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Attendorn, 25. März 2017

Ladenlokal wird zur mittelalterlichen Schreibstube

Attendorner St.-Ursula-Realschüler arbeiten an Schulbibel in Handschrift

Die Schüler arbeiten verkleidet als Mönche in einer Abtei-Kulisse an der Bibel.
Die Schüler arbeiten verkleidet als Mönche in einer Abtei-Kulisse an der Bibel.
Foto: privat
Attendorn. 100 Jahre St.-Ursula-Schule, 500 Jahre Reformation, 40 Tage Fastenzeit – das Zusammentreffen dieser Zahlen bringt eine besondere Aktion der St.-Ursula-Realschule auf den Punkt. Unter dem Motto „Wir schreiben Geschichte“ schreiben Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Familien bis Ostern an ihrer eigenen Schulbibel - und zwar so, wie es früher war: in feiner Handarbeit.

Über 100 Personen haben sich gemeldet, um an den 89 Kapiteln der vier Evangelien des Neuen Testaments zu schreiben. „Die Resonanz auf die Idee war sehr groß, und wir freuen uns, dass so viele mitmachen. Es ist schließlich eine sehr lebendige Art, sich mit dem Glauben und seiner Geschichte auseinander zu setzen“, freute sich Konrektor Rudolf Schmidt, der gemeinsam mit Pfarrerin Christiane Berthold, seiner evangelischen Schulkollegin, das Projekt ins Leben gerufen hat.

Neugierige können den Schülern in der Attendorner Innenstadt sogar bei der Arbeit zuschauen. In Kooperation mit dem Südsauerlandmuseum, das passend in seinem pädagogischen Programm mit dem Modul „Vom Federkiel zum Laptop“ ein Gruppenangebot zur Geschichte des Schreibens hat, wird am 29. März und 5. April zwischen 9 und 13 Uhr ein Ladenlokal gegenüber dem Museum in der Wasserstraße zur mittelalterlichen Schreibstube. Schreiben wie die Mönche Als Mönche verkleidet arbeiten die Schüler in einer Abtei-Kulisse an ihren Zeilen der Schulbibel fast so fein wie am mit Gänsekiel in Gut Ewig geschriebenen Messbuch von 1477, das aktuell im Südsauerlandmuseum ausgestellt wird. „Wir fanden die Aktion sofort richtig gut und passend, auch zur Geschichte unseres Museums und der Stadt“, erzählt Museumsleiterin Monika Löcken.

Mit vieler Hände Arbeit werden mehrere hundert Seiten entstehen, die dann noch einen prächtigen Einband bekommen, so dass die Schulbibel der St.-Ursula-Realschule im religiösen Leben der Schule als Unikat auch zum Einsatz kommen wird. Unikat für den Einsatz in der Schule „Wir schreiben so tatsächlich Geschichte, denn so etwas ist einmalig und wird ein bleibender Beweis, wie lebendig unser Schulleben und unsere Schulgemeinde nicht nur in religiöser Hinsicht ist“, ordnete Rektor Jürgen Beckmann die besondere Aktion ein.
(LP)

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