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Vorstellung der Ortschaften

Sechs Orte fehlen noch: Schwartmecke, Selbecke und Co.

Die Ortsdurchfahrt von Selbecke.
Die Ortsdurchfahrt von Selbecke.
Foto: Martin Vormberg, Gemeindearchiv Kirchhundem
Gemeinde Kirchhundem. Sechs kleine Ortschaften fehlen noch in der Vorstellung der Gemeinde Kirchhundem – und diese sind heute an der Reihe: Schwartmecke, Selbecke, Erlhof, Stelborn, Alpenhaus und Haus Bruch.

SelbeckeEinwohnerzahl: 172 (Stand: 30. Juni 2018)

Ersterwähnung/Historie:
  • Eine Besiedelung an dieser Stelle erfolgte wohl erst nach 950. Ins Licht der Geschichte tritt der Ort mit der Erwähnung in einer Urkunde von 1435 erst verhältnismäßig spät.
  • Bereits 1565 umfasst Selbecke sieben Höfe. Eine Kapelle, St. Agatha geweiht, ist seit dem Jahr 1578 bezeugt. Nachdem diese eingestürzt war, erbauten die Bewohner des Selbecker Grundes im Jahre 1810 eine neue Kapelle. Sie ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen.
  • Etwa 1810 wird eine erste eigene Schule eingerichtet. Nachdem die Schule vorübergehend in einem dafür angekauften und umgebauten Wohnhaus untergebracht war, wurde 1955 ein neues Schulgebäude eingeweiht. Die Selbecker Schule bestand bis 1966. Danach besuchten die Schulkinder des Selbecker Grundes die Volksschule und bis 2013 die Grundschule in Oberhundem.
  • Am 25. Februar 1858 vernichtet ein Feuer einen großen Teil des Ortes: Sieben Wohnhäuser und drei Nebengebäude fallen diesem zum Opfer.
  • Gemeinsam mit den Orten Alpenhaus, Stelborn, Erlhof und Haus Bruch bildet  Selbecke den Selbecker Grund.


Kultur/Sehenswürdigkeiten:

Etwa 1,5 km nördlich von Selbecke befindet sich im Wald das Steinerne Kreuz, ein St. Nikolaus geweihter Bildstock aus dem Jahr 1713. Die Legende erzählt, dass zwei Reisende auf dem Kriegerweg beim Totenohl in der Nähe von Gleierbrück die Hochwasser führende Lenne durchqueren wollten. Der erste kniete nieder, sprach ein Gebet zu St. Nikolaus, dem Schutzpatron der Reisenden, und überquerte den reißenden Fluss unbeschadet. Der zweite verlachte die Frömmigkeit des Ersten, stürzte und kam in den Fluten um. Aus Dank für die unversehrte Flussüberquerung ließ der erste Reisende daraufhin auf der Anhöhe hoch über der Furt den Bildstock errichten.

Vereine:
Die Bürger Selbeckes sind in verschiedenen Vereinen und Gruppen aktiv, u. a Schützenverein und Musikverein Oberhundem.

Selbecke hat seit 1956 eine aktive Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr mit eigenem Gerätehaus (1993/94 erbaut). Die aktive Beteiligung der Frauen hat in der hiesigen Löschgruppe eine lange Tradition. 1982 wurden als erste im Kreis Olpe Mädchen in eine Jugendfeuerwehr aufgenommen, 1988 die ersten Frauen in der aktiven Dienst der Feuerwehr übernommen und 1991 die erste Frau zur Unterbrandmeisterin befördert. 1993/94 wurde ein Gerätehaus erbaut.

Der Selbecker Grund verfügt über einen eigenen Wasserbeschaffungsverband, der die Einwohner der Orte Stelborn, Erlhof und Selbecke mit Trinkwasser versorgt. Außerdem gibt es die Arbeitsgemeinschaft Selbecke/Stelborn/Erlhof.
Schule:
Bis zum Jahr 1966 hatte Selbecke gemeinsam mit den Nachbarorten Erlhof und Stelborn eine eigene einklassige Volksschule. Obwohl erst elf Jahre zuvor ein neues Schulgebäude errichtet worden war, wurden alle Schulen der damaligen Gemeinde Oberhundem zu einer Schule in Oberhundem zusammengefasst. 

Wirtschaft:
  • Wichtigste Erwerbszweige sind die Forst- und Landwirtschaft sowie die Gastronomie.
  • EMS Erich Müller
  • Mit dem Automobilzulieferer DURA Automotive Selbecke Leisten und Blenden GmbH wurde kürzlich ein großes Unternehmen geschlossen.
Gastronomie:
  • Landhaus Lenneper-Führt („Bugges“)
Kulinarische Spezialitäten:
Zu den kulinarischen Spezialitäten gehört der Erdlochbraten. Mit einem kräftigen Holzfeuer wird eine Erdhöhle mehrere Stunden aufgeheizt. In der heißen Höhlung wird dann ein großer Schweinebraten, mit Erdreich abgedeckt, gegart.

Tradition:
Im Selbecker Grund wird noch eine Vielzahl alter Gebräuche gepflegt.
  • Am Neujahrstag ziehen die jungen Männer von Tür zu Tür und singen ihr Lied. Dabei wird jedem Bewohner eine eigene Strophe zugedacht.
  • Am Fest der Hl. Drei Könige (6. Januar) folgen die Sternsinger. Drei Jungen besuchen als Könige kostümiert die Häuser. Auf Sauerländer Platt erbitten sie eine Gabe für einen wohltätigen Zweck.
  • An Lütteke Fastenacht ersingen sich die kleinen Kinder in Verkleidungen Süßigkeiten.
  • Das Osterfeuer wird am Karfreitag aufgeschichtet und am Ostersonntag bei Anbruch der Dunkelheit abgebrannt. Traditionell kommen an diesem Abend auch viele ehemalige Einwohner zu Besuch.
  • Am zweiten Weihnachtstag machen die Wurstesänger ihre Runde. In früheren Jahren kamen die Knechte und Mägde zu Weihnachten nach Hause auf den elterlichen Hof, um dort das Weihnachtsfest zu feiern. Vor dem häufig recht weiten Weg zurück zum Dienstherren ersangen sie sich daher noch eine Wegzehrung.
  • Am Wochenende des dritten Sonntags im Juli feiern die Bewohner des Selbecker Grundes gemeinsam mit vielen Besuchern aus den Nachbarorten ihr Dorffest.
ErlhofEinwohner: Direkt an den Ortsteil Selbecke angrenzendes Dorf mit 51 Einwohnern  (Stand: 30. Juni 2018)
Blick auf Erlhof.
Historie:
Ursprünglich war Erlhof wohl ein einzelnes Gut. In der ersten urkundlichen Erwähnung 1393 gibt Graf Dietrich von der Mark den Erlehoff als Mannlehen an Hermann von Ole aus. Nach einer bewegenden Geschichte mit zahlreichen (Erb-) Streitigkeiten setzt ab den 1960er Jahren eine rege Bautätigkeit der Anwohner ein, die den Ort auf die heutige Größe anwachsen lassen. Mit dem Nachbarort Selbecke ist Erlhof heute von der Bebauung her zusammengewachsen. StelbornEinwohner: Aus wenigen Häusern bestehendes Dorf mit 32 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2018)
Ein Schnappschuss aus Stelborn.
Historie:
Die älteste Erwähnung Stelborns geht auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück. Das Schatzregister von 1536 führt dann bereits drei Höfe auf. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts setzt dann eine erneute Bautätigkeit ein, die den Weiler auf die heutige Größe wachsen lässt. Besonderheiten:
Wenige Meter oberhalb Stelborns, in einem alten Laubbaumbestand, stehen die Stelborner Klippen, eine als Naturschutzgebiet Stelborner Klippen ausgewiesene Felsformation aus Aschen- und Kristalltuffen. Die Sage erzählt, dass dort die Schanhollen hausen, kleine Männlein, die den Anwohnern allerlei Streiche spielen.

Vereine:
Bürgerverein StelbornSchwartmeckeEinwohnerzahl: 87 (Stand: 30. Juni 2018)

Historie:
Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung Schwartmeckes geht auf das ausgehende 15. Jahrhundert zurück. Die Schatzregister von 1565 verzeichnen bereits drei Güter, die in den folgenden Jahrhunderten teilweise weiter aufgeteilt werden. Etwa ab dem 19. Jahrhundert siedeln sich einige Kötter an. Ende des 20. Jahrhunderts setzt dann eine rege Neubautätigkeit ein, die den Ort auf die heutige Größe anwachsen lässt. Vereine:
  • Arbeitsgemeinschaft Schwartmecke
Tourismus/Gastronomie:

Das 1967 durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger eröffnete Kolping Familienferienheim in Schwartmecke wurde 2000 zum ersten Kolping Familienhotel „Löwenzahn“ umfunktioniert. Seit 2007 befindet sich in dem Gebäudekomplex das Wellness- und Seminarhotel „Carpe Diem“. Wirtschaft:
  • Handelsagentur Günther Tigges
  • MKS Schlosserei Martin Kneer
AlpenhausEinwohner: 1 (Stand: 30. Juni 2018)

Historie:

Alpenhaus ist einer der jüngsten Siedlungsplätze im Kirchspiel Oberhundem. Es handelt sich um die Sauerlandhütte der Sektion Essen des Deutschen Alpenvereins e.V., im Volksmund kurz „Alpenhaus“ genannt. 

Die Hütte wurde 1934 in 650 Metern Höhe auf dem „Woosthagen“ als Schutzhütte für Bergwanderer errichtet. Richtfest war am 30. September 1934, die Einweihungsfeier fand zur Jahreswende 1934/35 statt.

Nachdem sich bald herausstellte, dass eine durchgehende Bewirtschaftung erforderlich war, wurde bereits im darauf folgenden Jahr ein Anbau mit Wohn- und Schlafräumen für den Bewirtschafter errichtet.

Gegen Kriegsende diente die Hütte als Unterkunft für Ausgebombte und Flüchtlinge.

1950 wurde ein Telefonanschluss installiert. Seit dieser Zeit dient die Hütte auch als Unfall- und Feuermeldestelle. Heute ist sie ein Ausflugsziel für Urlauber und Einheimische aus den benachbarten Orten. 

Von 1948 bis 1956 wurde die Hütte von Christel und Siegfried Federle bewirtschaftet, deren Transport-Esel vielen älteren Einwohnern noch gut in Erinnerung ist. Der kürzeste Weg von Oberhundem zum Alpenhaus heißt bis heute im Volksmund der Eselspfad.

Günter Gollo und Edith Schäpers machten die Hütte von 1975 bis 1998 zu einem beliebten Ausflugsziel. Heute wird das Alpenhaus von Familie Frank Tauscher bewirtschaftet.

Besonderheiten:
Etwa 700 Meter nördlich am Weg nach Milchenbach entspringt der Heilige Born, eine Quelle, der eine heilende Wirkung besonders bei Augenleiden nachgesagt wird. Jedes Jahr im August findet dort ein Waldgottesdienst statt, der von vielen Wanderern besucht wird.

Verkehr:
Das Alpenhaus ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf öffentlichen Straßen zu erreichen. Für Besucher gibt es von Stelborn aus eine Zufahrtsmöglichkeit mit dem eigenen Personenkraftwagen, die aber während der Wintermonate auch verschneit sein kann. Haus BruchEinwohner:
Hofstelle mit 4 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2018)

Historie:
Haus Bruch ist vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts aus einem Eigengut der Vögte von Hundem entstanden, die sich fortan von Bruch nennen. Eine Urkunde aus dem Jahr 1356 berichtet, dass der Edelherr Johann v. Bilstein sie und ihr Haus in seinen Schutz nimmt. In der Folgezeit stellt die Familie v. Bruch Burgmänner und von 1421 bis zum Ende der märkischen Zeit im Jahr 1445 auch den Amtmann auf Burg Bilstein.
Haus Bruch.
Bereits während des Dreißigjährigen Krieges beginnt der Niedergang des Hauses Bruch. Der aufwendige Lebenswandel führt zu einer zunehmenden Verschuldung und in deren Folge Landverkauf. 

Im Jahr 1761 erlischt mit dem Tode von Johann Nikolaus v. Bruch die männliche Linie der Herren v. Bruch. Der verbliebene Besitz geht zunächst an die von Schade und später an die v. Fürstenberg über, die ihn in ihre eigenen Besitzungen eingliedern. Das Gut selbst wird als Pachtgut weiter geführt und nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich an den Pächter verkauft.

Vom früheren adeligen Haus finden sich heute keine sichtbaren Spuren mehr. Die Eintragung in der Oberhundemer Jagdkarte von 1743 zeigt noch zwei Gebäude und eine größere barocke Gartenanlage, allerdings ohne Gräften. Die heutigen Gebäude wurden 1881 (Wohnhaus) und 1938/39 (Scheune) errichtet.
Dank an alle Helfer
Ein herzliches Dankeschön sagt die LokalPlus-Redaktion allen Helfern, die dazu beigetragen haben, die Orte der Gemeinde Kirchhundem vorzustellen - sei es durch schriftliche Informationen oder durch zahlreiche wunderbare Fotos aus der Gemeinde. Die Fotos zu diesen Ortschaften stammen von Otto Kordes und Martin Vormberg, Gemeindearchiv Kirchhundem.

Sollte sich der Fehlerteufel eingeschlichen haben bzw. sollten Sie Ergänzungswünsche haben, können Sie sich gerne unter kirchhundem@lokalplus.nrw melden.
(LP)

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