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Attendorn, Attendorn, 30. November 2015

2000 Besucher bringen einen Erlös von 30.000 Euro

Adventsausstellung in der JVA bricht alle Rekorde

Kinderspielzeug war wieder sehr gefragt - vor allem die Schaukelmäuse kamen bei den Kleinen gut an.
Kinderspielzeug war wieder sehr gefragt - vor allem die Schaukelmäuse kamen bei den Kleinen gut an.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Die 30. Adventsausstellung der JVA Attendorn hat alle Rekorde gebrochen: Schon nach der ersten Stunde strömten mehr als 1000 Besucher in den Knast. Am Ende waren es knapp 2000. Auch der Verdienst zeigt den Erfolg: Rund 30.000 Euro wandern in die Kasse der Arbeitstherapie Holz.

Schon Stunden zuvor standen die ersten potentiellen Käufer vor dem Eingangstor, um möglichst gleich am Anfang die begehrten Ausstellungsstücke zu ergattern. Mehr als 3500 Einzelstücke, die die Insassen im Rahmen der arbeitstherapeutischen Maßnahme gefertigt hatten, wurden präsentiert. Besucher aus dem Westerwald Nicht nur aus dem Kreis Olpe und dem Siegerland, sondern auch aus dem Ruhrgebiet und selbst aus Daaden im Westerwald reisten die Käufer an. Pünktlich um 12 Uhr öffnete Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz, die Pforten der JVA. Und die Besucher wussten genau, was sie wollten: So waren sechseckige Vogelhäuschen schon nach Minuten ausverkauft. Am Ende der Ausstellung gab es gar kein Vogelhäuschen mehr.

Zapfböcke, in diesem Jahr höhenverstellbar, werden unter vielen Weihnachtsbäumen als Männergeschenk zu finden sein. Gleiches gilt für den Bierkastensitz, der passend für alle Getränkekisten ist. Das Besondere: Man kommt an die Flasche, ohne aufstehen zu müssen. Der Renner: Kinderspielzeug Gefragt war auch wieder Kinderspielzeug: kleine Küchen, Schaukelmäuse, Autos, Kinderwagen oder Waschmaschinen gehen immer. „Obwohl“, räumt Ludger Schröder ein, „Kinderküchen haben wir in diesem Jahr nur 30 Stück von 80 verkauft. Dafür waren Waschmaschinen gefragt.“ Eine Mutter erklärte: „Die lassen sich gut ergänzen zur Kinderküche aus dem letzten Jahr.“ Auch die Bügelbretter aus Holz waren begehrt. Zum ersten Mal bot auch das Blindenwerk Westfalen mit seiner Zweigstelle in Valbert einen Querschnitt seiner Produkte an. Neben Holzvasen, Weinflaschenhalter oder Karten war auch „der kleine Valberter“ mit im Angebot. „Viele sind zunächst im Eingangsbereich an uns vorbei gelaufen“, so Gruppenleiter Günter Degen. „Wir wurden oft erst auf den zweiten Blick wahrgenommen.“

„Man kann nie genau voraussagen, was der Renner wird“, weiß Ludger Schröder. „So sind Trecker und Watschelenten ausverkauft, Ritterburgen gibt es aber noch. Die waren sonst immer knapp.“

Insgesamt war die Adventsausstellung ein „durchschlagender Erfolg“. Knapp 30.000 Euro kamen in die Kasse der Arbeitstherapie Holz. Schröder: „Das sind rund 10.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Damit hätten wir nie gerechnet.“ Material und Werkzeug Mit dem Verkaufserlös wird weiteres Material und Werkzeug für das kommende Jahr angeschafft. Der Lohn für die Inhaftierten hingegen ist weit unter dem, der in der freien Wirtschaft gezahlt wird. Das macht alle Produkte unschlagbar günstig.

Wer die Adventsausstellung verpasst hat, kann ab sofort im eigenen Verkaufsraum der JVA einkaufen. Hier gibt es die Dinge, die bei der Ausstellung nicht verkauft wurden. Der Verkaufsraum ist montags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Einlass ist allerdings nur gegen die Vorlage des Personalausweises möglich.

„Außerdem haben wir auch noch einen Stand auf dem Bergneustädter Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Dezember“, sagt Ludger Schröder.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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