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Attendorn, Attendorn, 13. Mai 2016

Bis zu 500 Teilnehmer feiern

Bäumchen, Bier und bunte Autos

Bäumchen, Bier und bunte Autos
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Sie sind wieder unterwegs. Die Schüler, die ihr Abitur in Attendorn bestanden haben, ob am Rivius- oder am St.-Ursula-Gymnasium. „Bäumchensetzen“, diese Tradition, die die Wartezeit zwischen Abi Klausuren und Zeugnisausgabe versüßt, steht in den kommenden Wochenenden wieder dick im Terminkalender.

Los ging es am Freitag, 13. Mai, wie jedes Jahr am Startpunkt an der Stadthalle. Hier trafen sich die bunten Autos und ihre Insassen. Zunächst gab es wie alle Jahre die Ansprache der Polizei, die nochmals an die Vernunft der Abiturienten und Bäumchensetzer appellierte, damit auch kommende Generationen noch in den Genuss dieser Tradition kommen können. Mit bunt bemalten Autos und lautem Hupen ging es los. Erstes Ziel war Albringhausen, zweiter Stopp die Schlachtwiesen bei Mubea. Der Joker wird in Eseloh gefeiert. Der Brauch des Bäumchensetzens ist einzigartig in Deutschland und begann in den 1970er-Jahren, als eine Gruppe Rivianer mit bepackten Bollerwagen von Garten zu Garten zog und den frisch gebackenen Abiturienten bei Kaffee und Kuchen ein Bäumchen als Symbol für eine erfolgreiche Zukunft pflanzten. Schmähgesänge heizen Konkurrenz an Gepflanzt wird ein Bäumchen auch noch heute, allerdings mit mehreren Pflanzlöchern und spektakulären Sprüngen von Bäumen oder Garagen. Heute ist der Show-Charakter nicht zu verachten. Dabei gibt es eine „Konkurrenz“ zwischen Rivianern und Ursulinen, die sich in nicht ganz ernst gemeinten Schmähgesängen äußert. Sind alle Bäumchen mehr oder weniger gut eingepflanzt, heißt es für die bis zu 500 Teilnehmer „Caritas“ mit Getränken und Speisen. Dann geht es zum „Joker“, der Fete zum Abschluss des jeweiligen Bäumchensetzens. Bei lauter Musik wird geredet, gesungen, gegrillt und gefeiert.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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