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Attendorn, Attendorn, 25. Juni 2015

Stadt Attendorn beschließt Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft

Dreier-Gespann für Bürgerwindpark

Bürgerwindpark: Weichen sind gestellt
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Die Stadt Attendorn hat die Weichen für die Realisierung eines Bürgerwindparks gestellt: Bei der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch fiel das Votum für die Gründung einer für das Vorhaben zuständigen Projektentwicklungsgesellschaft einstimmig aus. Diese besteht aus der Bigge Energie, der Hansestadt Attendorn und der Volksbank Bigge-Lenne. Nicht im Boot ist hingegen die Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem.

Auf Nachfrage von Marius Becker erklärte Bürgermeister Christian Pospischil, die Sparkasse hätte in ersten Gesprächen zunächst Interesse an einer Beteiligung bekundet, dann aber dem Projekt eine Absage erteilt. „Der Zeitpunkt der Absage war unglücklich und ich kann auch die strategische Erwägungen für die Absage nicht erklären“, so der Bürgermeister. Deutlich machte Pospischil, dass er die Entscheidung respektiere. Einem späteren Einstieg der Sparkasse erteilte er dennoch zugleich eine eindeutige Absage: „Entweder ist man von Anfang an dabei oder gar nicht.“

Mit der Zustimmung für die neue Gesellschaft will die Stadt einen Fuß in der Tür halten - sowohl bei der Ermittlung möglicher Flächen für Windkraftanlagen und bei der Berücksichtigung der Belange der Stadt und der Bürger als auch bei den zu erwartenden Renditen. Von einem Bürgerwindpark erhoffe sich die Verwaltung daher auch eine hohe Akzeptanz vonseiten der Bevölkerung. „Wir wollen lieber aktiv steuern als passiv leiden“, so Pospischil. Gesellschaft soll Gespenst der „Verspargelung" vertreiben Baudezernent Carsten Graumann erklärte: „Wir werden Konzentrationsflächen nach genauen Prüfungen im Flächennutzungsplan darstellen, und dann sind die anderen Flächen raus.“ Das Gespenst „Verspargelung der Landschaft“ will die Stadt auf diese Weise umgehen. „Wenn wir nicht handeln und Vorrangflächen ausweisen, dann sind Flächen im gesamten Stadtgebiet möglich“, fügte Graumann hinzu und betonte, dass die Verwaltung auf „verlässliche Partner vor Ort" setze, um nicht außenstehenden Projektentwickler das Feld überlassen zu müssen.

Auch Roland Schwarzkopf von der Bigge-Energie sprach sich für die Projektentwicklungsgesellschaft aus. „Wir als Versorger sind verpflichtet, uns an der Energiewende zu beteiligen“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens. Mit der Projektentwicklungsgesellschaft hätten die Beteiligten die Möglichkeit, regulierend einzugreifen. „Der erzeugte Strom wird in unser Netz eingespeist und wir müssen investieren, damit das möglich ist.“ Das wiederum werde dann besonders teuer, wenn die Windanlagen im gesamten Stadtgebiet verstreut sind. „Der Strom kommt nun mal nicht von alleine aus der Steckdose“, so Schwarzkopf. Gespräche mit Bürgern und Grundstücksbesitzern Nach dem positiven Beschluss sollen nun die Bürger informiert und Grundstückseigentümer, deren Flächen für die Ausweisung von Vorrangzonen in Frage kommen, kontaktiert werden. Beide Schritte sollen möglichst zeitnah vollzogen werden. „Diese Kontaktaufnahme ist noch keine Festlegung der Standorte“, machte Pospischil deutlich. „Die Festlegung von Standorten wird sich erst später im Rahmen des weiteren Planungsverfahrens definitiv abzeichnen.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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