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Attendorn, Attendorn, 29. Juni 2015

Helios Klinik: Personal reinigt Hände überdurchschnittlich oft / Ausstellung „Keine Keime“

Desinfektion als schlagkräftige Waffe

Prof. Henning Rüden, Leiter der Helios-„Fachgruppe Hygiene
Prof. Henning Rüden, Leiter der Helios-„Fachgruppe Hygiene", Geschäftsführer Tobias Hindermann, Fachkrankenpfleger Stefan Lorenz und Regional-Hygieniker Dr. Christof Alefelder.
Die konsequente Desinfektion der Hände gilt in Krankenhäusern als wichtige Waffe gegen Keime. In der Helios Klinik in Attendorn werde diese Waffe besonders häufig eingesetzt, hat das Krankenhaus im Rahmen der Ausstellung „Keine Keime“ erklärt.

Doppelt so häufig wie an durchschnittlichen Kliniken desinfiziere das Personal hier seine Hände. „Unsere Zahlen steigen seit Jahren – der Verbrauch von Desinfektionsmittel ist dabei die eindeutige Messgröße“, erklärte Stefan Lorenz, Hygienefachkraft in Attendorn. Seit 2008 nimmt die Helios Klinik freiwillig an „KISS“ teil, dem unabhängigen Krankenhaus-Infektions-Überwachungs-System. Inzwischen werde auf fast allen Stationen weit mehr als die Referenzmenge an Händedesinfektionen durchgeführt – auf einigen sogar fast dreimal so viele.

Auch die Überwachung der Antibiotika-Verabreichung sei eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Keimeindämmung. „Darum kümmern sich zwei sogenannte ,Antibiotic Stewards´, speziell weitergebildete Fachärzte, die das Keimspektrum kontrollieren und versuchen, die Bildung von Antibiotika-Resistenzen zu verhindern“, so Lorenz. „Jedes Haus hat ein eigenes Keimspektrum, hier auf dem Land haben wir weniger Keime als in der Großstadt. Trotzdem wollen wir möglichst sparsam mit Antibiotika umgehen, um Resistenzen zu vermeiden.“ Ausstellung mit Selbstversuchen Dass in Attendorn alles für die Hygiene getan wird, davon überzeugte sich Fachgruppenleiter Prof. Henning Rüden bei der letzten Begehung. Der renommierte Mediziner ist ehemaliger Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité. Heute berät er das gesamte Unternehmen HELIOS in Fragen der Keimvermeidung und freut sich über Aktionen wie „Keine Keime“ der Krankenhausgesellschaft NRW, die die Wanderausstellung allen 350 Kliniken in Nordrhein-Westfalen angeboten hat. „Wir waren eines der ersten Häuser, das die Ausstellung gezeigt und die Fragen der Besucher beantwortet hat – und insbesondere bei unserem Tag der offenen Tür war sie ein Highlight“, erzählt Stefan Lorenz.

Viele Besucher testeten die Wirkung der Händedesinfektion in der „Black Box“ unter Schwarzlicht – dieses zeigt deutlich, wo man gut desinfiziert hat und welche Stellen an den Händen vielleicht vergessen wurden. Denn Hygiene fange im Krankenhaus nicht erst bei der OP an. In Attendorn ist jeder Besucher dazu aufgefordert, sich schon beim Betreten der Eingangshalle die Hände zu desinfizieren. (LP)

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