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Attendorn, 03. Dezember 2016

Kirchliches Angebot vereint Treffpunkt, Tafel, Kleiderkammer und „Agil“-Büro

Feierliche Einweihung des Begegnungszentrums „Lebensfroh“

Feierliche Einweihung des Begegnungszentrums „Lebensfroh“
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Schwalbenohl. Feierlich eingeweiht worden ist jetzt das Sozial- und Begegnungszentrum „Lebensfroh - Kirche im Laden“ an der Danziger Straße 2 in Attendorn. Das neue Zentrum in Trägerschaft der evangelischen Kirche und des Diakonischen Werks vereint Begegnungszentrum, Tafel, Kleiderkammer und „Agil“-Büro unter einem Dach. Für weitere Angebote ist im Zentrum ebenfalls Platz.

„Was lange währt, wird endlich gut. „Überall werden Kirchen geschlossen, und wir eröffnen hier etwas Neues.“, freute sich Dr. Christof Grote bei der Begrüßung der Gäste, die zahlreich ins „Lebensfroh“ gekommen waren. Auf rund 700 Quadratmeter im ehemaligen „Coop“-Laden „Im Schwalbenohl“ gibt es jetzt ein zentrales und vielfältiges Hilfsangebot. „Als ich mit meiner Familie als Pastor nach Attendorn kam, klingelten immer wieder Menschen an unsere Haustür und baten um etwas zu essen“, erinnerte sich Dr. Grote an die Anfänge, an die zahlreichen Hilfsangebote rund um die evangelische Kirche in Attendorn. „Wir haben Stullen geschmiert und überlegt, wie man dauerhaft helfen kann.“

Das war die Geburtsstunde der Tafel in Attendorn, die 1998 ihre Pforten öffnete. „Doch die erschreckend erfolgreiche Tafelarbeit brachte uns räumlich an unsere Grenzen“, so Grote. Gleiches galt für die Kleiderkammer, die nach Brandschutzbestimmungen für ihre ehemaligen Räumen nicht mehr weiter geführt werden durfte. „Schließen oder umziehen waren die Alternativen. Wir wollten umziehen, und so entstand die Vision eines neuen Zentrums.“ Durchhaltevermögen zahlt sich aus Doch das erforderte viel Durchhaltvermögen. Dafür bedankte sich Wolfgang Dröpper vom Presbyterium nochmals ausdrücklich bei Pastor Grote. Zunächst war ein anderer Leerstand ins Visier der Planungen geraten, musste dann aber kurz vor der Realisierung verworfen werden. „Schließlich kam der Hinweis der Stadt auf diesen Leerstand, und wir konnten uns mit der Wohnungsbaugenossenschaft als Eigentümer hinsichtlich der Kosten einigen“, erzählte Grote weiter. Unterstützung gab es von der Stadt, vom Bauamt, dem Arbeitskreis Schwalbenohl mit Horst Peter Jagusch an der Spitze und vielen freiwilligen Helfern. Es wurde umgebaut, gestrichen, eine Theke für die Tafelausgabe gebaut, ein Behinderten-WC errichtet und vieles mehr. „So ist ein Ort entstanden, wo deutlich wird, wofür Kirche heute steht“, freute sich Grote. Neu geplant sind  für Januar ein wöchentlicher offener Treffpunkt und ein Waffelcafé. Lob vom Bürgermeister Lobende Worte gab es auch von Bürgermeister Christian Pospischil: „Das ,Lebensfroh ist  ein wichtiger Bestandteil der Quartiersentwicklung Schwalbenohl“, sagte das Oberhaupt der Hansestadt. Derweil zeigte sich Klaus Majoress, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, bei seiner Ansprache zu Scherzen aufgelegt : „Ich mache nur ein kurzes Grußwort, denn was für die Katholiken das Fegefeuer, ist für die Evangelen ein Grußwort“. 

Hans Peter Jagusch, Arbeitskreis Schwalbenohl und stellvertretender Bürgermeister, freute sich über die Beseitigung eines Leerstandes und regte noch ein Frühstück für Arbeitslose an. Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, lobte die Kooperation aller Beteiligten. Zum Abschluss versprach Dechant Neuser auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit beider Konfessionen. Er freute sich besonders über die Bezeichnung „Kirche im Laden“. Neuser: „Bei Laden denke ich nicht an Konsum, sondern an einen Ort, wo man auf Menschen trifft, und Kirche ist hier nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort, wo sich Menschen als Christen engagieren.“
Öffnungszeiten und Kontakt
  • Die Ausgabe der Kleiderkammer erfolgt derzeit jeweils montags von 14 bis 17 Uhr. Die Annahme ist dienstags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr möglich.
  • Kontakt: Claudia Schulz: 02722 / 63 44 786 und 01578 930 75 60
  • Elke Lesko: 02722 / 29 07
  • Die Attendorner Tafel ist an jedem letzten Dienstag im Monat von 14.30 bis 17 Uhr für die Bedürftigen da.
  • Seit September ist auch das AGIL-Büro, für das Ute Jedamzik verantwortlich ist, an der Danziger Straße untergebracht. Unter der Überschrift „AGIL – Aktion für Generationen, Integration und Lebensqualität“ werden so ältere Menschen und ihre Angehörigen unterstützt mit dem Ziel, dass sie in ihrer vertrauten Wohnung bleiben können.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Feierliche Einweihung des Begegnungszentrums „Lebensfroh“