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Lennestadt, 25. November 2017

Erlös aus Extrem-Hindernisrennen geht ans Kinderhospiz Balthasar

„Spartan Race“ in Island: Grevenbrücker Sergej Neu will 100 Kilometer in 24 Stunden schaffen

Nicole Binnewitt vom Kinderhospiz Balthasar, und Sportler Sergej Neu.
Nicole Binnewitt vom Kinderhospiz Balthasar, und Sportler Sergej Neu.
Foto: privat
Grevenbrück/Olpe. Sergej Neu sucht den ganz besonderen Nervenkitzel: Er nimmt am Samstag, 16. Dezember, an der ersten „Spartan Race 24-Stunden Ultra Weltmeisterschaft“ auf Island teil. Der Grevenbrücker ist einer von nur 1000 Teilnehmern. Dieser Extrem-Hindernislauf verlangt Sportlern einiges ab, unter anderem sind Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit bei extremen Wetterbedingungen gefragt. Der Erlös aus dem Lauf soll an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gespendet werden.

Der Wettbewerb hat sportlich genau ein Ziel: Es gilt, so viele Runden zu laufen wie möglich. Eine Runde umfasst fünf Meilen, das entspricht etwa 1,61 Kilometern. Dabei gibt es pro Runde mehr als 20 Hindernisse, die die Teilnehmer überwinden müssen. Welche das genau sein werden, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass Standardhindernisse zu überwinden sind, was bedeutet: Klettern über zwei Meter hohe Mauern, Gewichtheben und -ziehen, Hangeln und kriechen. Auch Seilklettern und sogar Speerwurf gehören zu den Herausforderungen, denen sich sich die Teilnehmer stellen müssen. 

Nach den 24 Stunden werden die Kilometer mit im Vorfeld festgelegten Cent-Beträgen multipliziert, die Spender vorab online festlegen können. Dazu gleich mehr. Das Verfahren hierfür funktioniert ähnlich dem Prinzip eines Sponsorenlaufs an einer Schule. Die daraus erzielte Summe, hat sich Neu überlegt, soll komplett an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gehen. Und ein Ziel hat sich der Grevenbrücker auch schon gesetzt für seine Reise nach Island: In 24 Stunden will er 100 Kilometer schaffen. Teilnahme an EuropameisterschaftEin ambitioniertes Unterfangen. Erst dieses Jahr begann Sergej Neu mit dem Hindernislaufen. Im Sommer nahm er an der Europameisterschaft in den Niederlanden teil. „Anfangs war die sportliche Herausforderung der Grund der Teilnahme an dem Wettbewerb in Island. Daraus entstand jedoch die Idee, den guten Zweck miteinzubinden“, sagt er. Mit der Teilnahme an dem „Spartan Race" will er Soziales und die sportliche Herausforderung miteinander verknüpfen.

Neu ist 30 Jahre alt, kommt aus Grevenbrück und ist bei der Stadtverwaltung Lennestadt im Bereich Hochbau angestellt. Die Kosten für Flug, Anmeldung und Unterkunft in Island trägt Neu komplett selbst. Geplant ist, dass Firmen und Privatpersonen, die Neu und das Hospiz in Olpe unterstützen möchten, im Vorfeld Cent-Beträge pro gelaufener Meile auf der Internetseite des TV Rönkhausen angeben können. Extremsport trifft ExtremwetterNicht nur die sportlichen Bedingungen verlangen den Sportlern einiges ab. Eine weitere Extrembedingung stellt das Wetter dar. Die Temperaturen liegen im Dezember zwischen -1 und +4 Grad Celsius. Außerdem müssen die Teilnehmer mit starken Winden, Regen, Sonne, Nebel, Dunkelheit und Thermalflussüberquerungen rechnen.

Und dann ist da noch die langanhaltende Dunkelheit: Im Dezember geht die Sonne in Island gegen 11 Uhr auf und gegen 15.30 unter. Für Neu heißt das, Schein einer Taschenlampe zu laufen udn Hindernisse zu überwinden. Der Grevenbrücker sieht´s positiv: Damit habe er „auch gute Chancen, die Polarlichter zu sehen“.
Mehr zum Wettbewerb:
Das „Spartan Race“ gehört zu den Extrem-Hindernisläufen. Als solche (bzw. Obstacle Course Racing, OCR) werden Läufe bezeichnet, bei denen Einzelteilnehmer oder Teams verschiedenartige Hindernisse zu überwinden haben. Der Ursprung liegt in der militärischen Ausbildung mit Hindernisbahnen. Beim OCR geht es um Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance und Koordination.

Im Gegensatz zum klassischen Hindernislauf in der Leichtathletik wird der Laufrhythmus unterbrochen und die aufgebauten Hindernisse unterscheiden sich hinsichtlich der Anforderungen erheblich. Die Profile der Strecken und der Hindernisse sind beim Extrem-Hindernislauf nicht einheitlich gestaltet. Sportliches Erlebnis für alle Das „Spartan Race“ ist auf dem Genre „Sparta“ oder dem Film „300“ aufgebaut. Es gibt auch noch weitere Serien, wie das „Strong Viking“ oder „Tough Mudder“. Die Rennserien bieten für alle Fitnesslevel, egal ob Couch Potatoe oder Olympiasieger, ein sportliches Erlebnis und eine großartige Herausforderung. Es verfügt über globale Rankings und bietet seinen Teilnehmern somit die Möglichkeit, sich mit Mitstreitern auf der ganzen Welt zu messen.
Mehr über das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar: 
Leben – Lachen – Sterben – Trauern:

Dies alles liegt im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar ganz nah beieinander. Am 18. September 1998 wurde auf Initiative betroffener Eltern in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) das erste Kinderhospiz in Deutschland eröffnet. Im Januar 2009 folgte mit dem Jugendhospiz Balthasar das erste deutsche Hospiz für Jugendliche und junge Erwachsene.

In den vergangenen Jahren fanden über 800 Familien in Balthasar ein zweites Zuhause auf Zeit. Das Haus möchte für die betroffenen Familien eine Oase der Ruhe sein, in der sie Begleitung auf dem schweren Weg von der Diagnose bis über den Tod des Kindes hinaus finden. Die Wünsche und Interessen der Familien stehen dabei stets im Vordergrund. Sie sollen bei uns die verbleibende Zeit gemeinsam so intensiv wie möglich erleben und genießen können. Das Lernen, mit der Trauer und dem Schmerz umzugehen gehört ebenso dazu, wie das Lachen und die Freude. In vielen schönen Erinnerungen werden die Kinder auch nach ihrem Tod weiter leben.

Die Begleitung und Unterstützung der unheilbar erkrankten Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien ist auf Dauer nur möglich, wenn viele Menschen sich aktiv daran beteiligen. Helfen Sie mit, dass wir weiterhin ein Ort zum Leben und Lachen, Sterben und Trauern sein können. Vielen Dank.

Kinder- und Jugendhospizstiftung Balthasar

Pax-Bank Köln

BIC GENODED1PAX

IBAN DE 23 3706 0193 0000 0190 11

Kinder- und Jugendhospiz Balthasar, Maria-Theresia-Str. 30 a, 57462 Olpe
Ein Artikel von Nils Dinkel

Bildergalerie: „Spartan Race“ in Island: Grevenbrücker Sergej Neu will 100 Kilometer in 24 Stunden schaffen