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Attendorn, 28. Mai 2017

Großes Fest im kleinen Dorf

700 Jahre Repe mit Rückblick auf seine Geschichte

Das Dorf Repe wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Das feierten die Dorfbewohner ausgiebig.
Das Dorf Repe wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Das feierten die Dorfbewohner ausgiebig.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Repe. 700 Jahre Repe: Das ist am Samstag, 27. Mai, gefeiert worden. Den Auftakt machten die kleinen Gäste. Für sie wurde am Nachmittag ein buntes Unterhaltungsprogramm geboten. Mit von der Partie: Der Clown Pepe, Funny Fux, der Kinderchor Junge Helden, Kinderschminken und eine Hüpfburg. In den Abendstunden startete der offizielle Festakt im eigens aufgestellten Zelt.

Nach der musikalischen Eröffnung durch den Frauenchor „Helcanto“ und der Begrüßung der Gäste, ging Uli Keine auf die Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier und die Geschichte des Dorfes ein. Am 31. Mai 1317 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich von Repe in einem Gerichtsverfahren als Zeuge genannt wurde.

„Doch der Ort dürfte älter sein“, ist sich Uli Keine sicher. „Orte, die auf „pe“ enden, bezeichnen Täler, wo es Wasser gab und hier erfolgte eine frühe Besiedlung. Beste Beispiele sind Elspe oder Olpe.“ Doch entscheidend ist immer die erste urkundliche Erwähnung und das gilt auch für Repe. Aber egal ob 700 Jahre oder älter, der kleine Ort am gleichnamigen Bach hat auch eine bewegte Geschichte zu bieten. Schule bis 1966So gab es von 1935 bis 1966 sogar eine eigene Schule im Ort. Der letzte dort unterrichtende Lehrer, Rudolf Gerke, konnte Uli Keine ebenfalls unter den Gästen begrüßen. „In dieser Schule wurden 18 Schüler von der ersten bis zur achten Klasse unterrichtet.“ Danach mussten die Kinder nach Helden in die Schule und die Geschichte rund um das „Riaper Bütterken“ (Lokalplus berichtete) entstand.

Um die Straße durch den Ort hat man lange kämpfen müssen und auch Reichtümern hatten die Bewohner nicht vorzuweisen. Im ersten Weltkrieg fielen fünf junge Männer aus Repe, im zweiten sogar elf. „Damit war eine ganze Generation ausgelöscht.“Doch man wusste sich immer zu helfen. So auch bei der Wasserversorgung. „Neben dem Kapellenverein und dem Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft gibt es seit über 100 Jahren auch zwei Wasserbeschaffungsverbände. Einmal den für die Sommerseite und einen für die Winterseite des Ortes.“ Zwei WasservereineDas Dorf unterteilt sich auf zwei Hänge, die von der Repe getrennt werden. Aus diesem Grund gibt es zwei Wasservereine, von denen jeder für eine Seite zuständig ist. Bis 1996 gab es auch noch eine Gaststätte im Ort. Als sie die Pforten schloss, kam die Idee zu einem Dorfgemeinschaftshaus, die 1999 in die Tat umgesetzt wurde. „Damals haben wir 100.000 Mark von der Stadt Attendorn und das Grundstück bekommen.“

Stolz ist man auf die eigene Kapelle, die dem heiligen St. Hubert geweiht ist. Stolz durften die Reper auch auf ihr Fest sein, dass sie in Eigenregie und als lebendes Beispiel für die gut funktionierende Dorfgemeinschaft auf die Beine gestellt haben.
Freundschaft zu HeldenHinzu kommt die enge Verbundenheit zum benachbarten Helden. Der amtierende Schützenkönig, Karl Josef „Kalle“ König, sowie der amtierende Jungschützenkönig, Hans Lange, kommen beide aus Repe. Gleiches gilt für den zweiten Brudermeister der Schützen. Auch den Vorsitzenden des FSV Helden stellen seit rund 50 Jahren die Reper.

„Aus Repe kommen die Häuptlinge und aus Helden die Indianer“, wagte sich daher auch Bürgermeister Christian Pospischil bei seiner Begrüßung weit aus dem Fenster. „Repe ist zwar bei den Einwohnerzahlen nicht unter den Top-Ten im Stadtgebiet, aber bei der Dorfgemeinschaft schon.“
Beckehoff: "Sonst war 1317 nichts los"Auch Landrat Frank Beckehoff lobte ebenfalls den guten Zusammenhalt im Ort. „Ich habe nachgeschlagen: 1317 gab es keine besonderen Ereignisse in der Kultur, Politik, Wissenschaft oder Religion. Nur die Erwähnung von Repe ist in diesem Jahr von Bedeutung.“

Nach dem Austausch von sauerländer Flachgeschenken und dem offiziellen Geschenk der Reper, bestehend aus Tasse, Riaper Bütterken und einem Anstecker, endete der Festakt mit den Chor „Helcanto“. Danach wurde gefeiert und die Übertragung des DFB Pokal Endspiel sorgte für zusätzliche Stimmung.

Am heutigen Sonntag, 28. Mai geht es weiter. Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Pastor Neuser, musikalisch begleitet vom Perforcehorn Bläsercorps Eslohe Homert. Ab 12 Uhr startet ein buntes Programm. So gibt es eine Ausstellung zum Thema Landwirtschaft heute und früher. Kettensägenkünstler Ingo Luke wird im Einsatz sein und die Rollende Waldschule zeigt sich im neuen Gewand. Der Erlös des Festes ist für die Kapelle und die Dorfgemeinschaft gedacht.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: 700 Jahre Repe mit Rückblick auf seine Geschichte