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Attendorn, 07. Juni 2018

Neuer tierischer Gast in Niederhelden

Familie Höffer zieht Rehkitz „Sven" groß

Ricke mit männlichem Namen: „Sven
Ricke mit männlichem Namen: „Sven" ist jetzt schon auf den Geschmack von Löwenzahn gekommen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Niederhelden. Sven liegt in der Sonne und genießt das gute Wetter. Das Gehege gibt dem kleinen Tier Sicherheit, und Ersatzmutter Maria Höffer ist ja auch in Sichtweise. Seit rund zehn Tagen gibt es im Hause Höffer einen neuen Mitbewohner: Rehkitz Sven.

„Eigentlich ist Sven eine Svenja, aber wir haben uns an den Namen gewöhnt“, so Maria Höffer. Benannt wurde der kleine Waldbewohner nach seinem Retter Sven Mantel. Der ist Jäger und bekam am letzten Wochenende einen Anruf, dass bei seinem Jagdrevier „Im Ebbe“ ein Reh überfahren worden sei.

„Ich hatte die Ricke schon zuvor des Öfteren mit ihrem Kitz gesehen und wusste auch, wo das Kleine liegt“, sagt Mantel. Zunächst wartete der Jäger ab, ob es wirklich das richtige Muttertier war. „Doch auch nach mehrstündigem Warten blieb das Kitz verlassen liegen.“ Nun war guter Rat teuer, denn die Aufzucht eines Rehkitz´ erfordert Zeit und Geduld.
Sven Mantel griff also zum Handy und startete einen Rundruf bei anderen Jäger und bat um Hilfe. „Einer gab mir den Tipp, es mal bei Höffers in Niederhelden zu versuchen“, so der Waidmann. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. „Als morgens bei uns das Telefon schellte und Sven Mantel mir die Situation erklärte, da konnte ich nicht Nein sagen“, lacht Maria Höffer. Immerhin gibt es in ihrem Garten eine „Tierauffangstation“. „Das ist eine Seite von unserem Hühnerstall“, so die Niederhelderin. „Wir haben auch noch zehn Schafe und damit auch immer wieder Lämmer. Wenn die per Hand aufgezogen werden müssen, dann ziehen sie in unserer Tierauffangstation direkt neben unserem Haus.“
Maria Höffer und ihr Schützling
Auch ein Rehkitz hat hier, vor Sven, schon einmal Unterschlupf gefunden. „Aber das Tier war so schwer verletzt, dass es nicht überlebt hat“, seufzt Maria Höffer. Ein Bussard hingegen konnte mit ihrer Hilfe gerettet werden. „Der Vogel konnte nicht mehr fliegen. Wir haben ihn aufgepäppelt und schließlich an die Raubvogelstation gegeben. Heute lebt er in einem Park in Hellethal in der Eifel.“ Als nun für Sven Hilfe gesucht wurde, zögerte Maria Höffer nicht lange. „Ich hab mich nochmals im Internet schlau gemacht, was wir genau benötigen, und dann konnte das Abenteuer beginnen.“ Rund vier Wochen ist Sven jetzt alt, schätzt Sven Mantel. Mit Lämmermilch wurde die Kleine zunächst alle drei Stunden, auch nachts, gefüttert.

Mittlerweile ist Sven nicht nur größer und agiler, sondern auch deutlich zutraulicher geworden. Auch die Nachbarskinder sind ganz begeistert und geben die Schmuseeinheiten, die vom den Tier auch eingefordert werden. „Die sind nötig. In der Natur wird ein Kitz ja auch von der Mutter abgeleckt“, sagt maria Höffer.
Neben dem Stall, in den Sven jederzeit sich zurückziehen kann, liebt das Tier sein kleines Freigehege, das die Familie Höffer für den kleinen Gast gebaut hat. Und neben Milch hat das Kitz auch schon sein Interesse für andere Leckerbissen entdeckt: Löwenzahl steht ganz oben auf dem Speiseplan. Was aus Sven einmal werden wird, darüber macht sich weder Familie Höffer noch Sven Mantel, der regelmäßig nach seinem Schützling schaut, derzeit Gedanken. „Zunächst muss sie überleben“, sind sie sich einig.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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