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Attendorn, 03. Oktober 2016

Die Maus öffnet Türen in Attendorn

Türen auf in Attendorn: Mit der Maus konnten Kinder die Spielzeugherstellung der JVA und die Goldschmiede
Türen auf in Attendorn: Mit der Maus konnten Kinder die Spielzeugherstellung der JVA und die Goldschmiede "VerzauberSchmuck" entdecken.
Foto: Ina Hoffmann
Attendorn. Der Tag der Deutschen Einheit stand dank der orangen Fernseh-Maus erneut im Zeichen der Kinder: „Die Sendung mit der Maus“ hatte zum sechsten Mal zum deutschlandweiten Türöffner-Tag aufgerufen. Ziel der Aktion ist es, Türen zu öffnen, die Kindern sonst verschlossen bleiben und die Arbeit dahinter zu erklären. Deutschlandweit nahmen mehr als 640 Einrichtungen, Vereine Unternehmen und Werkstätten an der Aktion teil.

Auch Attendorn beteiligte sich mit zwei Türöffnern an dem Aktionstag: In der Goldschmiede „VerzauberSchmuck“ und in der Spielzeugherstellung der Justizvollzugsanstalt Attendorn konnten kleine Entdecker viel erleben. Goldschmiede "VerzauberSchmuck"Die Gold- und Silberschmiedemeisterin Ursula von Sobbe-Bitzer nahm zum ersten Mal an dem Maus-Aktionstag teil und freute sich über die große Nachfrage. „Die Kurse waren schnell ausgebucht. Wegen der starken Resonanz habe ich mich gleich dazu entschlossen, einen weiteren Kurs anzubieten und auch der ist ausgebucht“. Für das Erlebnis, selbst Schmuck und Dekogegenstände herzustellen, nahmen die Maus-Fans weite Anreisen gerne in Kauf. „Ich habe fast keine Kinder aus dem Olper Kreis zu Gast. Heute kamen viele aus dem Ruhrgebiet extra nach Attendorn“, freute sich die Goldschmiedin. Die Olperin lud je sechs Kinder zu ihren Workshops in ihren Ausstellungsraum in Vosssiepen ein. Dort konnten die Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren an Werkbänken selbst Hand anlegen. Schlüsselanhänger, Lesezeichen und kleine Schalen standen zur Auswahl. Die neunjährige Merrit aus Sankt Augustin erhitzt mit der Hilfe von Ursula von Sobbe-Bitzer ihr vorbereitetes Metallstück mit Propangas auf 600 Grad, um es biegsam zu machen. So kann sie ihr Wunschmotiv besser auf das Lesezeichen einprägen: „Ich möchte drei Punkte auf das Lesezeichen drucken. Es gibt ja die Drei Fragezeichen und die Drei Ausrufezeichen- deshalb nennen wir uns als Geschwister die drei Punkte“, erklärt sie stolz. Ihre Schwester Ronja ist derweil eifrig dabei, ihren Schlüsselanhänger mit der Bügelsäge zu bearbeiten. Dank der Hilfe der Eltern und Ursula von Sobbe-Bitzer können alle Kinder stolz ihre selbstgefertigten Stücke mit nach Hause nehmen. Spielzeugherstellung in der JVA In der Justizvollzugsanstalt Attendorn gingen die Maus-Fans der Frage nach, wie Holzspielzeug hergestellt wird. Bereits zum dritten Mal begrüßten mehr als 30 Angestellte und Inhaftierte kleine Gäste in den Werkstätten der JVA zeigten, wie aus einem Brett ein Spielzeug wird. Der Rundgang startete mit einem Exkurs über die Lärche, dem Baum, aus dessen Holz die Spielzeuge in der JVA gefertigt werden. Am Trockenraum erfuhren die kleinen Entdecker, wie das Holz des gefällten Baums getrocknet und gelagert wird, bevor sie dann beobachten konnten, wie die Bretter zurechtgesägt werden. Bei der Herstellung der Rohlinge staunten die Kinder über die präzise Arbeit der computergesteuerten Fräsen und nahmen die Enten in Empfang, die sie beim weiteren Rundgang selbst montierten: So bekamen die kleinen Spielzeugenten Räder und Flügel, bevor mit einem Laser der Name des Erbauers auf die Ente gebrannt wurde. Jürgen Streiß, stellvertretender Leiter der JVA, freute sich über die vielen strahlenden Kinder: „Es ist doch toll, wenn es auch schöne Nachrichten rund um eine Justizvollzugsanstalt gibt und man nicht nur Gesetzesverstöße damit in Verbindung bringt“. Auch in diesem Jahr interessierten sich besonders viele Maus-Fans für die Spielzeugherstellung in Attendorn. „Mehr als 500 Kinder sind heute in die JVA gekommen. Nicht nur aus der Umgebung, sondern sogar aus dem Ruhrgebiet und aus dem Münsterland. Wir konnten uns vor Anfragen kaum retten“, so Streiß. So ist es keine Frage, dass auch im nächsten Jahr wieder kleine Maus-Fans in Attendorn auf Entdeckertour gehen können.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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