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Attendorn, Attendorn, 10. Oktober 2015

Abschlussübung des Löschzugs Attendorn lockt zahlreiche Zuschauer an / Drehleiter rettet "Eingesperrte"

Feuerwehr simuliert Chemieunfall am Rathaus

Feuerwehrübung: Zusammenhalt in der Katastrophe
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Blaulicht und Sirenen am Rathaus, eingesperrte Personen im Ratssaal und auf dem Dach des Gebäudes, Schutzanzüge gegen starke Hitze und Chemikalien: Der Löschzug Attendorn hat am Samstagnachmittag in der Hansestadt bei der jährlich stattfindenden Abschlussübung eine Kostprobe seines Könnens gegeben. Zahlreiche Besucher hatten sich bei bestem Wetter eingefunden und verfolgten den simulierten Katastrophenseinsatz, darunter auch Bürgermeister Christian Pospischil und sein Vor-Vorgänger im Amt, Alfons Stumpf.

Schon kurze Zeit nach der Alarmierung traf die Drehleiter ein, gefolgt von sieben weiteren Fahrzeugen, die den Klosterplatz innerhalb von Minuten zum Einsatzort machten. Löschzugführer Winfried Klöwer erklärte den Zuschauern anschließend die Arbeit der Wehr.

Die angenommen Notlage: Aufgrund eines Schwächeanfalls fuhr der Fahrer eines Kurierdienstes mit dem Fahrzeug gegen den Eingangsbereich des Rathauses. Der Fahrer war bewusstlos, aber nicht eingeklemmt. Zur Ladung des Transporters gehörten mehrere Stückgüter, die durch den Aufprall beschädigt wurden und deren Inhalt chemisch miteinander reagierte. Das führte zu einem Entstehungsbrand mit starker Rauchentwicklung, die sich durch die geöffnete Eingangstür im Gebäude verbreitete. Mehrere Personen befanden sich im Eingangsbereich und mussten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Zwei Personen hielten sich im Ratssaal auf und machten sich am Fenster bemerkbar. Sie wurden mit Hilfe der Drehleiter gerettet. Die kam nochmals zum Einsatz, als ein Handwerker auf dem Rathausdach erschien und um Hilfe rief. Simulation in Schutzanzügen
Auf dem Klosterplatz zeigte die Wehr nicht nur, wie gut die einzelnen Kameraden als Team im Einsatz zusammenarbeiten, sondern die Wehr gab auch einen Einblick in ihre Ausrüstung. Im Mittelpunkt standen die Schutzanzüge für die jeweiligen Einsätze. Zum einen der Chemikalienschutzanzug, mit dem man in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann und zum anderen die Hitzeschutzkleidung, die bei extremer Hitze durch Flammen, Kontakthitze, Strahlungshitze, Funken, feuerflüssiger Medien sowie heiße Gase und Dämpfe entstehen kann, schützt. Die Zuschauer, ob groß oder klein, zeigten sich beeindruckt. Nach rund 45 Minuten war der Einsatz beendet. Kleiner Nebeneffekt: Im Rathaus selber hatte die Brandmeldeanlage durch den Rauch für die Übung angeschlagen. Da war die kostenlose Funktionsprüfung inklusive. „Nun arbeiten wir mindestens noch zwei Stunden im Feuerwehrhaus, damit wir alle Fahrzeuge wieder richtig bestückt und einsatzbereit haben“, erklärte Löschzugführer Winfried Klöwer zum Abschluss.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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