet. Hier treffen sich ein bis zwei Mal im Jahr ehrenamtliche Helfer, die sich für Flüchtlinge einsetzen und ihnen dabei helfen, sich in ihrer neuen Heimat zurecht zu finden. Bei den Treffen können sie sich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Kathrin Luers, Organisatorin des „Marktes der Möglichkeiten“ und Koordinatorin für Flüchtlingshelfer der Stadt Attendorn, freute sich über die rege Beteiligung der ehrenamtlichen Helfer: „Wenn die Erstversorgung geschafft ist, wird es meist ruhig. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass so viele Menschen sich immer noch ehrenamtlich engagieren und den Flüchtlingen in ihrem Alltag und bei Behördengängen helfen“.Jetzt steht Integration im VordergrundAuch der Bürgermeister war vor Ort. „Anfangs ging es bei den Treffen nur um die Unterbringung und die Erstversorgung. Nachdem diese Herausforderungen gemeistert sind, geht es nun darum, die in Attendorn lebenden Geflüchteten zu integrieren und ihnen zu zeigen, wie ihre Zukunft aussehen könnte“, erklärte Attendorns Christian Pospischil. Zurzeit leben etwa 500 Geflüchtete im Raum Attendorn. Austausch beim "Markt der Möglichkeiten"Anders als bei den bisherigen Treffen des „Runden Tisches Asyl“ gab es diesmal keine Fachvorträge, sondern einen „Markt der Möglichkeiten“. Dabei standen Ansprechpartner aus der Arbeits- und Vereinswelt Rede und Antwort und stellten ihre Projekte vor, wie sie helfen möchten, die Flüchtlinge zu integrieren.

Vertreter der Bereiche „Arbeit und Beschäftigung“ und „Freizeit und Kultur“ informierten an Ständen im Alten Bahnhof von ihrer Arbeit: Theresia Wurm  mit ihrem Projekt "Raus in die Natur", die Erste Deutsche Bäckerfachschule in Olpe, der Internationale Bund, die Caritas, der TV Attendorn 1900, das Regionale Bildungsbüro, der Kreissportbund Olpe, das Jobcenter des Kreises Olpe, das Katholische Jugendwerk Olpe und die Akademie Biggesee."Raus in die Natur"Theresia Wurm stellte ihr Projekt beim „Markt der Möglichkeiten“ vor. Sie organisiert Spaziergänge für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren unter dem Motto „Raus in die Natur“. Wurm: „Dabei geht es vorrangig darum, dass die Kinder sich in der Natur bewegen, an der frischen Luft spielen und ein bisschen gemeinsam werkeln. Das Wissen über verschiedene Pflanzen oder Bäume wird quasi nebenbei vermittelt.“. Sie hat nach ihrem Biologie-Studium bereits zahlreiche Wanderer durch die heimische Natur geführt. Nun möchte sie Flüchtlingskindern bei bisher acht geplanten Wanderungen unter anderem die heimische Tierwelt, den Lebensraum Garten und den Wald näher bringen."Back dir deine Zukunft"Unter dem Motto „Back dir deine Zukunft“ werden in der Ersten Deutschen Bäckerfachschule in Olpe neunwöchige Intensivkurse angeboten, in denen jeweils 15 Flüchtlinge ihre ersten Erfahrungen mit dem Handwerk sammeln können. „Sie können sich in der Zeit mit der Materie bekannt machen und die ersten Schritte beim Backen erlernen. Auch Übungen für Verkaufsgespräche werden gemacht“, erklärte Patrik Kröger von der Bäckerfachschule.

Neben der Praxis wird in einem Deutschkurs die Sprache weiter vertieft. Nach dem Intensivkurs geht es für vier Wochen in ein Betriebspraktikum, wo weitere Erfahrungen gesammelt werden können. „Ziel des Intensivkurses ist es, dass die Teilnehmer einen Ausbildungsplatz in einem Bäckerbetrieb bekommen können“, so Kröger.

Mit dem aktuell laufenden Kurs, der im April startete, haben die Bäcker bereits gute Erfahrungen sammeln können. „Man merkt, dass die Teilnehmer das wirklich wollen und sie geben sich viel Mühe“, wusste er zu berichten. Für den neuen Kurs im September werden noch Teilnehmer gesucht. Beim Runden Tisch können so vielleicht neue Auszubildende vermittelt werden.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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