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Lokalsport, 09. November 2016

Westfalenpokal: Rüffel für André Friedrichs / Winkel trauert vergebener Chance nach

Paderborn-Coach René Müller lobt FC Lennestadt

Gesprächsbedarf: FC-Kapitän Moritz Thöne (rechts) diskutiert mit zwei Paderborner Spielern.
Gesprächsbedarf: FC-Kapitän Moritz Thöne (rechts) diskutiert mit zwei Paderborner Spielern.
Foto: Nils Dinkel
Lennestadt. Unterm Strich war es ein verdienter, wenngleich mühsamer 2:0-Erfolg, mit dem der SC Paderborn am Mittwoch gegen den FC Lennestadt ins Viertelfinale des Westfalenpokals einzog. Beide Trainer fanden hinterher sowohl für ihre Schützlinge als auch für die Leistung des Gegners lobende Worte. Mit einer Ausnahme: Paderborns Trainer René Müller rüffelte FC-Spieler André Friedrichs.
„Morgen biste deinen Job los“ soll der Lennestädter vor dem Anpfiff zu ihm gesagt und ihm auf die Schulter geklopft haben. Eine Anspielung auf die anhaltende sportliche Talfahrt der Ostwestfalen in der Dritten Liga und die immer lauter werdende Kritik am Trainer. „Ich kann mit Humor umgehen, auch mal mit schwarzem Humor, aber das ist dann schon ein bisschen zu makaber. Da wünscht man sich doch schon ein Stück weit mehr Respekt“, sagte Müller, „aber ich kann damit umgehen.“ Ein leichtes Sticheln in Richtung Friedrichs wollte sich der Ex-Profi aber nicht verkneifen: „Ich wünsche ihm für seinen Werdegang alles Gute. Zum Fußballprofi wird´s nicht mehr reichen.“

Ansonsten äußerte sich Müller ausschließlich anerkennend über den Gegner. Als „großartig“ stufte er sowohl die organisatorische als auch die sportliche Leistung des FC Lennestadt ein. Für den Favoriten sei es das „erwartet schwere Spiel“ gewesen, nachdem Niko Dobros in der Anfangsphase zwei Chancen nicht genutzt hatte (7./13.). Dass Zlatko Dedic (61.) und Sven Michel (69.) in Durchgang zwei schließlich die Weichen auf Sieg stellten, war für Müller nur folgerichtig, weil seine Mannschaft die nötige Ruhe bewahrt habe. Christian Schmidt und Moritz Thöne verpassen Führungstreffer Tatsächlich war der SC Paderborn vor rund 1700 Zuschauern im kalten Nieselregen 90 Minuten lang die spielbestimmende Mannschaft gewesen, war gegen kompakt stehende und konzentriert verteidigende Gastgeber allerdings nur selten zu gefährlichen Anschlüssen gekommen. Mit zunehmender Spieldauer entwickelte der drei Klassen tiefer spielende Underdog mehrfach Torgefahr, kam durch Christian Schmidt (40./49.) und Kapitän Moritz Thöne (41./60.) zu vier guten Möglichkeiten. Erst nach Dedic´ Treffer zum 0:1 hatte der SC Paderborn die Partie wieder richtig im Griff. FC-Coach Jürgen Winkel attestierte dem Drittligisten einen verdienten Sieg. Und doch sei ein anderer Spielverlauf möglich gewesen, hätte Moritz Thönes Lupfer in der zweiten Hälfte den Weg ins Tor gefunden. Generell habe seine Mannschaft den spielerischen Vorteil der Profis aus Paderborn aber „fast 90 Minuten lang über Einsatz, Laufbereitschaft und Kampfeswillen“ ausgeglichen. Jürgen Winkel: Ligaspiel gegen Wickede wichtiger Eine Leistung, die laut Winkel nicht automatisch zu erwarten gewesen sei mit Blick auf die jüngste Niederlagenserie in der Westfalenliga und den „bisschen Sand im Getriebe“. Das Pokal-Highlight hatte Winkel dann auch schnell abgehakt und richtete schon den Blick auf das Meisterschaftsspiel gegen Westfalia Wickede am Sonntag: „Das ist viel wichtiger. Da geht´s um drei Punkte.“

Ab 15 Uhr ist der FC Lennestadt dann erneut Gastgeber im Hensel-Stadion. Und dürfe mit breiter Brust auflaufen, sagte René Müller, denn die Leistung aus dem Pokalspiel sollte der Mannschaft auch „Auftrieb für die Liga“ geben. Der Coach des SC Paderborn jedenfalls wünschte dem Westfalenligisten „alles erdenklich Gute“.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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