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Lokalsport, 07. November 2016

Trainer Jürgen Winkel kündigt freches Auftreten gegen Drittligisten an

FC Lennestadt brennt auf Pokalspiel gegen SC Paderborn

Freuen sich auf das Drittenrundenspiel im Westfalenpokal gegen den SC Paderborn: Jürgen Winkel (links) und sein Co-Trainer Andreas Eickelmann.
Freuen sich auf das Drittenrundenspiel im Westfalenpokal gegen den SC Paderborn: Jürgen Winkel (links) und sein Co-Trainer Andreas Eickelmann.
Lennestadt. Den viel zitierten Begriff „Spiel des Jahres“ möchte Jürgen Winkel vor dem Pokalspiel gegen Drittligist SC Paderborn nicht bemühen. In diese Kategorie gehören für den Trainer des FC Lennestadt die Relegationsspiele im Sommer, durch die seine Mannschaft erstmals in der Vereinsgeschichte in die Westfalenliga aufstieg. Gleichwohl bezeichnet Winkel das Duell in der 3. Runde des Westfalenpokals am Mittwoch im Hensel-Stadion (Anstoß: 19 Uhr) als „Kracher“ – in mehrfacher Hinsicht.
Da ist zum einen der Klassenunterschied. „Wir spielen gegen eine Profimannschaft, das ist für jeden Amateurfußballer etwas Besonderes“, sagt Winkel. Zumal in Reihen des Sport-Clubs, der noch vor zwei Jahren in der Bundesliga spielte, mit Torhüter Lukas Kruse, Mittelfeld-Abräumer Marc Andre Kruska und Stürmer Zlatko Dedic auch drei Akteure stehen, die auf einige Pflichtspiele in der ersten Liga kommen. Ein besonderes Spiel erwartet Winkel aber auch mit Blick auf die erwartet große Kulisse: „Wir werden vor weit über 1000 Zuschauern spielen.“ Weshalb die Begegnung für den FC „auch finanziell sehr lukrativ“ sei.

Stellt sich die Frage nach der richtigen Taktik. Beim überraschenden 2:1-Erfolg gegen Oberligist FC Lippstadt in der zweiten Pokalrunde habe seine Mannschaft den Gegner mit aggressivem Pressing überrumpelt. „Die hatten damit gerechnet, dass wir tiefstehen, und mit unserer frechen Spielweise richtig Probleme“, sagt Winkel. Auch für den Vergleich mit dem Drittligisten aus Ostwestfalen kündigt der FC-Coach eine mutige, eine freche Spielweise an; ob sich die Profis aus Paderborn davon allerdings ebenso beeindrucken und stören lassen wie die Lippstädter, hält Winkel mit Blick auf den Klassenunterschied zumindest für fraglich. Im 4-4-2 oder im 4-5-1? Auf eine taktische Ausrichtung will sich der Lennestädter Coach erst nach dem Abschlusstraining und der Spielersitzung am Montagabend festlegen. Grundsätzlich sei die für Heimspiele übliche 4-4-2-Formation auch für das Duell mit dem SC Paderborn denkbar. Alternativ kommt für Winkel aber auch das 4-5-1-System infrage, in dem seine Schützlinge am Sonntag bei der DJK TuS Hordel antraten. Trotz der 0:3-Niederlage gegen den Tabellenzweiten hätten seine Spiele über weite Strecken sehr kompakt gestanden und die Gegenspieler auf den Außenbahnen gut doppeln können. Nachteil dieser defensiven Grundordnung: „Offensiv kriegt man weniger Möglichkeiten, weil der Stürmer weniger Unterstützung bekommt“, erklärt Winkel. Umso wichtiger könnten Offensiv-Standards werden, die daher auch beim Abschlusstraining auf dem Programm stünden.

Die Niederlage in Hordel war die vierte Liga-Pleite in Serie, durch die der FC Lennestadt zudem auf Platz 14 abrutschte, den ersten Abstiegsrang in der Westfalenliga. Von Verunsicherung oder gar einer Krise will Winkel aber nichts wissen, zumal sich seine Mannschaft – abgesehen von der 0:9-Demontage in Iserlohn – stets ordentlich präsentiert habe. Und: Mit dem Aufstieg sei ohnehin klar gewesen, dass „wir in einer schwierigeren Liga spielen und kleinere Brötchen backen müssen“, so der Coach. Torjäger Florian Friedrichs weiter verletzt Darüber hinaus muss der FC seit geraumer Zeit auf die Dienste von Florian Friedrichs verzichten, der immer noch an einer alten Rückenverletzung laboriert. „Wir haben viele gute Spieler, aber einen Flo Friedrichs in Bestform können wir nicht ersetzen. Das ist ein Spieler, der auch aus nichts mal ein Tor machen kann“, sagt Winkel. Immerhin: Gegen den SC Paderborn müssten dem Coach mit Ausnahme des verletzten Torjägers alle Spieler zur Verfügung stehen. Und die, stellt Winkel klar, brennen förmlich auf den Kracher am Mittwochabend vor heimischem Publikum.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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