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Attendorn, 02. April 2018

Viele Aktionen für die Bienen geplant

Attendorn summt mit dem Imkerverein

Liegen den Imkern besonders am Herzen: Die Bienen.
Liegen den Imkern besonders am Herzen: Die Bienen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Attendorn. Hand aufs Herz: Sind Sie schon einmal von Bienen gestochen worden? Wahrscheinlich nicht. Ja, als die Schweden die Stadt Attendorn belagert hatten, mussten diese leidvoll erfahren, dass man Bienen in der allergrößten Not auch als Waffe einsetzten kann. Den Schützen war es gelungen, mit Hilfe der Bienen, die Schweden aus der Stadt zu vertreiben. Das ist zum Glück Geschichte.
So wie diese Geschichte zu Attendorn gehört, gehört seit Anfang des 20. Jahrhunderts der Imkerverein zur Hansestadt. Er wurde wohl im Jahre 1916 als Bienenzuchtverein für Stadt und Amt Attendorn gegründet. Bis heute ist dieser Verein nicht eingetragen.

In Deutschland gibt es aktuell rund 115.000 Imker. Einer von ihnen ist Andreas Graetz. Als der 56 Jährige vor einigen Jahren seine Frau zu einem Fotoshooting rund um die Imkerei begleitete, infizierte er sich mit dem „Bienenvirus“.  „Schnell wurde mir aber auch klar, imkern ist ein intensives Hobby“, weiß Andreas Graetz heute im Rückblick. „Profundes Grundwissen ist unerlässlich. Lehrgänge bei Profis sollte man auf jeden Fall besuchen. Über Bienenpflege muss man Bescheid wissen. Und den finanziellen Aspekt für die erste Ausstattung darf man auch nicht aus den Augen verlieren. Mit dem einfachen Aufstellen eines Bienenstocks im Garten ist es nicht getan.“
Nachdem aber alle Voraussetzungen geschaffen worden waren, stand dem Einzug der Bienen in den heimischen Garten nichts mehr im Wege. Heute haben sich die Bienen im Graetz-Garten gut eingelebt und für die ganze Familie und Nachbarn ist ein Leben mit Majas und Willis normal geworden. Unterstützung in den Anfangszeiten der Imkerei erhielt er im Imkerverein Attendorn, dem er sogleich beitrat. Als 2017 ein neuer Vorsitzender gesucht wurde, war Andreas Graetz sehr schnell klar, dass er mit dieser Arbeit als Vorsitzender dem Verein auf diese Weise etwas zurückgeben könnte.
Der Vorstand: Rolf Springob, Hubertus Siepe, Andreas Graetz und Christina Papadopoulus
Andreas Graetz steht nun mit seinen Vorstandskollegen an der Spitze des Vereins, der aktuell aus 33 Mitgliedern besteht. Zweiter Vorsitzender ist Rolf Springob. Hubertus Siepe übt das Amt des Kassierers aus und mit Christina Papadopoulus als Schriftführerin wurde im Dezember das Vorstands-Quartett vervollständigt. „Wir werden zukünftig auch einen Bienensachverständigen haben“, freut sich der Vorsitzende. „Michael Höffer aus Niederhelden besucht zurzeit die entsprechenden Lehrgänge.“ Er wird dann ein wichtiges Bindeglied zum  Veterinäramt sein und den Mitgliedern in Sachen Bienengesundheit und fachlichen Fragen zur Verfügung stehen. „Wir haben in nächster Zeit noch viel vor“, berichtet Andreas Graetz. Unterstützung für weitere Vorhaben hat die Sparkasse ALK schon zugesagt. Der Imkerverein Attendorn soll mittelfristig ein eingetragener Verein werden. Um an Bekanntheitsgrad zu gewinnen und Neuimker für das Hobby zu begeistern, will der Verein mehr in die Öffentlichkeit gehen. Da kommt der Aktionstag der Stadt Attendorn wie gerufen. „Attendorn summt“ heißt es am Samstag, 12. Mai. Mit dabei ist natürlich der Imkerverein Attendorn und das gleich an zwei Orten. Attendorn summt am 12. Mai „Wir werden einen Stand am Sauerländer Dom haben und ein Teil des Wochenmarktes sein“, gibt der Vorsitzende einen kleinen Einblick. „Hier kann man sich informieren, aber auch einige Überraschungen warten auf die Besucher.“ Weitere  Aktion gibt es im Garten von Pastor Andreas Schliebener. Er ist ebenfalls Mitglied im Verein  und auch in seinem Garten leben vier Bienenvölker. Hier kann man unter anderem die kleinen Hautflügler in Aktion erleben. „Besonders Kinder und Jugendliche sollten hier vorbeischauen.“ Auch das Vereinsleben nimmt gerade Schwung auf.  Bisher gab es eine Jahreshauptversammlung, eine Mitgliederversammlung und das Imkergrillen als Jahresabschluss. „Das bleibt natürlich bestehen.“ Ein  zeitnaher Austausch findet über eine eigens gegründete WhatsApp Gruppe statt. „Für wichtige Fragen findet sich innerhalb von Minuten durch Schwarmintelligenz eine kompetente Antwort“, freut sich der Heggener. Ein Vereinsmitglied verfügt über ein großes Grundstück im Repetal. Dort ist geplant, Neu- und Alt-Imkern die Möglichkeit zu bieten, Ableger ihrer Völker für sich und andere zu bilden oder seine eigenen Bienen unterzubringen. Weiterhin möchte Andreas Graetz einen Mitgliederstammtisch einführen. „Diese Treffen sollen vor Ort bei den Imkern stattfinden und Praxis und Geselligkeit verbinden.“ Das Durchschnittsalter der Imker  im Verein liegt zurzeit noch bei 57 Jahren. „Aber Imkern ist ein modernes Hobby“, weiß er aus Erfahrung. „Jeder, ob jung ob alt, ob Mann, Frau oder Jugendlicher ist bei uns willkommen. Ob Stadtimker oder Landimker, wir freuen uns über jeden, der ein Herz für die kleine Honigsammler hat“. Neuimkern soll auf Wunsch ein Imkerpate zur Seite gestellt werden, um den Einstieg in das Hobby zu erleichtern. Wer allerdings nicht den Schritt zum Imkern wagen möchte, kann den Verein trotzdem unterstützen. „Wer aus seinem Rasen eine blühende Bienenwiese macht, bietet Insekten Nahrung und leistet hiermit einen kleinen Beitrag zum Naturschutz.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Attendorn summt mit dem Imkerverein