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Attendorn, Attendorn, 27. März 2016

Ausstellung im alten „Ihr Platz“

Amt für Apokalyptische Aufklärung

Amt für Apokalyptische Aufklärung
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Noch bis zum 3. April ist in den Räumen des ehemaligen Drogeriemarktes „Ihr Platz“ in Attendorn das Amt für Apokalyptische Aufklärung (AfAA) beheimatet. Ein Besuch ist eine Reise in eine andere Welt.

Der Kunstverein Südsauerland konnte hier ein Kunstprojekt initiieren, das ein wenig anders ist als andere. Alles wirkt auf den ersten Blick wie eine Ausstellung: Meterhohe Bilder, Collagen und Piktogramm sind zu sehen. Es zeigt den Zyklus Aemulatio Apokalypse von Helmut Kraus, entstanden im künstlerischen Wettstreit mit Albrecht Dürers Apocalipsis cum figuris. Ausgehend von den Dürer’schen Holzschnitten wurden 15 skizzenhafte Tuschebilder gefertigt. Und zwar so, dass das Konkrete der ursprünglichen Darstellung zwar nicht vollständig entfernt, aber doch weitgehend auf Formen und Strukturen reduziert wurde. „Durchführung und Nachbereitung der Apokalypse“ Doch dann ergreift Helmut Kraus aus Windhausen, der neben Holger Heubner aus Attendorn und Antje Antonik aus Altfinnentrop die Macher dieser Ausstellung sind, in der Rolle des Johann Revelar als General Manager und Leiter des temporären Bürgerbüros das Wort.
„Das Amt für Apokalyptische Aufklärung bündelt sämtliche Aufgabengebiete zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Apokalypse, wie sie in der Offenbarung des Johannes geschrieben steht“, erklärt er den etwas ratlosen Besuchern. „Seit der Errichtung des AfAA in der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian um 95 n. Chr. auf Pátmos hat sich die Welt jedoch grundlegend gewandelt. Daher geht das AfAA im Rahmen eines umfassend angelegten Programms zur Verwaltungsmodernisierung neue Wege und präsentiert sich in einem temporären Bürgerbüro der Öffentlichkeit. Unterstützt wird das AfAA von der Ethno-Maieutik & Reduce Ltd., das weltweit führende Beratungsunternehmen für das Management von Destabilisierungen und die Organisation von Beobachtungsverhältnissen.“ Jetzt ist klar, hier wird mit der Apokalypse auf vielfältige Art gespielt, mit Bildern, Worten, Formen und der Sprache. „Wenden wollte Verfassungsschutz schicken“ 144. 000 Menschen könnten bei der Apokalypse gerettet werden, macht der General Manager deutlich. Natürlich nur mit Hilfe des AfAA. Wer möchte, kann dabei sein. Wie es sich in Deutschland gehört, muss er dafür nur ein Formular ausfüllen. Das gibt es praktischer Weise am Eingang. Und damit alle auch über die AfAA und ihrem temporärem Büro Bescheid wussten, haben die Künstler an alle sieben Gemeinden im Vorfeld ein Sendschreiben geschickt. „Leider ist nur der Bürgermeister von Attendorn darauf eingestiegen“, so Helmut Kraus, „aus Wenden hingegen wollte man uns lieber den Verfassungsschutz schicken.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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