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Attendorn, Attendorn, 12. Januar 2016

Sondersitzung des Rates: Unterbringung von Flüchtlingen führt zu „zeitlicher Dringlichkeit“

Einstimmiges Votum für Umbau von Forstamt und Schule

Rat: Forstamt und Schule werden umgebaut
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Einstimmig hat die Stadtverordnetenversammlung der Hansestadt Attendorn in einer Sondersitzung am Montag das vorgelegte Programm für die Hochbaumaßnahmen in diesem Jahr beschlossen. Die Entscheidungsfindung führt eigentlich über die einzelnen Ausschüsse, doch „eine besondere zeitliche Dringlichkeit“ – auch mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen – machte eine Abstimmung direkt im Rat notwendig.

Auf Nachfrage von Markus Becker (FDP/Die Grünen) erklärte Bürgermeister Christian Pospischil, dass es laut Bezirksregierung und Landrat nicht vorgesehen sei, die Rundturnhalle in Attendorn und die Kreissporthalle in Olpe über den Februar hinaus als Unterkunft zu belegen. „Ab da werden uns die 200 Plätze in der Rundturnhalle nicht mehr auf unser Kontingent angerechnet“, so Pospischil „Wir müssen daher mit rund 40 Neuzuweisungen im Monat rechnen.“

Es sei daher erforderlich, bereits jetzt den Umbau der Gemeinschaftsgrundschule Lichtringhausen und die Ausbauarbeiten für das ehemalige Forstamt Neu-Listernohl zu beschließen, damit möglichst zeitnah weitere Unterkünfte zur Verfügung stehen, um der drohenden Obdachlosigkeit von Flüchtlingen entgegenwirken zu können. Umbau des ehemaligen Forstamts Das ehemalige Forstamt muss für die Unterbringung von Flüchtlingen umgebaut werden. Zu diesem Zweck müsse das Gebäude erstmals mit Warmwasser versorgt und mit einem zweiten Rettungsweg ausgestattet werden. Dieser soll durch den Anbau einer Stahltreppe geschaffen werden. Außerdem sollen in dem ehemaligen Forstamt diverse Nasszellen eingerichtet werden. Auch sind einige Grundrissänderungen vorzunehmen, sodass insgesamt mit Kosten von rund 190.000 Euro gerechnet wird.

In der Grundschule Lichtringhausen sollen neben den bestehenden Toiletten neue Duschanlagen angebaut werden, die dann von dem Unterbringungsgebäude durch einen Flur selbst unmittelbar betreten werden können. Die Maßnahme wird 85.000 Euro kosten. Entsprechende Haushaltsmittel stehen für diese Umbauten in beiden Objekten zur Verfügung. Innenstadt-Wohnung derzeit nicht vermietbar Eine in der Innenstadt Attendorns gelegene Wohnung ist aufgrund ihres baulichen Zustandes nicht vermietungsfähig. Neben dem Einbau eines neuen Bades sind der Einbau einer Etagenheizung, diverse Elektroarbeiten, neue Bodenbeläge und diverse Anstreicherarbeiten notwendig.

Marius Becker (FDP/Die Grünen) regte weiter an, bei der Flüchtlingsunterbringung aus dem „Reagier-“ wieder in den „Agier- Modus“ zu kommen. Dafür sei die Implementierung eines Flüchtlingsrates, der die Arbeit professionell und vernünftig strukturiere, ein geeignetes Mittel. „Als Vorbild kann man den Arbeitskreis Stadtmarketing nehmen“, so Becker, „kleine Arbeitsgruppen mit zehn bis zwölf Personen beschäftigen sich mit einem zentralen Thema und erarbeiten Lösungen, die dann durch den Flüchtlingsrat umgesetzt werden.“ CDU kritisiert FDP/Die Grünen Das rief Uli Selter (CDU) auf den Plan. Die CDU habe genau das im Dezember in der Ratssitzung vorgeschlagen. Der Vorschlag sei abgelehnt worden. Nun kämen die FDP/Die Grünen daher und würden den gleichen Vorschlag nur mit anderem Namen einbringen.

Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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