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Attendorn, Attendorn, 29. Juli 2015

Marc Haselbach sammelt einzigartige Gegenstände / Ausstellung Ende August

Auf der Suche nach Wundern der Hansestadt

Eine Figur sah der Künstler im besonderen Licht der Biggetalsperre, brachte sie einmal abstrakt und dann real zu Papier.
Eine Figur sah der Künstler im besonderen Licht der Biggetalsperre, brachte sie einmal abstrakt und dann real zu Papier.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
„Haben sie eins der Attendorner Wunder?“ Diese Frage stellt Marc Haselbach, Inhaber des diesjährigen Attendorner Kulturstipendiums. Und er stellt diese Frage nicht irgendjemanden, er stellt sie allen Einwohnern der Hansestadt. Am Mittwoch, 29. Juli, war er zum ersten Mal mit einem Stand auf dem Wochenmarkt vor der Kirche vertreten.

Seit 2006 wird das Attendorner Kulturstipendium vergeben, für das sich Künstler aus ganz Deutschland bewerben. So auch der Berliner Marc Haselbach, der unter 40 Bewerbern in diesem Jahr den Zuschlag erhielt. „Wunderkammer“ heißt sein Projekt. „Im Mittelalter wurden in Wunderkammern Kuriositäten aufbewahrt, die die Leute verblüfften“, erklärt Haselbach. „Ich möchte eine Wunderkammer von Attendorn erstellen, die einzigartige Dinge zeigt, die es nur hier gibt.“ Schützenvogel als erstes Exponat Als erstes Exponat hat er sich den diesjährigen Attendorner Schützenvogel gesichert. „Ich habe mit Markus Harnischmacher (1. Vorsitzender der Schützengesellschaft, Anm. d. Red.) gesprochen, und er hat sich sofort bereit erklärt, den Vogel für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Wir haben auch die Flügel wiederbekommen. Die hatten sich eigentlich einige Kinder gesichert“, sagt der Berliner. Um zu sehen, wie einmalig das Schützenfest in Attendorn ist, war Haselbach beim Schießen an der Vogelsruthe vor Ort. Auch im Festzug ist er mitmarschiert.
Doch das soll nur der Anfang sein. „Ich hätte gern etwas von den Vereinen vor Ort, etwas vom Osterbrauchtum oder den Karnevalisten, vom SGV oder den Gesangvereinen. Aber auch von Attendorner Bürgern, die zu Hause etwas Einmaliges haben, was zu Attendorn gehört - sei es ein Foto, ein spezieller Gegenstand oder ein altes Werkzeug.“ Da das Ganze aber nicht unbedingt historische Dinge sein müssen, würde er sich auch über einen Spaten vom Bäumchensetzen freuen. Bildhauer und Maler Haselbach selbst bringt seine Talente als Bildhauer und Maler mit in die Ausstellung. „In der Attahöhle darf ich zeichnen und auch vom Biggesee habe ich schon Zeichnungen erstellt“, sagt er. In diesem Zuge habe er vom Ruhrverband auch ein Teil einer Stauklappe und Zeichnungen vom Bau der Talsperre für seine Wunderkammer bekommen. „Bis jetzt habe ich acht Wunder zusammen, aber es wäre schön, wenn es mindestens 20 würden.“ So hat er gerade einen Stein im Bereich des Biggesees gefunden, in dem ein Gesicht zu erkennen ist, oder eine Wurzel in Form eines Schafskopfes. „Das sind Dinge, die mich als Bildhauer ansprechen und faszinieren. Sie sind ein Wunder der Natur.“
Ein Gesicht in diesem Stein aus dem Biggesee entdeckte Marc Haselbach. Ein Wunder der Natur.
Am 1., 8., 12. und 15. August wird Marc Haselbach wieder auf dem Marktplatz in Attendorn stehen - und hofft, dass Attendorner dann weitere spannende Gegenstände spenden. Am 27. August ist die „Wunderkammer“ dann in der Attendorner „üNN Hall", den ehemaligen Hoeschhallen, zu sehen (Beginn: 19 Uhr). Außerdem gibt es weiterere Besichtigungsmöglichkeiten am 29. und 30. August. Wer nicht zu Marc Haselbach auf den Marktplatz kommen kann, erreicht ihn telefonisch unter 0179/4283745. „Besondere Wunder" holt er auch persönlich ab.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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