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Drolshagen, 11. November 2016

Aufbruchstimmung nach Auflösungs-Gedanken

Stadtsportverband macht mit erweitertem Vorstand weiter

Gemeinsam voran: der neue Stadtsportverband Drolshagen.
Gemeinsam voran: der neue Stadtsportverband Drolshagen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Von Rüdiger Kahlke
Redaktion
Drolshagen. Totgesagte leben länger: Genau das trifft auf den Stadtsportverband (SSV) Drolshagen zu. Sah es im Frühsommer noch einer Auflösung aus, fanden sich bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend, 10. November, im Alten Kloster neue Mitstreiter.

Julian Ziegeweidt (SV Hützemert) wurde bei eigener Enthaltung einstimmig zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Nach anfänglichem Zögern kam Andreas Schell vom Schachverein aus der Deckung und erklärte sich bereit, als 2. Beisitzer zu kandidieren („Aber nur, wenn meine Frau davon nichts erfährt.“).
Neuer 2. Vorsitzender: Julian Ziegeweidt.
Geschäftsführer Sebastian Bock und Julian Ziegeweidt hatten zuvor für Mitarbeit geworben und ermuntert, als Beisitzer zu fungieren. Der Aufwand sei gering, würde aber den Vorstand entlasten. Das ermunterte dann auch Martina Winkler, Christian Rahrbach und Martin Scheffler, sich als Beisitzer zur Wahl zu stellen. Das Votum der Versammelten fiel ebenfalls einstimmig aus. Stahl: Es hat sich viel getan „Seit Juni hat sich viel getan“, sagte der Vorsitzende Ulrich Stahl in seiner Begrüßung. Im Juni hatte er seinen Rücktritt erklärt, weil er keine Aufgaben und keine Unterstützung für den SSV mehr gesehen hatte. Auf Drängen der Versammlung war er aber vom angekündigten Rücktritt zurückgetreten (LokalPlus berichtete). Stahl verwies auf „harmonische, positive Gespräche“ besonders mit Bürgermeister Ulrich Berghof, die dazu geführt hätten, den Dachverband zu erhalten und selbst weiterzumachen. Freunde aus den Vereinen und Sponsoren wie Sparkasse und Volksbank hätten ebenfalls Interesse bekundet, am Stadtsportverband festzuhalten und „diese entscheidende Verbindung nicht fallen zu lassen“, so Stahl weiter.

Bürgermeister Berghof begrüßte die Entscheidung. Die Gespräche seien verständnisvoll verlaufen. Die weitere Zusammenarbeit müsse sich entwickeln. Erfolgreiches Werben für Vorstandsarbeit Geschäftsführer Sebastian Bock erinnerte daran, dass bereits im Sommer Gespräche mit möglichen Kandidaten für den Posten des 2. Vorsitzenden geführt worden seien. Er regte an, den Kreis des Vorstands um „ein, zwei Beisitzer“ zu erweitern. Die Fußball-Sparte sei bereits stark vertreten. „Es wäre schön, wenn auch andere mal mitmachten“, so Bock.

Über den SSV könnten auch kleinere Verein ihre Stimme einbringen, ermunterte auch Julian Ziegeweidt zu mehr Engagement im SSV. Die Wünsche erfüllten sich, nachdem Andreas Schell sich als Beisitzer-Kandidat zu erkennen gegeben hatte. Aus den zunächst erhofften zwei wurden schnell vier Beisitzer, die en bloc gewählt wurden. Kommen auf Vereine neue Kosten zu? Die Aufbruchstimmung konnte auch die Ankündigung des Bürgermeisters nicht trüben, dass die Stadt weiter sparen müsse, um den Haushalt auszugleichen. Hallennutzer seien die einzigen Vereine, die bislang nicht für Sportstätten zahlten, deutete Berghof an, in welche Richtung die Konsolidierung gehen könnte. Er wolle auf jeden Fall vorab das Gespräch mit den Betroffenen suchen, sicherte der Bürgermeister zu.
Die neu gewählten: Julian Ziegeweidt vom SV Hützemert (rechts) ist neuer 2. Vorsitzender. Als Beisitzer sind neu dabei: (von links): Martin Scheffler, Christian Rahrbach, Andreas Schell, Martina Winkler.
Unterstützung hatte die Stadt schon für die Beschaffung eines Pflegegerätes für Kunstrasenplätze signalisiert. Finanziert wird das gebrauchte Gerät, das aus Olpe kommt, vornehmlich von der Sparkasse, aber auch von Volksbank und Stadtsportverband. Die Stadt kümmert sich um den Transport und die Wartung.

In Sachen Sportlerehrung warb der Vorstand um weitere Vorschläge. Das, so Ulrich Stahl, müssten nicht nur Einzelsportler sein. Es könnten auch „verdiente Vereinsmeier sein“, die sich seit Jahren für im Sport engagierten. Eine Sportlerehrung soll es in diesem Jahr aber nicht mehr geben.
Im Gespräch...
... mit Sebastion Bock, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes

„Das Donnerwetter vom Juni/Juli hat etwas bewirkt“, zog Sebastian Bock, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes, ein positives Fazit nach der Mitgliederversammlung am Donnerstabend. Bock hatte sich schon nach der Rücktritts-Ankündigung von Ulrich Stahl im Juni für den Fortbestand des Verbandes, der die übergeordneten Interessen der Sportvereine vertritt, eingesetzt.

Im Sommer seien gute Gespräche geführt worden, so der Geschäftsführer weiter. Er habe gehofft „mit etwas Glück einen Beisitzer zu finden, jetzt haben wir vier“, sieht Bock auch einen Ruck bei den Vereinen. Mangelnde Unterstützung des Vorstandes war für Ulrich Stahl auch ein Grund gewesen, seinen Posten als Vorsitzender aufzugeben. Mit dem neuen 2. Vorsitzenden und den vier Beisitzern „haben wir ein gutes Team gefunden“, sieht Bock der weiteren Arbeit optimistisch entgegen.

Anfang 2017 werde sich der Stadtsportverband nochmals mit Grundsatzfragen der Ausrichtung beschäftigen. Zunächst aber gilt: „Alles gut, wir sind zufrieden.“
 
Sebastian Bock, Geschäftsführer des SSV.
 

Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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